Ein klassischer Schildbürgerstreich

In der Laaspher Altstadt ist "Brückentag"

Feierabend vor dem Blumenladen, die Brücke ist zur Hälfte abgebaut und umzäunt. Kunden können den Laden nur über einen Umweg durch die Wallstraße erreichen.

Feierabend vor dem Blumenladen, die Brücke ist zur Hälfte abgebaut und umzäunt. Kunden können den Laden nur über einen Umweg durch die Wallstraße erreichen.

howe Bad Laasphe. Margit Schröder traut ihren Augen nicht. Die Geschäftsfrau aus der Bad Laaspher Königstraße will im Blumenladen von Alla Rodermil gegenüber nur eben etwas abgeben, da steht sie vor einem Rätsel. „Ist das ein Schildbürgerstreich oder haben wir schon den 1. April?“, fragt sie. Die „Brücke“ über die Baustelle des aktuell laufenden Fernwärmeprojekts in der Altstadt höre mittig auf und der Rest sei mit einem Baugitter nach oben und unten versperrt. „Da frage ich mich, wer hierfür die Verantwortung übernimmt“, ärgert sich Margit Schröder vom Elektro-Fachgeschäft EP-Schröder. Und: „Arbeiten tut hier heute auch keiner“. Das sagte Margit Schröder am Freitag, dem Brückentag. Die Kunden, die hier herkommen würden, seien sowieso schon völlig entnervt, dass es bei der unteren Einfahrt in die Königstraße keinen Hinweis auf die Sperrung in der oberen Königstraße gebe. Da stehe zwar einer, „aber so winzig klein, dass er nicht wahrgenommen wird.“ Bei der Einfahrt Mauerstraße werde gar nicht darauf hingewiesen. Hier fahre der ortskundige Autofahrer hoch bis zur Einmündung Königstraße, bis er dann dort vor der Vollsperrung stehe. Margit Schröder weiter: „Wie aber mit dem Blumengeschäft Blumen & Kunst von Alla Rodermil gegenüber verfahren wird – hier gibt es weder von der oberen noch von der unteren Königstraße einen Zugang – ist ein Dilemma.“ Sie habe erst im März in der Königstraße ihr Geschäft eröffnet. „Und wird schon kaputtgemacht.“ Deutliche Worte aus der Nachbarschaft, die Alla Rodermil im SZ-Gespräch durchaus bestätigt. „Es ist ganz schlimm“, sagt sie. Die Brücke habe eine Woche lang gestanden, dann habe man sie zur Hälfte weggenommen. Zwischen Haus und Zaun könne man zwar herlaufen und das Geschäft im Grunde erreichen, aber das sehe man auf Anhieb nicht und gestalte sich schwierig. „Und mit dem Parken ist es auch übel.“ Alla Rodermil hat erst den Umzug in die Altstadt gewagt. Von der Gartenstraße wollte sie nah ins Zentrum rücken, die Altstadt wieder etwas beleben und dazu einen Beitrag leisten. Jetzt werden ihr mit der Organisation der Baustelle Steine in den Weg gelegt. „Ich kann das alles nachhalten“, erzählt sie. „In der ersten Woche der Baustelle hatte ich nur noch ein paar Kunden, in der zweiten auch. In der dritten kam fast niemand mehr.“ Jetzt arbeite sie fast nur noch die Bestellungen ab, die telefonisch eingingen. „Die Situation ist nicht nur für mich schlecht, sondern für alle Geschäfte.“ Und wer die Baustelle genau beobachte, der frage sich, warum da nicht richtig gearbeitet werde. Manchmal sei niemand zu sehen. Auch am Brückentag, dem gestrigen Freitag, nicht. Wahrscheinlich ist deshalb die ganze Chose vor dem Blumenladen auch abgesperrt worden. „Und dabei sind die Feiertage gerade für meinen Laden so wichtig.“ Fakt ist: „Wenn die Baustelle noch länger dauert, haben wir ein Problem.“ Da könne sie ihren treuen Kunden nur danken, dass diese trotz der Umstände vorbeikommen würden. Aus der Pressestelle der Stadt Bad Laasphe erfuhr die Siegener Zeitung, dass Andreas Johann von der Bad Laaspher-Energie GmbH am Dienstag selbst noch vor Ort gewesen war und sich die Baustelle angesehen hat. „Es ist richtig, dass das Blumengeschäft von Frau Rodermil aufgrund der Bauarbeiten von der Königstraße aus derzeit nicht zu erreichen ist. Allerdings war und ist es über die Wallstraße problemlos zugänglich. Dementsprechend ist es aktuell zwar nicht uneingeschränkt zugänglich, aber auch nicht vollkommen unerreichbar“, so die Antwort auf die Anfrage der SZ. Die Verantwortlichen seien sich bewusst, dass mit den Bauarbeiten derzeit Beeinträchtigungen für die Anwohner und Händler einhergingen. „Sie sind jedoch stets darum bemüht, die Zugänglichkeit an so vielen Stellen wie möglich zu erhalten und Barrieren so schnell es geht wieder abzubauen, damit sich diese Einschränkungen auf ein Minimum reduzieren“, hieß es aus dem Rathaus.

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