Ministerium bestätigt Zulässigkeit

Impfaußenstelle bleibt Teil der Strategie

Das Land NRW hat bestätigt, dass eine zweite Impfstelle in der alten Salzmannschule in Bad Berleburg  zulässig wäre.

Das Land NRW hat bestätigt, dass eine zweite Impfstelle in der alten Salzmannschule in Bad Berleburg zulässig wäre.

bw Düsseldorf/Bad Berleburg. Alles wartet auf Düsseldorf. Seit Anfang der vergangenen Woche stand eigentlich fest, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein – und alle anderen Landkreise in NRW – neben dem Impfzentrum eine Außenstelle für die Corona-Schutzimpfungen einrichten dürfen. Seit Mitte der vergangenen Woche steht dem indes die Vereinbarung der Bund-Länder-Konferenz gegenüber, dass auch bald die Hausärzte in ihren eigenen Praxen impfen sollen. Nun ist die Frage: Ist die avisierte Impfstelle, die in der leer stehenden Salzmannschule in Bad Berleburg eingerichtet werden soll, damit schon wieder hinfällig?

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Kassenärztliche Vereinigung muss zustimmen

Am Mittwoch äußerte sich das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales auf Anfrage unserer Zeitung, inwieweit die Einrichtung der Impfstelle weiterhin möglich ist. Pressereferent Pascal Wirth antwortete zwar etwas verklausuliert, aber im Kern bestätigte das Ministerium, dass der Erlass vom 1. März seine Gültigkeit weiterhin behält. Darin ist vorgesehen, so Pascal Wirth, dass ein Ausbau der bisherigen Kapazitäten der Impfzentren vorzunehmen ist, um die demnächst steigende Impfstoffmenge schnellstmöglich auch verimpfen zu können. Das kann einerseits mit einem Ausbau eines bestehenden Impfzentrums erfolgen, andererseits ist freilich auch die Einrichtung einer Außenstelle zulässig. Ab Ende des ersten Quartals (also Ende März) sei mit einer deutlich ansteigenden Impfstoffmenge zu rechnen. Sofern die Räumlichkeiten in bestehenden Impfstellen den Aufbau von weiteren Impfstraßen nicht erlauben sollten, könne die Einrichtung einer weiteren ergänzenden Impfstelle in Betracht gezogen werden, erläuterte der Sprecher des Ministeriums. Das gelte auch für Flächenkreise. Zudem gebe es die Möglichkeit, dass in einem Kreis zusätzlich bis zu fünf Schwerpunktpraxen benannt werden könnten. Das Ministerium nennt aber eine Einschränkung: Grundvoraussetzung für eine Erweiterung der lokalen Impfkapazität sei die Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung – hier dürfte nach dem Brief von Dr. Martin Junker noch Gesprächsbedarf bestehen. Das Land will die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Impfquote möglichst hoch ist und auch Impfwillige geimpft werden könnten, die nur noch eingeschränkt mobil sind oder nur noch beschwerlich das jeweilige Impfzentrum erreichen könnten. Daher sei es erforderlich, mögliche Impfhürden abzubauen und die Impfangebote möglichst niedrigschwellig zu organisieren, insbesondere mit Blick auf den ländlichen Raum. Mit dieser Einschätzung liegt das NRW-Gesundheitsministerium inzwischen auf einer Linie mit den Forderungen der heimischen SPD, die schon seit mehreren Monaten die Einrichtung eines Impfzentrums in Wittgenstein gefordert hatte.

Entwicklung sehr dynamisch

Da die Entwicklung sehr dynamisch sei, prüfe das Land fortlaufend die vorhandenen Impfstrukturen und die Möglichkeiten einer entsprechenden Weiterentwicklung bzw. Dezentralisierung der Impforganisation, um die Wege zur Impfstelle möglichst kurz zu halten. Weil aber bisher nur detaillierte Lieferzusagen für Impfstoff bis Ende März vorliegen, ist auch nicht sicher, wann sich die Impfungen mehr und mehr in die Arztpraxen verlagern werden. Dazu Pascal Wirth weiter: „Die Hausarztpraxen sollen und werden bei ausreichend Impfstoff in die Impfstrategie einbezogen, um den Prozess dann Schritt für Schritt in die ambulante Regelversorgung zu übertragen.“ Geplant sei, dass dies im April starten solle – „immer vorausgesetzt, dass auch ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“. Die Planungen zur Einbindung der Hausärzteschaft laufen auf Hochtouren. Landrat Andreas Müller freut sich, dass das Land mit dieser Stellungnahme noch einmal seine Sichtweise unterstützt, dass dezentrale Impfangebote wichtig sind. Dabei eröffne das Land augenscheinlich nicht nur die Möglichkeit, entweder ein zweites Impfzentrum oder fünf Schwerpunktpraxen zu etablieren, sondern gegebenenfalls sogar beides. Ziel des Landes sei es, ab April mit dann deutlich mehr Impfstoff die Impfmöglichkeiten auszuweiten und weiter zu dezentralisieren. „Sollten dazu Aktivitäten des Kreises erforderlich sein, werden wir diese ergreifen“, hob Kreissprecher Torsten Manges hervor.

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