St.-Marien-Krankenhaus geht neue Wege

Künstliche Intelligenz im OP

Robotertechnik kommt in den Operationssälen des Siegener St. Marien-Krankenhauses schon seit drei Jahren zum Einsatz. Als zweite Klinik weltweit setzt das Haus an der Kampenstraße jetzt auch auf Künstliche Intelligenz.

Robotertechnik kommt in den Operationssälen des Siegener St. Marien-Krankenhauses schon seit drei Jahren zum Einsatz. Als zweite Klinik weltweit setzt das Haus an der Kampenstraße jetzt auch auf Künstliche Intelligenz.

sz Siegen. Quantensprung für die Medizin in der Krönchenstadt: Nach einer Klinik in New York ist das St.-Marien-Krankenhaus in Siegen das zweite Krankenhaus weltweit, in dem die robotische Chirurgie durch die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) erweitert wird. Vor drei Jahren erst wurde bei den minimal-invasiven Eingriffen der Chirurgie und der Gynäkologie erfolgreich die robotische Chirurgie eingeführt. Nach mittlerweile fast 500 Operationen mit dem sogenannten Senhance-System folgt jetzt der nächste Schritt in die Zukunft. Jederzeit stabile 3D-Sicht, Kamerasteuerung mit den Augen des Operateurs, Einsatz von abwinkelbaren Instrumenten zum Erreichen schlecht zugänglicher Körperregionen sowie ermüdungsarmes Operieren im Sitzen sind nur einige der Vorteile, die von den Operateuren im St.-Marien-Krankenhaus Siegen an der neuen Technologie geschätzt werden. „Die Verringerung der Komplikationen und die Erhöhung der Patientensicherheit ist eine der entscheidenden Aufgaben in der Medizin im Allgemeinen und bei Operationen im Speziellen. Hier kann Künstliche Intelligenz helfen“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Stephan, der das Zentrum für minimal-invasive und robotische Chirurgie im St.-Marien-Krankenhaus leitet.

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Zwei Ansatzpunkte

Im Wesentlichen gebe es zwei Ansatzpunkte, wie künstliche Intelligenz Operationen sicherer machen kann: zum einen durch Automatisierung von notwendigen Standardprozessen, um die Konzentration des Chirurgen auf die Operationsschritte zu erhöhen, zum anderen durch Bereitstellung von Echtzeitinformationen, die dazu beitragen, fundierte und schnelle Entscheidungen treffen zu können. „Operationen sind natürlich immer und werden auch in Zukunft von der persönlichen Erfahrung, dem Wissen und der Geschicklichkeit des Operateurs abhängig sein“, so Prof. Stephan. Hier könne jedoch KI massiv mit der Lieferung von Informationen und Daten in Echtzeit unterstützen. Aus der Aufbereitung von Daten und Bildern aus Hunderten vorangegangenen Operationen liefere KI Hinweise zur besseren Strukturerkennung und zur Einschätzung von Risiken bei der Präparation von Gewebe, die sonst alleine durch die Erfahrung des Chirurgen „gesteuert“ würden. „Im St.-Marien-Krankenhaus ist nun der erste Schritt in diese digitale Unterstützung durch Künstliche Intelligenz erfolgt“, erklärt Prof. Stephan. War bisher die Steuerung der Kamera manuell oder durch Aktivierung über die Augen des Operateurs notwendig, kann die Steuerung nun automatisiert erfolgen. Hierzu wird eine Spitze eines Instruments digital markiert. Die Kamera folgt dieser im Anschluss automatisch, sodass der Arzt das Operationsgebiet optimal im Blickfeld behält. Flächen- und Abstandsmessungen im bewegten Bild in Echtzeit als zusätzliche Informationen werden folgen.

Wohl des Patienten im Vordergrund

Es kann hier keineswegs um die Übernahme der Operation durch Künstliche Intelligenz sondern immer nur um eine Unterstützung zur Erhöhung des Sicherheit des Patienten gehen, betont Prof. Dr. med. Frank Willeke, Medizinischer Direktor des St.-Marien-Krankenhauses. Er sieht sich dabei als Befürworter moderner Technologien: „KI wird die Medizin in weiten Teilen tiefgreifend verändern, doch ist es wichtig, die Technologie stetig zum Wohle des Patienten weiterzuentwickeln.“ Zwar bringt die Digitalisierung hohe Kosten mit sich, doch „werden die sich langfristig rentieren“, glaubt Hans-Jürgen Winkelmann, Hauptgeschäftsführer der Marien Gesellschaft Siegen. Vor allem aber steige die Sicherheit und die Versorgungsqualität für die Patienten. Während Künstliche Intelligenz aktuell vor allem in bereits hochdigitalisierten Bereichen wie der Radiologie zu finden ist, eröffnet sich mit dieser ersten Anwendung in der minimal-invasiven Chirurgie als zusätzliches Sicherheitselement ein neues Feld.

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