UWG Erndtebrück mit Sorge um möglichen Blackout

Was ist, wenn der Wind mal nicht weht?

Windenergie stellt nach Auffassung von UWG-Fraktionssprecher Matthias Althaus keine dauerhafte und vor allem zuverlässige Energieversorgung dar.

Windenergie stellt nach Auffassung von UWG-Fraktionssprecher Matthias Althaus keine dauerhafte und vor allem zuverlässige Energieversorgung dar.

sz/vö Erndtebrück. Nicht zuletzt wegen der geplanten Windräder auf dem Benfer Rücken hat sich Matthias Althaus, Vorsitzender der UWG-Fraktion Erndtebrück, intensiv mit dem Thema Windenergie beschäftigt. Seine Fraktion treibt aktuell das Szenario eines so genannten Blackouts – eines Totalausfalls – um und richtet eine entsprechende Anfrage an Bürgermeister Henning Gronau. Konkret will die Wählergemeinschaft wissen, ob und wie die Gemeinde vorbereitet ist. „Angespornt durch Gespräche und die verschiedenen Berichte in der jüngsten Zeit zum geplanten Ausbau der Windenergie im heimischen Raum, habe ich mir die Frage gestellt, was passiert, sollte diese Energie plötzlich nicht zur Verfügung stehen? Der Ausfall der regenerativen Energieerzeugung wird ja bekanntlich als Blackout bezeichnet. Leider wird dieses Thema öffentlich kaum diskutiert, obwohl erhebliche Einschränkungen und Gefahren für das Land damit verbunden sind. Warum das so ist, darüber möge sich jeder selbst seine Gedanken machen“, heißt es in der Anfrage einleitend.

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Konventionelle Kraftwerke als Bach-up-Lösung

Sehr nachdenklich stimme ihn, so Matthias Althaus, die Einschätzung für einen aktuellen Strombedarf von rund 80 Gigawatt, der absolut zuverlässig und jederzeit zur Verfügung stehen müsse, um die sogenannte Netzsicherheit zu gewährleisten. Durch weiter steigende E-Mobilität und wegfallende Wärmegewinnung durch Öl werde künftig sogar mit 120 Gigawatt gesicherter Mindestversorgung kalkuliert. Durch Wind und Sonne werde zeitweise jedoch nicht mal ein Gigawatt bereitgestellt. Deshalb stellt die UWG fest: „Wie da die Netzsicherheit gewährleistet werden soll, bleibt offen. Bislang, und wohl auch noch für lange Zeit, müssen dazu eben doch konventionelle Kraftwerke völlig unwirtschaftlich als Back-up-Lösung parallel betrieben werden.“

UWG Erndtebrück macht sich Gedanken über umweltschonende Energieerzeugung

Besonders bedenklich, um nicht die Worte fahrlässig oder unverantwortlich benutzen zu müssen, sieht der UWG-Fraktionssprecher allerdings die Dementis des Bundeswirtschaftsministeriums. Demnach gebe es ja keine Versorgungsengpässe. Noch fataler sei der Vorschlag des Ministeriums, bei Engpässen in der regenerativen Versorgung den Kunden den Strom abzuschalten. Denn: „Man bräuchte sich solche Gedanken nicht zu machen, würden damit die Bedenken zu einem Blackout nicht explizit bestätigt. Der Vorschlag wurde nach Protesten zwar vorerst zurückgezogen, vom Tisch ist er damit noch längst nicht. Die Szenarien, die vom Wirtschaftsministerium ja nicht grundlos durchgespielt wurden, offenbaren eben doch, in welche Gefahr wir gebracht werden, sollte über einen längeren Zeitraum das Land ohne ausreichende Stromversorgung bleiben. Ebenfalls sehr bedenklich finde ich daher die bewusste Verschleierung der selbst herbeigeführten Gefährdung der Bevölkerung durch die Energiepolitik der vergangenen Jahrzehnte.“

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Fragen an Bürgermeister Henning Gronau

Die UWG setzt sich nicht dem Verdacht aus, gedanklich völlig falsch unterwegs zu sein: „Wir müssen uns Gedanken über eine umweltschonende Energieerzeugung machen, gar keine Frage. Aber durch den brutalen Ausstieg aus der konventionellen Energieerzeugung in Deutschland werden wir das Weltklima nicht retten. So lange weltweit mehr Energie verbrannt wird als je zuvor, wird sich nichts ändern. Das einzige, was wir mit einem vorschnellen Ausstieg erreichen, ist eine latente Gefährdung der nationalen Energieversorgung und eine nicht zu unterschätzende Gefährdung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“ Folgender Fragenkatalog ist an Bürgermeister Henning Gronau adressiert:

  • Wie ist die Gemeinde Erndtebrück vorbereitet?
  • Welche Maßnahmen sind vorgesehen, sollte Erndtebrück von einem länger andauernden Stromausfall getroffen werden?
  • Gibt es für solch einen Fall Vorbereitungen oder Notfallpläne?
  • Wie kann dann zum Beispiel die Wasserversorgung gewährleistet werden?
  • Wie sollen Kindergärten und Schulen weiter betrieben werden?
  • Wie soll die öffentliche Sicherheit bei Dunkelheit gewährleistet werden?
Zumal die UWG zu folgendem Fazit kommt: „Mit dem Notstromaggregat der Kläranlage werden wir da kaum gerüstet sein.“

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