Schüler bricht auf Eisschicht ein

Jugendliche retten Elfjährigen

Wenige Tage nach dem Geschehen und frühlingshaften Temperaturen im zweistelligen Bereich erinnert nichts mehr an die lebensbedrohliche Situation für den elfjährigen Sebastian. Hier war der Schüler zuvor auf dem Eis eingebrochen, das Wasser stand ihm bis zum Hals.

Wenige Tage nach dem Geschehen und frühlingshaften Temperaturen im zweistelligen Bereich erinnert nichts mehr an die lebensbedrohliche Situation für den elfjährigen Sebastian. Hier war der Schüler zuvor auf dem Eis eingebrochen, das Wasser stand ihm bis zum Hals.

Bad Laasphe. Warum das Geschehen aus dem Bad Laaspher Kurpark, das sich am vergangenen Mittwoch ereignete, nicht im Polizeibericht landete, steht auf einem anderen Blatt. Monika Schilling aus Bad Laasphe vertritt die Auffassung, „dass es mal dringend zu erwähnen ist, wie verantwortungsvoll sich unsere Jugend verhält“. Das sei mal eine wichtige Botschaft in dieser schwierigen Corona-Zeit. Denn: Fünf junge Menschen hätten ihrem Pflegesohn Sebastian das Leben gerettet.

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Was war passiert: Der elfjährige Sebastian hielt sich am Mittwoch im Bereich des Bad Laaspher Kurparks auf. Der noch zugefrorene Teich übte offenbar eine besondere Anziehungskraft auf den Schüler aus. Der tastete sich über die Steine im Uferbereich langsam vor und gelangte offenbar zu der Überzeugung, dass das Eis stabil genug sei, um es zu betreten. Eine krasse Fehleinschätzung nach den frühlingshaften Temperaturen der vorangegangenen Tage: Sebastian brach ein und konnte sich im eisigen Nass kaum noch bewegen. Das Wasser stand ihm plötzlich sprichwörtlich bis zum Hals.

Jugendliche kamen zufällig vorbei

Mehr zufällig kamen dann Anton Beresten (16), Anton Becker (16), Jane Schossow (17), Jason Michel (17) und Robin Klein (16) dazu, die sich im Kurpark verabredet hatten. Robin Klein schilderte das Passierte im SZ-Gespräch wie folgt: „Wir waren im Kurpark und saßen dort, als Sebastian ins Eis eingebrochen ist.“ Man habe versucht, mit ihm zu reden, er habe allerdings nicht geantwortet. Gut möglich, dass der Elfjährige bereits unter Schock stand. Der Schüler habe es zumindest aufs Eis geschafft. Aber: „Wir haben ihm gesagt, er soll sich auf die Knie oder ganz hinlegen und zu uns kriechen, doch er reagierte nicht.“ Gemeinsam sei es gelungen, ihn Richtung Ufer und festen Boden zu schaffen. Allerdings habe Sebastian weiterhin nichts gesagt. Robin Klein: „Wir dachten, dass er nicht länger draußen bleiben kann, und haben die Polizei gerufen.“

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Für Monika Schilling steht fest: „Allein wäre unser Sebastian da nicht herausgekommen. Ich bin den Jungs unendlich dankbar. Er ist ein sehr schmaler Typ, er wäre erfroren.“ Die Jugendlichen hätten die richtigen Anweisungen gegeben, ihren Pflegesohn gewärmt und Polizei und Rettungsdienst alarmiert. Vorbildlich. Das könne man indes von einem Pärchen – zwei Erwachsenen – nicht behaupten, die sich zum Zeitpunkt des Geschehens ebenfalls im Kurpark aufgehalten hätten. Sie hätten nach Schilderung der fünf Jugendlichen die Notsituation des Elfjährigen ebenfalls bemerkt, seien aber dann weiter gegangen – ohne das Angebot einer Hilfeleistung.

Mit Rettungswagen in Kinderklinik

Gut, dass die fünf Jugendlichen aus Bad Laasphe ein anderes Denken an den Tag legten: Sebastian wurde vom Rettungsdienst erstversorgt und kam mit dem Rettungswagen in die Siegener DRK-Kinderklinik – mit einer Körpertemperatur von nur noch 33,2 Grad. Monika Schilling berichtet, dass ihn die Ärzte eine Nacht dort behalten und ihn mit einer wärmenden Kochsalzlösung wieder auf Vordermann gebracht hätten. Die fünf Lebensretter habe sie über die sozialen Medien ausfindig gemacht. Und zur Belohnung einen Pizzeria-Gutschein springen lassen. „Bei all den Dingen, die schlecht laufen oder wo über junge Leute gemeckert wird, gehört dieses Verhalten auch mal an die Öffentlichkeit.“

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