Knapp elf Monate nach tragischem Osterfeuer-Unfall

Laura Pott ist wieder zu Hause

Das nächste Ziel für Laura Pott heißt Führerschein: Das notwendige Zertifikat als Basis dafür hat sie bereits in der Tasche.

Das nächste Ziel für Laura Pott heißt Führerschein: Das notwendige Zertifikat als Basis dafür hat sie bereits in der Tasche.

Berghausen. Nach einem Jahr 2020, das sie für sich mit „einem einzigen Kampf“ beschreibt, richtet Laura Pott den Blick jetzt nur noch in eine Richtung: nach vorn. Wenige Wochen vor Weihnachten hatte die 16-Jährige die Reha-Klinik in Reinhardshausen verlassen, um ihre Übergangswohnung in Bad Berleburg zu beziehen (die Siegener Zeitung berichtete), seit Samstag ist sie aber wieder richtig zu Hause. In Berghausen, in der Trufte.

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Ein tolles Gefühl für die junge Frau, die am 7. März 2020 bei einem tragischen Osterfeuer-Unfall in Berghausen lebensgefährlich verletzt worden war und die sich über harte Wochen und Monate in der Reha sprichwörtlich ins Leben zurückgekämpft hat. Und die sehr dankbar ist für die Unterstützung, die sie und ihre Familie in schwieriger Zeit erhalten hat: „Ich möchte danke sagen. Danke an so viele Menschen, die mich durch mein Unglück beim Osterfeuer in vielfältiger Weise begleitet und unterstützt haben. Ich habe gekämpft um mein Leben, plötzlich waren da neue Herausforderungen – anders als geplant. Meine Mama hat Berge versetzt, sie war nie allein. Danke. Liebe Menschen hatten Zeit und ein offenes Ohr für mich, waren einfach da. Liebe Grüße Aufmerksamkeiten, gute Wünsche, nette Worte, Zuspruch – vieles hat mir in dieser Zeit bis heute Unterstützung gegeben.“

Damit aber nicht genug: „Da sind die Spenden und die dazugehörigen Menschen und Organisationen: Ich bin überwältigt und dankbar. Mit großer Dankbarkeit richte ich mich an jeden einzelnen Spender. Materielle Hilfen, Unterstützung beim Hausumbau, da sein, wenn Hilfe nötig war. Danke dafür. Alles trägt dazu bei, mein zukünftiges Leben etwas einfacher zu gestalten. Ich habe Menschen, die mir nahe stehen und das tut so gut.“

Spendenbereitschaft zeigt sich vielerorts

Die Spendenbereitschaft zeigte sich vielerorts, unter anderem bei der gemeinsamen Initiative „Wir für Laura“ von Dorfjugend Berghausen und Kirchengemeinde Raumland (siehe Extrakasten). Die Siegener Zeitung unterstützt den barrierefreien Umbau des Hauses in der Trufte aus ihrer Aktion „Nachbar in Not“ mit 5000 Euro. Die Spende brachte SZ-Chefredakteur Markus Vogt am Dienstag persönlich nach Berghausen mit. Und war von Lauras „neuem“ Wohnumfeld nach vielen Handwerkerstunden und einer detaillierten Planung beeindruckt: „Das ist der Ort, wo man sich wohlfühlt.“

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Die 16-Jährige ist im Erdgeschoss eingezogen, die Treppe in den Wohnbereich nach oben überbrückt ein hochmoderner Lift. Türen wurden verbreitert, Fenster haben eine neue Grifftechnik bekommen, Schwellen gehören der Vergangenheit an. „Es war keine einfache Phase, aber es hat sich gelohnt. Viele Menschen haben zusammen mit angepackt“, sagt Mechthild Pott, Lauras Mutter. Gerne hätte sie Lauras Rückkehr gemeinsam mit Freunden und Unterstützern mit einer großen Party gefeiert, doch das müsse man in Zeiten von Corona leider zurückstellen. Und sie ist nicht die einzige, die sich über die täglichen Fortschritte ihrer Tochter freut. Aber das habe sicherlich auch etwas damit zu tun, dass der Alltag in einem vertrauen Umfeld wieder etwas leichter falle. Pläne für die Zukunft Und wie geht es jetzt weiter für Laura Pott? Es besteht kein Anlass, dass sich die 16-Jährige unter Druck setzt und Dinge erzwingen muss. Aber die Gefahr besteht auch nicht: „Ankommen und klarkommen, darum geht es jetzt erstmal.“ Die täglichen Dinge des Alltags allein zu bewältigen, das sei ein wunderschönes Gefühl.

Dennoch: Pläne für die Zukunft gibt es. Laura Pott hat den Führerschein fest ins Visier genommen, Das Zertifikat, das die Basis dafür ist, hat sie bereits während der Reha in Reinhardshausen erledigt. Nun gelte es, mit der Fahrschule weiter zu machen. Aber auch hier gilt: „Normaler Unterricht ist in Zeiten von Corona nicht.“

Beruflich wäre Laura Pott im Sommer 2020 mit einer Ausbildung zur Berufskraftfahrerin durchgestartet. Von diesem Plan hat sie Abstand genommen. Eine kaufmännische Ausbildung könne sie sich gut vorstellen, zumal es in der Region durchaus Betriebe gebe, die barrierefrei unterwegs seien. Zwei Praktika hat sie bereits in Aussicht. Perspektiven für den nächsten Abschnitt im Weg zurück in ihr neues Leben.

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