Wie kommt die Berechnung zustande?

Das Geheimnis der Inzidenz

Für das Robert-Koch-Institut ist der Beginn der Erkrankung und nicht der Tag des positiven Testergebnisses relevant.

Für das Robert-Koch-Institut ist der Beginn der Erkrankung und nicht der Tag des positiven Testergebnisses relevant.

ihm Siegen/Bad Berleburg. Das war eine Überraschung: Die Corona-Inzidenz im Kreis Siegen-Wittgenstein für die vergangenen sieben Tage übersprang gestern nicht, wie von den meisten erwartet, die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Und das, obwohl der gestrige Tag eine der höchsten Meldungen brachte: 27 Neuinfizierte hat das Gesundheitsamt dem Robert-Koch-Institut gemeldet. Wieso sank gleichwohl die Inzidenz um 1,1? Zwei Ursachen sind dafür maßgebend: Zum einen bildet die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen nicht die Grundlage für die Inzidenzberechnung. Für das Robert-Koch-Institut ist der Beginn der Erkrankung und nicht der Tag des positiven Testergebnisses relevant. Zum anderen muss betrachtet werden, wie die Werte am Tag vor der Sieben-Tage-Periode ausgesehen haben. Denn Tag 8 fällt ja jeweils aus der Inzidenzberechnung heraus. Das wäre im Beispiel gestern der 15. Oktober, die Inzidenzperiode umfasst den 16. bis 22. Oktober. Am 15. Oktober gingen beim Gesundheitsamt 28 positive Testergebnisse ein. Am 22. Oktober waren es 27. Auch damit wird der leichte Rückgang der Inzidenz plausibel. Für Statistikfreunde noch ein Häppchen: Immer wieder wird von Skeptikern die Dramatik der Lage angezweifelt nach dem Motto: Ist doch alles nicht so schlimm. Die angeblichen „Querdenker“ rechnen gern die Infektionsrate in Prozent um. Für Siegen-Wittgenstein heißt das: Innerhalb von sieben Tagen infizierten sich 0,0455 Prozent der Menschen im Kreis. Anders ausgedrückt: Rund 5 von 10 000 Personen. Das kann man wenig finden. Betrachtet man aber nicht die Zahl der Neuinfektionen, sondern die Zahl der derzeit Erkrankten, sieht das etwas anders aus. Kreisweit waren gestern 207 Personen nachweislich mit Corona infiziert (0,0748 Prozent). In vier Städten und Gemeinden liegt die Zahl im Verhältnis zu den Einwohnern deutlich höher. In Kreuztal, Neunkirchen, Burbach und Netphen ist jeweils mehr als eine Person pro 1000 Einwohner infiziert. Das kann man viel finden.

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