Skandal um sexuellen Missbrauch

So viele Menschen treten hier aus der Kirche aus

Die Debatte um Rainer Maria Woelki hinterlässt Spuren in der Kirche, hierzulande treten aber nicht besonders viele Menschen aus.

Die Debatte um Rainer Maria Woelki hinterlässt Spuren in der Kirche, hierzulande treten aber nicht besonders viele Menschen aus.

goeb Siegen/Bad Berleburg. Kardinal Rainer Maria Woelki, Chef des reichsten und mächtigsten der 27 deutschen Bistümer, hat mit der Nicht-Veröffentlichung des Münchner Gutachtens zum sexuellen Missbrauch und der „Vertröstung“ auf den 18. März als Tag der Publikation eines weiteren Gutachtens viele Katholiken vor den Kopf gestoßen.

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Hinzu kommt seine Zurückhaltung gegenüber angemahnten Reformen. Auch sein linkischer Auftritt in der Christmette, in der Woelki um Verzeihung dafür bat, was die Gläubigen ertragen müssten, weil man ihn, Woelki, kritisiere, kostete ihn viel Sympathie.

Deutsche Bischofskonferenz spricht von "Desaster"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sprach gegenüber den Medien von einem „Desaster“ in der Kommunikation, Kollege Reinhard Marx von einer „außerordentlich negativen Wirkung“, die ausstrahle. Unter anderem in der Trierschen Insel, dem Dekanat Kirchen, dürfte man ihm nicht verziehen haben, dass er, Woelki, es war, der in Rom das Projekt „Synodaler Weg“ auf Eis legte, zuzeiten, da Marx noch Chef der DBK war. Daran hatte man doch große Hoffnungen geknüpft. Gleichwohl, so ergibt eine Umfrage der Siegener Zeitung, drückt sich das im Siegerland, in Wittgenstein und an der mittleren Sieg noch nicht in konkreten Zahlen aus. Anders als im Rheinland, wo die Amtsgerichte so viele Kirchenaustritte verzeichnen wie noch nie in so kurzer Zeit, und zeitweise sogar der Server die Flügel streckte (Köln: gedeckelt 1500 pro Monat), lässt sich das bei uns nicht bestätigen. Beim Amtsgericht Siegen gab es mit Ablauf des 23. Februar diesen Jahres 76 Austritte aus der römisch-katholischen Kirche, bestätigt Richterin Silvia Sünnemann in ihrer Funktion als Pressesprecherin. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr waren es 80.

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Nur drei Kirchenaustritte in Bad Berleburg

Justizfachwirtin Andrea Jäckel vom Amtsgericht Bad Berleburg übermittelt für den Zeitraum Januar und Februar 2021 (Stichtag 24.2.) nur drei Austritte. In den vergangenen Jahren gab es allerdings eine stetige Zunahme der Austritte, von 14 Personen im Jahr 2017 bis 51 Austritte im vergangenen Jahr. Noch eindeutiger sind die Zahlen, die beim Standesamt in Wissen vorliegen, denn in Rheinland-Pfalz beantragt man den Austritt nicht bei Gericht, sondern beim jeweiligen „Amt“. Sabine Lorsbach, Organisation und Finanzen bei der Verbandsgemeindeverwaltung Wissen, verbuchte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres neun Austritte aus der kath. Kirche. Zwei weitere Anträge lägen noch vor für diese Woche. Zum Vergleich: Im Vorjahr kehrten in diesem Zeitraum 13 Kirchensteuerzahler Rom den Rücken. Wissen ist insofern von Bedeutung, weil es zum Erzbistum Köln zählt. Das Oberhaupt schaut sich auch die entlegeneren Teile des Bistums sporadisch an und schaut zu sogenannten Visitationen vorbei. Wie es nun weitergeht? Viel Porzellan scheint zerschlagen. Im Erzbistum gehen ihm Laienvertreter, Pfarrgemeinden und sogar Seelsorger von der Fahne.

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