Wisent-Verein zieht positive Bilanz

Trotz langer Schließung 31.000 Besucher

Die Verantwortlichen des Wisent-Trägervereins ziehen eine positive Jahresbilanz – was das Schaugehege bei Wingeshausen anbetrifft.

Die Verantwortlichen des Wisent-Trägervereins ziehen eine positive Jahresbilanz – was das Schaugehege bei Wingeshausen anbetrifft.

sz Bad Berleburg. Auch für den Wisent-Verein stand das Jahr 2020 zum Teil im Zeichen der Corona-Pandemie. Das hatte einige Einschränkungen zur Folge. Dennoch zieht Bernd Fuhrmann als Vorsitzender des Vereins eine positive Bilanz. „Es war sehr bedauerlich, dass die Menschen für einen längeren Zeitraum nicht in das Besucherareal kommen konnten. Auch im Naturerlebniszentrum konnten wir viele Angebote wegen der Kontaktbeschränkungen nicht aufrechterhalten, und schließlich war die Wisent-Erlebnisausstellung mehrere Wochen nicht zugänglich.“ Dennoch ist das Projekt natürlich weitergegangen.

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Herde entwickelt sich gut

Der Vereinsvorsitzende erklärt: „Die frei lebende Herde hat sich hervorragend entwickelt, sie fühlt sich sehr wohl im Rothaargebirge. Das Besucherareal hatte – trotz der Zugangsbeschränkungen – insgesamt einen hohen Zuspruch.“ Der Wisent-Verein ist auf Unterstützung angewiesen: auf das Land Nordrhein-Westfalen, das Personalkosten der Wisent-Ranger und der wissenschaftlichen Koordination übernimmt, auf private Sponsoren wie den Naturefund aus Wiesbaden, den Hauptsponsor des Projektes, und viele Unternehmen aus der Region, die einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten. Außerdem gibt es viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Partner wie den Dorfverein Aue-Wingeshausen und den Wisent-Förderverein mit seinen mehr als 100 Mitgliedern, die alle einen großen Anteil am Erfolg des in Westeuropa einzigartigen Artenschutzprojektes zur langfristigen Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge haben.

Wisent-Wildnis war 15 Wochen geschlossen

Wie viele andere Einrichtungen musste auch die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020 gleich zweimal schließen: vom 15. März bis einschließlich 4. Mai und ab dem 1. November. „Dennoch haben sich die Besucherzahlen angesichts dieser massiven Einschränkungen sehr erfreulich entwickelt“, bilanziert Klaus Brenner vom Wisent-Vereinsvorstand. So kamen 2020 – trotz der insgesamt mehr als 15-wöchigen Schließung – rund 31.000 Besucher zur zweiten Herde des Wisent-Projektes. „Das größte Interesse haben wir im Monat Juli festgestellt“, berichtet Klaus Brenner. Da waren es alleine 5466 Gäste. Der Oktober war der zweitstärkste Monat mit 4705 Besuchern. Seit der Eröffnung im Herbst 2012 kommen im Jahresdurchschnitt regelmäßig mehr als 30.000 Besucher in die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“. Im Rekordjahr 2019 zählte der Wisent-Verein knapp 35 000 Gäste.

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Neue Fanganlage im Besucherareal

Im Besucherareal „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ ist im Herbst 2020 eine Fanganlage fertiggestellt gestellt worden. Dies geschah mit großer Unterstützung vieler freiwilliger Helfer. So konnte das Projekt binnen weniger Wochen vollendet werden. Maßgeblich zur Finanzierung der Anlage hat der Naturefund mit Sitz in Wiesbaden beigetragen – und die Mitarbeiter der Organisation halfen auch vor Ort tatkräftig mit. Die Fanganlage dient dazu, Wisente insbesondere bei tiermedizinischen Eingriffen sowie bei Vorbereitungen und Durchführungen und bei der Logistik von Tiertransporten bestmöglich behandeln zu können, im besten Fall ohne sie in Narkose zu versetzen. Die feststehende, kreisrunde Anlage ist für die Umgebung im Gehege angepasst: Sie ist massiv aus Holz gebaut, blickdicht und mit 3 Metern hoch genug, damit keine Wisente darüber springen können. Die Vorrichtung soll die Tiere schonend und stressfrei einfangen und birgt im Gegensatz zu der verbreiteten Methode mit Narkose geringere gesundheitliche Risiken für die Tiere.

Naturefund will Lebensräume bewahren

Naturefund ist der strategische Partner des Wisent-Vereins. „Die frei lebenden Wisente im Rothaargebirge sind eine Erfolgsgeschichte im Artenschutz“, stellt Katja Wiese, Geschäftsführerin von Naturefund, fest. Naturefund ist eine gemeinnützige Naturschutzorganisation, die vorrangig weltweit Land kauft, um Lebensräume für die Vielfalt von Tieren und Pflanzen zu bewahren. In nur wenigen Jahren hat die Organisation Wiesen, Wälder und Feuchtgebiete gekauft. Im Zuge des Klimawandels kauft sie verstärkt Wälder und forstet wieder auf.

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