Staatsschutz eingeschaltet (Update: Video)

"Kunstaktion" endet mit "Baumopferung" am Siegufer

Die Stadt Siegen hat Strafanzeige erstattet.  Im  Zuge einer   als "Antuung"  deklarierten  "Kunstaktion" fiel am Freitagabend ein Baum  am Siegufer der Motorsäge zum Opfer.

Die Stadt Siegen hat Strafanzeige erstattet. Im Zuge einer als "Antuung" deklarierten "Kunstaktion" fiel am Freitagabend ein Baum am Siegufer der Motorsäge zum Opfer.

nja Siegen. Diese „Kunstaktion“ unter Federführung u.a. einer Siegener Studentin ist ganz offensichtlich aus dem Ruder gelaufen: Seit Freitagabend ist das Siegufer in Siegens Stadtmitte um einen Baum ärmer. Im Zuge des als „Antuung“ angekündigten Happenings wurde dem Gewächs mit der Kettensäge etwas „angetan“, der Garaus gemacht. Begleitet von den  live gespielten Streicherklängen. Von einer „spontanen Baumopferung“ soll die Rede gewesen sein. Die Stadt Siegen hat Strafanzeige gestellt. „So spontan kann die Aktion ja nicht gewesen sein, wenn man eine Motorsäge dabei hatte“, sagt Siegens Bürgermeister  Steffen Mues sehr verärgert gegenüber der SZ.

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"Abrupte Ausbrüche" waren angekündigt

Die Polizei hat die Ermittlungen  aufgenommen; von zwei Tatverdächtigen, einer 24-jährigen Frau und einem 29-jährigen Mann,   ist die Rede. Die Aktion sei als "Stadtführung" angemeldet gewesen. Rund 20 Teilnehmer waren mit von der Partie. Laut SZ-Informationen startete die Demo am Schleifmühlchen. Die Motorsäge wurde dann am Siegufer gezückt:  Gegen 19.30 Uhr wurde der Baum öffentlichkeitswirksam gefällt. Von einer "Opferung" sei die Rede gewesen, bestätigt die Polizei.  Man habe auf den Missstand im Wald aufmerksam machen wollen. Da es sich um eine politische Aktion  handele, so Stefan Pusch, Sprecher der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein, wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Im Vorfeld des Events hatten die Veranstalter schon angekündigt, man müsse „auf abrupte Konvulsionen und Ausbrüche vorbereitet sein“. Geplant war ein prozessionsartiger Umzug durch Siegen. Die „Antuung“ solle „durch Mitmachen entstehen und durchlebt werden“.

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"Rituelle Vernichtung des Kostbaren"

Im Internet kursieren nun Fotos eines Flugblatts, das in Zusammenhang mit der Siegener Aktion stehen könnte. "Diesen Baum werden wir  uns feierlich nehmen, denn der Baumstumpf ist auch eine klaffende Wunde in allen Menschen", ist darauf zu lesen. Es sei der Tag gekommen, an dem die fortschreitende Rationalisierung den Menschen in einen Zustand der Alternativlosigkeit versetzt habe. Der Mensch müsse aufhören, sich als „ein der Natur übergeordnetes Wesen zu begreifen“. Pandemie und Flutkatastrophen zeigten „nun auch dem westlichen Menschen einen Gegenentwurf der Natur als Feindin“. Man brauche eine neue Form der Bewusstwerdung. Man müsse den Menschen als erstes „die Bäume nehmen, die wir uns in die Architekturentwürfe unserer neuen Städte gezeichnet haben, um unser Gewissen auf dem Weg zur Arbeit ein wenig ruhig zu stellen“. "Durch die Ermittlung des Kostbaren und seine gleichzeitige rituelle Vernichtung können wir wieder einen Bezug zum Größeren herstellen". Versuche der SZ, die Initiatoren der Freitagsaktion zu sprechen, waren bislang erfolglos.

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