Verkehrs- und Heimatverein nutzt Corona-Zwangspause

Drehkoite erhält Facelifting

Corona-Zwangspause sinnvoll genutzt: Die Mitglieder des Verkehrs- und Heimatvereins Girkhausen sind in den vergangenen Monaten sehr fleißig gewesen und haben im Inneren der Drehkoite Ordnung geschaffen.

Corona-Zwangspause sinnvoll genutzt: Die Mitglieder des Verkehrs- und Heimatvereins Girkhausen sind in den vergangenen Monaten sehr fleißig gewesen und haben im Inneren der Drehkoite Ordnung geschaffen.

ako Girkhausen. Die Geschichte der Ortschaft Girkhausen ist ganz eng mit der Handwerkskunst der Löffelschnitzer und Schlüsseldreher verbunden. Ein über Generationen überliefertes Handwerk, das bis in die heutige Zeit in dem knapp 900 Einwohner zählenden Dorf an der Odeborn gelebt wird – allen voran in der Drehkoite. Das Handwerks- und Heimatmuseum galt seit jeher als Dorfmittelpunkt, als Anlaufstelle für Touristen und nicht zuletzt als der Ort, an dem schon zahlreiche Löffel-Diplome vergeben wurden.

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Allerdings musste der Verkehrs- und Heimatverein (VHV) Girkhausen, der das Museum betreibt, im vergangenen Jahr mit einigen Traditionen brechen – und diese absagen. Schuld daran hatte schlichtweg die Pandemie. Von April bis einschließlich heute sind alle öffentlichen Vorführungen in der Drehkoite ausgefallen. Auch das allseits bekannte Rewweln fiel dem Coronavirus folglich zum Opfer. Im Jahr 2020 legte keine prominente Person aus der Region ein Löffeldiplom ab.

Corona-Zeit sinnvoll genutzt

Dennoch hatten die Verantwortlichen die Corona-Zeit damals auch sinnvoll genutzt, um das Museum zu sanieren und zu modernisieren, wie Timo Florin, VHV-Vorsitzender und Ortsvorsteher im vergangenen Oktober gegenüber der Siegener Zeitung erklärte. Eine neue Küche hatte das Gebäude bereits erhalten. „Das war eine großes Investitionsvolumen, aber wir mussten das machen – und diese Zeit hat sich nun angeboten. Wir haben die Zeit genutzt“, konstatierte der Vorsitzende damals. Der Verein hatte darüber hinaus angekündigt, den Altbau der Drehkoite weiter aufzuräumen und die Dämmung zu erneuern. Diese hatte unter anderem durch einen Marder massiv Schaden genommen.

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Und was ist draus geworden? Die Aufräumarbeiten habe der Verein mittlerweile erfolgreich durchgeführt, wie Timo Florin im Gespräch mit der Redaktion bestätigte. Durch die vielen Schränke in der neuen Küche hat der Verkehrs- und Heimatverein jetzt auch mehr Platz und neue Aufbewahrungsmöglichkeiten. Die Vereinsmitglieder hatten deshalb zahlreiche Gläser und Dekosachen, die zuvor in einem Raum im hinteren Teil des Museums gelagert wurden, in der Küche untergebracht. Der im besagten Raum entstandene Platz werde ebenfalls genutzt. Dort seien nun zahlreiche Bücher – viele beinhalten auch historische Bilder des Ortes Girkhausen – untergebracht worden: „Die stehen jetzt geordnet in den Regalen“, betonte der Vorsitzende. Den Plan, die Dämmung zu erneuern, habe der Verein aber vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Corona-Pandemie verhindere gegenwärtig, dass mehrere Vereinsmitglieder gleichzeitig die Arbeiten ausführen können – „und wir müssten schon vier bis fünf Mann sein“, erklärte Timo Florin.

Öffentliche Vorführungen im Mai

Öffentliche Vorführungen sollen hingegen wieder im Mai stattfinden: „Dann planen wir wieder aufzumachen. Ob das aber klappen wird, wissen wir natürlich nicht“, so Timo Florin. Im kommenden Juli solle auch wieder der Brotmarkt stattfinden, der im vergangenen Jahr Corona-bedingt ausfallen musste. Laut des Ortsvorstehers sind in der Drehkoite auch zwei Hochzeiten geplant – eine im Mai und eine im August.

Die Drehkoite ist seit November 2019 ein offizieller Trauort der Stadt Bad Berleburg. Würde gegenwärtig eine Hochzeit stattfinden, müssten wegen der Pandemie besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden: „Alle Personen, die bei der Trauung (im geschlossenen Raum) anwesend sind, müssen (außer dem Standesbeamten und dem Brautpaar) einen Mund-/Nasenschutz tragen und die vorgeschriebenen Mindestabstände einhalten“, erklärte Michael Seiffert auf Anfrage der SZ. Der Abteilungsleiter Standesamt, Bürgeranregungen und Soziales der Stadt Bad Berleburg wies zudem darauf hin, dass auf größere Menschenansammlungen vor und nach der Trauung verzichtet werden sollte.

Spende von Sparkasse Wittgenstein

Während normalerweise 50 bis 60 Sitzplätze in der Drehkoite bereitstünden, ist die Gästezahl derzeit ebenfalls deutlich reduziert: „Für die besonderen Trauorte in Bad Berleburg ist (einheitlich) festgelegt worden, dass unter Beachtung der Coronaschutzverordnung maximal 14 Personen (einschließlich des Brautpaares, etwaiger Trauzeugen, Fotografen) zusätzlich zum Standesbeamten anwesend sein dürfen.“ Im städtischen Trauzimmer in der Jugendstilvilla am Rathauspark, das weniger Platz bietet, ist die Teilnehmerzahl sogar auf nur „acht Personen“ begrenzt worden.

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Wie Timo Florin berichtete, habe die Sparkasse Wittgenstein den Verkehrs- und Heimatverein Girkhausen Anfang des Jahres mit einer Spende in Höhe von 400 Euro unterstützt. Mit dem Geld habe der Verein einen Teil der Betriebskosten (Heizung und Wasser) decken können. Weil das Rewweln im vergangenen Jahr Corona-bedingt ausfallen musste, ist Landrat Andreas Müller seit Ende 2019 der letzte heimische Prominente, der das Löffeldiplom abgelegt hatte. „Wir haben den Termin in diesem Jahr aber am 28. Dezember angesetzt“, gab sich Timo Florin zuversichtlich.

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