Angsteinflößendes Erlebnis

Überfall am Glascontainer

Herr L. am Tatort. Er möchte nicht erkannt werden – zu groß ist seine Angst vor dem Täter, der sich immer noch in Freiheit befindet.

Herr L. am Tatort. Er möchte nicht erkannt werden – zu groß ist seine Angst vor dem Täter, der sich immer noch in Freiheit befindet.

kay Obersdorf. Mit bewegter und zittriger Stimme erzählt der 70-jährige Wilnsdorfer dem SZ-Reporter von dem dramatischen und angsteinflößenden Ereignis, das ihm am Dienstag gegen 17 Uhr auf dem Rödgen widerfuhr. „Ich habe mit meinem Auto hier vor den Glascontainern beim Schalthaus geparkt, um mein Leergut zu entsorgen. Da lief ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz und tief ins Gesicht gezogener Kapuze an der Bushaltestelle auf und ab. Der kam mir irgendwie komisch vor, aber ich habe mir nichts weiter dabei gedacht.“

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Der 70-Jährige, Herr L. aus Wilnsdorf, begann also, sein Leergut in den Container zu werfen, so seine Schilderung. Kurz bevor er fertig gewesen sei, habe die zuvor beobachtete Person vor ihm gestanden und mit einem Gegenstand vor L.'s Gesicht herumgefuchtelt. „Ich dachte, es sei ein Messer oder eine Schere – ich hatte wahnsinnige Angst. Zum Glück hatte ich noch den Flaschenkorb vor mir, damit konnte ich den Mann auf Abstand halten“, ergänzt der 70-Jährige.

Herausgabe des Schlüssels gefordert

Immer wieder macht er Pausen, während er von dem Erlebnis berichtet – die Sache nimmt ihn immer noch sehr mit. Dann habe der bewaffnete Mann – L. beschreibt ihn als „arabisch aussehend“ – die Herausgabe des Autoschlüssels gefordert. Während der Auseinandersetzung wurde der Senior mit dem vorgehaltenen Gegenstand am Arm verletzt, sein Pulli zerrissen. Dann habe L. laut um Hilfe gerufen – die Notlage bemerkte ein vorbeifahrender Anwohner, der sich als couragierter Retter in der Not erwies. Erst dann ließ der Täter von seinem Opfer ab. Der Helfer alarmierte umgehend die Polizei.

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Zwischenzeitlich sprang der Täter, der sich noch in der Nähe befand, in einen Linienbus, der gerade an der Haltestelle hielt und fuhr mit diesem in Richtung Wilnsdorf. Wenige Augenblicke später kam die herbeigerufene Polizei mit zwei Streifenwagen, führte L. weiter aus, von denen einer die Verfolgung des Linienbusses aufnahm und diesen stoppte. Mit Erfolg – der Täter konnte vorläufig festgenommen werden.

Polizei bestätigt Vorfall

Die Polizei bestätigte gegenüber der SZ den Vorfall, zu dem bislang noch keine Polizeimeldung veröffentlicht wurde. Niklas Zankowski von der Pressestelle erklärte, es habe sich bei dem Täter um einen 32-Jährigen mit Wohnsitz in Wilnsdorf gehandelt. Der Täter sei polizeilich bereits in Erscheinung getreten. Bei dem sichergestellten waffenähnlichen Gegenstand habe es sich um ein sogenanntes „Multi-Tool“, ein kleines Mehrzweckwerkzeug, gehandelt. Nach Vernehmung und Entnahme einer Blutprobe auf der Polizeiwache sei der Täter wieder in die Freiheit entlassen worden, da dieser einen festen Wohnsitz habe, fügte Zankowski hinzu. 

Die Polizei wird nun weiter ermitteln und nach Abschluss den Vorgang an die Staatsanwaltschaft übergeben.

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