Spendenaktion von Dorfjugend und Kirche

100.000 Euro für Laura Pott aus Berghausen

André Treude und Andre Kroh (v. l.) überreichten den großen Scheck gemeinsam mit Isabell Kroh (2. v. r.) und Berit Nolting (r.) an Laura Pott.

André Treude und Andre Kroh (v. l.) überreichten den großen Scheck gemeinsam mit Isabell Kroh (2. v. r.) und Berit Nolting (r.) an Laura Pott.

lh Berghausen. Vor genau einem Jahr lag Laura Pott noch in Gießen im Krankenhaus, in das sie am 7. März 2020 nach ihrem schweren Unfall durch das eingestürzte Fichtenstangengerüst des Berghäuser Osterfeuers per Rettungshubschrauber „Christoph“ geflogen werden musste. Der Unfall bedeutete neben der ständigen Ungewissheit in erster Linie, dass sie für den Rest ihres Lebens eingeschränkt sein wird und auf ihren Rollstuhl angewiesen ist. „Laura ist eine Kämpferin, ich bin so stolz auf sie“, berichtete Mama Mechthild Pott, als sich am Samstagnachmittag Vertreter der Dorfjugend Berghausen und der Kirchengemeinde Raumland vor dem Haus von Familie Pott zur Spendenübergabe trafen. „Nach dem Unfall war uns sofort klar, dass wir Laura helfen wollen – da gab es kein langes Überlegen“, erinnerte sich Isabell Kroh von der Dorfjugend Berghausen.

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Dorfjugend Berghausen mit Spendenaktion "Wir für Laura"

Einzig und allein die konkrete Umsetzung musste länger geplant werden, da die Einrichtung eines offiziellen Spendenkontos mit bürokratischem Mehraufwand verbunden war. „Für uns als Dorfjugend war es etwas völlig Neues, wir haben das natürlich noch nie gemacht“, berichtete André Treude über die Durchführung und Organisation der Spendenaktion „Wir für Laura“. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Raumland, die sich der Aktion auf Nachfrage der Dorfjugend direkt anschloss, konnte am 12. August das Spendenkonto gestartet werden. Schon nach wenigen Tagen kam die Mitteilung von der zentralen Kirchenverwaltung aus Siegen: „Damit hat hier keiner gerechnet, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus“, erinnerte sich Pfarrerin Berit Nolting an den Beginn der Spenden. Nahezu jede Firma, fast alle Vereine und zahlreiche Privatpersonen in Wittgenstein, aber auch weit über die Regionalgrenze, haben sich an der Aktion beteiligt und haben die unterschiedlichsten Summen gespendet: Von 10 Euro bis zu unfassbar hohen Geldbeträgen war alles dabei. Der Jugend-Förderverein Bad Berleburg hat im Sommer mit einem Autokino zusätzlich die Werbetrommel gerührt und konnte zahlreiche Spender für die Aktion gewinnen. Mit dem Betrag hatte niemand rechnen können: 100.000 Euro kamen am Ende für die Unterstützung von Laura Pott zusammen. Auch „Nachbar in Not“, die gemeinsame Aktion von DRK und Siegener Zeitung, hatte sich mit 5000 Euro beteiligt.

Laura Pott bei Übergabe der Spende gerührt

„Ich bin überwältigt, sprachlos und weiß gar nicht, was ich sagen soll“, äußerte sich Laura gerührt bei der Übergabe. „Teilweise haben wir noch nie von den Orten und Städten etwas gehört, die auf den Überweisungen standen“, berichtete Mechthild Pott. Die Dorfjugend und Laura bedankten sich in diesem Rahmen bei der Kirchengemeinde Raumland und dem Kirchenkreis Wittgenstein, die sich um die Einrichtung und Führung des Kontos gekümmert haben. Das Konto bleibt auch nach der Auszahlung bestehen: IBAN: DE04 4605 3480 0000 3050 52, Verwendungszweck: Laura 54120. Die Spenden sollen in erster Linie einen Großteil des Hausumbaus „in der Trufte“ abdecken, die für Lauras barrierefreien Weg durch ihr Zuhause notwendig wurden. „Ich habe jetzt einen Lichtschalter und einen Rollo-Schalter direkt neben meinem Bett und kann die Fenster im Erdgeschoss mit einem Griff unten am Fenster öffnen“, erklärte Laura einige Beispiele aus ihrem neuen Alltag. Mit einem Treppenlift erreicht sie auch wieder die obere Etage und kann sich nahezu frei bewegen.

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Für Laura Pott soll es eine richtig große Party geben

Die nächste große Investition wird für Laura definitiv der Führerschein und danach ein Auto mit Handgas sein, um in Wittgenstein mobil zu sein. Für die Dorfjugend Berghausen steht jetzt schon fest: „Sobald es endlich wieder geht, ist die erste Aktion, dass wir eine richtig große Party für Laura schmeißen wollen.“ Auch wenn eine Thekenschicht für Laura schwierig wird, äußerte sie schon jetzt den dringenden Wunsch nach einer kleinen „Anhängerkupplung für ihren Rollstuhl, um das Bier transportieren zu können“, lachte die 17-Jährige und freute sich darauf, hoffentlich nach Corona wieder regelmäßig Zeit mit der Dorfjugend verbringen zu können. „Vieles wird anders sein, aber das heißt ja noch lange nicht, dass es schlecht werden muss“, erklärte sie.

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