Wittgensteiner Heimatverein

Kulturweg Eisen steht Ende November für Wanderer bereit

Bernd Stremmel, Wolfgang Grund, Otto Marburger und Detlev Rath (v. l.) markierten – gemeinsam mit dem verantwortlichen Unternehmer und Revieroberförster Hendrik Engelhard – die Standorte für Schautafeln und Schilder für den Kulturweg Eisen.

Bernd Stremmel, Wolfgang Grund, Otto Marburger und Detlev Rath (v. l.) markierten – gemeinsam mit dem verantwortlichen Unternehmer und Revieroberförster Hendrik Engelhard – die Standorte für Schautafeln und Schilder für den Kulturweg Eisen.

tika Aue/Birkefehl. Es sollte mehr als nur die Renaissance des archäologisch-historischen Lehrpfads zwischen Aue und Birkefehl sein. Eine Restauration war ohnehin nicht möglich. Der Kulturweg Eisen sollte und musste neue Maßstäbe setzen, auch um als Leader-Projekt anerkannt zu werden. Mittelfristig sollte die geplante Aktion zum Teil eines großflächig angelegten Weges zwischen Siegerland, Wittgenstein und Sauerland avancieren. Von Altenberg-Müsen bis Wilzenberg-Schmallenberg soll der komplette Weg künftig führen. Sowohl der Kulturweg Eisen selbst als auch das Gesamtkonstrukt sollten dabei einen tiefgreifenden Einblick in die Vergangenheit der Region verleihen. „Die eisenzeitliche Siedlung ist ein Stück Wittgensteiner Identität“, erklärte der Vorsitzende des Wittgensteiner Heimatvereins (WHV), Otto Marburger. Nicht zuletzt der Kulturweg Eisen selbst sollte dabei auf eine multi- und crossmediale Struktur zurückgreifen können, die eine permanente Erweiterung und Aktualisierung der Inhalte ermöglicht – neben den Informationstafeln, die an insgesamt 15 Stationen vom Bahnhof Aue über die alte Wallburg, mehrere Standorte in Birkefehl bis zum eisenzeitlichen Gräberfeld führen sollten. Ein Rückweg führt nun über die Bilsburg zurück nach Aue. Durch die Einbindung unter anderem von Informationstafeln, Webseiten, QR-Codes, Filmen und Hörspielen soll der Weg als Gesamtkonstrukt erlebbar sein. Ein besonderes Merkmal war dabei, dass durch die Verwendung von Ständern aus Corten-Stahl für die Informationstafeln das Thema Eisen auch haptisch erfahrbar sein sollte.

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31 000 Euro Leader-Fördergeld

Möglich geworden war die Realisierung des überaus aufwändigen Projektes des WHV erst durch die Bewilligung einer Leader-Förderung in Höhe von 31 000 Euro. Die Gesamtkosten für Konzeption, Gestaltung und Umsetzung lagen bei immerhin 47 000 Euro – im Juni erhielten die Verantwortlichen grünes Licht durch die Lokale Aktionsgruppe der Leader-Region Wittgenstein. Auf originalgetreuen Trassen sollte unter Einbeziehung von Kulturgütern am Wegrand und unter Nutzung unterschiedlicher Medien die Vergangenheit der Region erschlossen werden. Entscheidend dabei war einerseits, dass der Kulturweg Eisen Inhalte für alle Altersgruppen erfahrbar machen wollte, andererseits, dass die Wittgensteiner Kommunen Bad Berleburg und Erndtebrück eine engere Vernetzung erfahren – auch mit Blick auf andere Träger des Tourismus, der Gastronomie, der Landwirtschaft und nicht zuletzt der Bildung. Und was ist draus geworden?

Kulturweg Eisen nimmt Formen an

Der Kulturweg Eisen nimmt buchstäblich Form an. Gemeinsam steckten die Verantwortlichen am Dienstag – auf Seite der Stadt Bad Berleburg gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Infrastruktur und Erholung der Stadt Bad Berleburg, Wolfgang Grund, und dem Revieroberförster Hendrik Engelhard von der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer – die Wegpunkte für Schautafeln und Schilder ab.

