Siegen-Wittgenstein und Olpe (Update)

Mehr Scheidungen, weniger Hochzeiten

Das verflixte siebte Jahr? Tatsächlich werden die Eheringe oftmals zwischen dem fünften und siebten Jahr abgelegt - hier geschehen die meisten Scheidungen.

Das verflixte siebte Jahr? Tatsächlich werden die Eheringe oftmals zwischen dem fünften und siebten Jahr abgelegt - hier geschehen die meisten Scheidungen.

juka/sz Siegen/Olpe. Für viele Paare ist es der schönste Tag in ihrem Leben – dennoch haben sich 2020 in Siegen-Wittgenstein und Olpe weniger Menschen das Ja-Wort gegeben. Das geht aus aktuellen Zahlen des Landesbetriebs IT NRW hervor. In „Si-Wi“ gab es so 1242 Eheschließungen, ein Jahr zuvor waren es noch 1371. Der beliebteste Monat für eine Hochzeit war dabei der August (145), im Januar gaben sich hingegen die wenigsten Paare das Ja-Wort (41). In ähnlichen Bereichen bewegt sich der Kreis Olpe, 659 Eheschließungen 2020 bedeuten 67 weniger als 2019. Mit nur zehn Zeremonien im Januar ist das Gefälle hier noch mal deutlich höher als im Nachbarkreis, im Dezember heirateten dagegen in Olpe noch 70 Pärchen. Mit den rückläufigen Zahlen liegen die beiden Kreise im NRW-Trend, denn im ganzen Bundesland wurden im Corona-Jahr 2020 über 10.000 Ehen weniger geschlossen als noch 2019.

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Weniger Hochzeitungen, mehr Scheidungen

Während also weniger Hochzeiten hinzugekommen sind, gibt es bei der Anzahl der Scheidungen auf Kreisebene einen Anstieg zu verzeichnen. In Siegen-Wittgenstein wurden 2020 507 Ehen geschieden, das sind 41 und somit 8,8 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Blickt man aber auf die vergangenen zehn Jahre, ist es immer noch der zweitniedrigste Wert. Die meisten Scheidungen in diesem Zeitraum gab es 2010 (777), in vier weiteren Jahren lag man jeweils bei Werten von über 600 Scheidungen.

269 Scheidungen im Kreis Olpe

Im Kreis Olpe stieg die Anzahl der Scheidungen im vergangenen Jahr auf 269 (2019: 255). Besonders stark ist hier der Anstieg der Scheidungen ohne minderjährige Kinder, mit Nachwuchs unter 18 Jahren waren es derweil sogar weniger Scheidungen (118 statt 121).

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Mit dem generellen Anstieg der Scheidungen stehen Siegen-Wittgenstein und Olpe gegen den Trend in Nordrhein-Westfalen. Um 3,7 Prozent ging der Wert hier landesweit zurück, insgesamt wurden 32 554 Ehen geschieden. Die höchste Scheidungszahl aller Zeiten hatte es in NRW 2004 gegeben (51 139).

Die meisten Ehen werden dabei im fünften bis siebten Jahr geschieden, knapp 5000 Paare gingen 2020 nach über 25 Jahren getrennte Wege und 94 Paare sogar nach 50 oder mehr Ehejahren.

Zahl der Scheidungen deutschlandweit rückläufig

Auch in Deutschland insgesamt ist die Zahl der Scheidungen rückläufig, 3,5 Prozent weniger Ehen wurden bundesweit beendet, gab das Statistische Bundesamt bekannt. „Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Zahl der Scheidungen hat, wird sich vermutlich erst in den nächsten Jahren zeigen, da einer Scheidung in der Regel eine Trennungszeit von mindestens einem Jahr vorausgeht“, heißt es von den Statistikern. Zudem könnten Corona-bedingte Verzögerungen oder Verschiebungen bei den Familiengerichten nicht ausgeschlossen werden.

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