Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum richtet sich weiter ein

50 000 Exponate brauchen ihren Platz

Andrea Knebel im Magazin des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum: Die Hoffnung, in diesem Jahr öffnen zu dürfen, bleibt.

Andrea Knebel im Magazin des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum: Die Hoffnung, in diesem Jahr öffnen zu dürfen, bleibt.

vc Bad Berleburg. „Die Zeit zu nutzen, darauf kommt es an. Wir verfolgen unser Ziel weiter. Das Feuer war nie aus.“ Klaus Daum, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum, konnte sich seit dem Auszug aus Hof Espe im Jahr 2014 auf treue Vereinsmitglieder stützen – was in den Bau des Museums am Rothaarsteig auf dem Sengelsberg mündete. Hier hatte nicht nur der Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum ein neues Zuhause gefunden. Im ersten Stock, einer Art Galerie, richtete sich auch der Heimatverein Wittgenstein ein eigenes Archiv und ein kleines Büro ein.

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„Auf gleicher Höhe wurden in den vergangenen Monaten fleißig neue Regale aufgestellt, Exponate geordnet und themenbezogen eingelagert. Unser Mitglied Christoph Vetter ist hier zum Experten gereift“, betonte Schriftführerin Andrea Knebel. Bündelweise Skier, landwirtschaftliche Geräte und eine ganze Kiste mit Zaumzeug für Pferdekutschen fanden beispielsweise ihren Weg in das Magazin, kleinere Teile wanderten in beschriftete Kartons. „Wir ordnen alles ein und bringen schon viel unter – aber wir sind noch lange nicht fertig“, erläuterte Klaus Daum, dessen Blick in diesem Zusammenhang auf die mehrere Meter in die Höhe reichenden, gestapelten Holzkisten fiel.

Kistenweise Exponate gelagert

Der Grund für die Platzmisere war eine Transport-Aktion, die im November 2020 stattfand. Das Außen-Lager des Vereins in Girkhausen wurde aufgelöst. Bis dahin wurden dort kistenweise Exponate gelagert, die allesamt vom Hof Espe stammten. Der Hof Espe in Bad Berleburg war bis 2014 die Heimat des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum.

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So mussten im November Kisten über Kisten transportiert werden. Dies geschah, wie so Vieles im Vereinsleben am Sengelsberg, ausschließlich privat. Fahrzeuge der Mitglieder und die Lastwagen von Christian Womelsdorf, selbst Mitglied des Vereins, konnten genutzt werden, um die Kisten nach Bad Berleburg zu transportieren. Seitdem wurde Kiste für Kiste geöffnet und einsortiert. Hinter dem Museum stapelten sich schnell zahlreiche leere Paletten, die davon kündeten, wie sehr die Mitglieder im Museum am Rothaarsteig Stunde um Stunde in die Inventur investieren. Das geschah bisher meist allein, maximal zu zweit – Corona macht es auch im Verein nicht einfacher.

Der Heimatverein hofft, dass er in diesem Jahr seine Pforten noch öffnen darf.

Der Heimatverein hofft, dass er in diesem Jahr seine Pforten noch öffnen darf.

50 000 Exponate sammelten sich so in der Halle. „Dabei fiel auf, dass wir viele Exponate mehrfach haben. Ziel ist es“, so Klaus Daum, „sich mit anderen Museen auszutauschen und Schwerpunkte zu setzen. Alle Exponate bekommen wir einfach nicht unter.“ Einige große Landmaschinen fanden nur auf dem Außengelände Platz. Eine Hoffnung war und ist die geplante Remise auf dem Museumgelände. „Dort müssen die Traktoren und Großgeräte hin. Hier drinnen haben wir keinen Platz“, betonte Klaus Daum.

Vorstand plant Eröffnung

„Wenn sie uns irgendwann öffnen lassen, wollen wir eine themenbezogene Ausstellung präsentieren“, betonte Andrea Knebel im Gespräch mit der SZ. Dazu brauche man den Platz in der Halle, so Klaus Daum, der erläuterte, dass in naher Zukunft in der Halle eine Werkstatt entstehen solle. „Die Halle soll mit einem flexiblen Wandsystem aufgeteilt werden. Ein kleiner Teil soll eine längerfristige Ausstellung belegen. Der Großteil wird Wechselausstellungen gewidmet. Wie in einem Möbelhaus sind dann die Felder thematisch zugeordnet“, erläuterte Klaus Daum. Was der Verein und seine engagierten Mitglieder bereits alles erreicht haben, wollte man seit einem Jahr der Öffentlichkeit vorstellen. Der Vorstand plant für Sonntag, 8. Mai, eine Eröffnung. „Ob das was wird, wissen wir wirklich nicht“, meinte Klaus Daum.

Dass der Verein Vorzeigbares erschaffen konnte, oftmals mit Hilfe von Spenden zahlreicher Firmen und Privatleute, stand immer außer Frage. Von den Hallenwänden, den relativ neuen Außenwänden aus Käferholz, der Küche, dem Medienraum bis hin zu den Regalen im Magazin – vieles wurde gespendet und hat bereits eine Geschichte.

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„Wir haben hier“, verriet Andrea Knebel gut gelaunt, „eine recht hohe Recyclingrate.“ Neben der Förderung zum Bau der Halle konnte der Verein auch auf eine Leader-Kleinstförderung zurückgreifen, die zur Anschaffung von technischen Geräten genutzt wurde. Geldspenden sind dem Verein immer willkommen. Neben dem Kredit, der zum Bau des Heimatmuseums aufgenommen werden musste, drücken die fehlenden Einnahmen zusätzlich auf den Stand der Vereinskasse. Denn seit dem Bau der Halle konnte das Museum am Rothaarsteig noch nie seine Pforten öffnen geschweige denn Räume vermieten. „Das lag der Kalkulation natürlich zu Grunde“, berichtete Andrea Knebel. Ebenfalls willkommen sind Mitglieder, die den Heimatverein für Landwirtschaft und Brauchtum passiv oder aktiv unterstützen.

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