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Auf dem geplanten Kulturweg Eisen zwischen Aue und Birkefehl (Hinweg in rot, Rückweg in orange) gibt es für Wanderer künftig viel zu entdecken.

Auf dem geplanten Kulturweg Eisen zwischen Aue und Birkefehl (Hinweg in rot, Rückweg in orange) gibt es für Wanderer künftig viel zu entdecken.

Schon in wenigen Wochen sollen an den Stellen, die der WHV-Vorsitzende Otto Marburger, sein Stellvertreter Bernd Stremmel und WHV-Mitglied und Erndtebrücker Heimatpfleger in Personalunion, Detlev Rath, markiert haben, die entsprechenden Tafeln stehen, deren Stelen aus Corten-Stahl bestehen. In die Rahmen eingraviert sind die Worte „Kulturweg Eisen“ – im rechten Winkel, unterbrochen von einer Zange, die dem Abbild einer nahe des geplanten Weges bei Ausgrabungen gefundenen Zange aus der Eisenzeit entspricht. „Die Zange war – wie auch die gefundenen Lanze und Speer – gen Osten abgelegt. Vieles deutet darauf hin, dass dies in Zusammenhang mit einer kultischen Vorstellung steht“, erläuterte Otto Marburger im SZ-Gespräch.

Zentrale Rolle für das Schmiedewerkzeug

Entsprechend wird das Schmiedewerkzeug auch eine dauerhafte Rolle auf dem Kulturweg Eisen selbst spielen. Erste Fotos, Interviews und Videos sind bereits aufgenommen, darunter auch Aufnahmen aus Münster, die Gräberfunde – zerstörte Kriegerausrüstung und Zange – zeigen. Diese Informationen sind künftig multimedial online abrufbar. In liebevoller Detailarbeit haben er und seine Mitstreiter das Konzept für den Weg ausgearbeitet – bis hin zu den verwendeten Schriftarten auf den Schautafeln, für die er die Expertise des Feudinger Schrift-Professors Dr. Werner Schneider herangezogen hat. Gewählt hat dieser die Schriftart „Plato“, die Informationen für Kinder – ebenfalls auf den Tafeln enthalten – ist in der Schriftart „Schneider Antiqua“ gehalten. Die Doktorandin Carolin Johanning, die über die Eisenzeit in Wittgenstein schreibt, hat die Texte unter Mitarbeit von Dr. Manuel Zeiler vom LWL-Archäologie für Westfalen verfasst, der auch das Bildmaterial beisteuert. Caroline Marburger – Tochter von Otto Marburger – übernimmt das Lektorat.

Wertschöpfung bleibt in Wittgenstein

Umsetzung und Bau der Tafeln sowie der Fundamente übernehmen Wittgensteiner Unternehmen, so dass nahezu die gesamte Wertschöpfung in der Region bleibt. „Ich bin froh, dass wir tolle Partner vor Ort gefunden haben, mit denen die Zusammenarbeit wirklich gut klappt“, erklärte Otto Marburger. Im November soll das Projekt als solches abgeschlossen sein, theoretisch soll der Kulturweg Eisen dann begehbar sein – wenn es die Witterung zulässt. Ob bis dahin bereits alle Tafeln installiert sind, bleibt abzuwarten. Diese folgen aber zeitnah. Ohnehin dürfte das Projekt als solches erst danach vollends gedeihen. Im Verlauf der Zeit sollen digitale Inhalte hinzukommen, neue Erkenntnisse und Erfahrungen wollen die Initiatoren dort zudem verarbeiten. Auf diese Weise soll der Weg auch bei mehrfachem Erwandern einen Mehrwert mit sich bringen – denn das Wissen der Wanderer wächst mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Archäologie. Und diese setzt ihre Forschungen zur Historie permanent fort.

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