Ilona Brücher-Sztrana sammelt Hygienepakete
Hilfe für Lesbos aus dem Westerwald

Im Winter regnete es auf Lesbos regelmäßig, das Lager versinkt deshalb immer wieder im Schlamm.
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  • Im Winter regnete es auf Lesbos regelmäßig, das Lager versinkt deshalb immer wieder im Schlamm.
  • Foto: Silas Zindel/EuroRelief/privat
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sz Liebenscheid. Während das Elend der Geflüchteten auf Lesbos hierzulande aus dem Fokus geraten ist, besteht es auf der griechischen Insel doch unvermindert weiter. Ein Zustand, den die Evangelischen Kirchengemeinden Rabenscheid, Liebenscheid und Stein-Neukirch nicht hinnehmen wollen.
Unterstützt von Pfarrer Eckhard Schmitt und dem Kirchenvorstand sammelt Ilona Brücher-Sztrana seit rund vier Monaten Hygienepakete mit Seife, Zahnbürsten, Kämmen und Windeln für die Hilfsorganisation Global Aid Network (GAiN) und fährt sie selbst zu Sammelstationen oder zum Standort der Organisation in Gießen. GAiN leistet seit mehreren Jahren humanitäre Hilfe auf Lesbos.

7000 Geflüchtete, darunter über 2000 Kinder

Knapp 7000 Geflüchtete leben derzeit im temporären Flüchtlingslager auf der griechischen Insel, darunter mehr als 2000 Kinder. Die Unterstützung im oberen Westerwald ist groß, sagt Ilona Brücher-Sztrana. So hat unter anderem die Frauenstunde der Kirchengemeinden Rabenscheid und Liebenscheid einen Betrag von 500 Euro gesammelt und zur Hilfe für Lesbos zur Verfügung gestellt. Brücher-Sztrana liegt die Hilfe für Lesbos aus persönlichen Gründen besonders am Herzen. Ihre Tochter Verena Sztrana war Anfang 2019 als freiwillige Helferin im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Deren Schilderungen des dortigen Elends lassen die evangelische Christin seither nicht los: „Auch wenn wir keinen direkten Einfluss darauf haben, dass solche Flüchtlingslager überflüssig werden, möchten wir doch wenigstens mit unseren bescheidenen Mitteln das Leben der Menschen dort verbessern und ihnen Hilfe schicken. Die Geld- und Sachspenden sollen den Geflüchteten zeigen, dass sie nicht vergessen sind.“

Lager versinkt immer wieder im Schlamm

Das ursprüngliche Camp Moria auf Lesbos war im September des vergangenen Jahres abgebrannt, die rund 13.000 Bewohner lebten ohne Obdach neben dem Camp oder auf der Straße. Nun gibt es seit einigen Monaten ein neues Lager auf Lesbos, das von den Bewohnern Mavrovouni oder Kara Tepe genannt wird. Das Lager befindet sich auf einem ehemaligen Militärgelände. Es besteht aus Zelten, die das Uno-Flüchtlingshilfswerk beschafft hat.
Im Winter regnete es auf Lesbos regelmäßig, das Lager versinkt deshalb immer wieder im Schlamm. Durch die Lage des neuen Lagers am Strand bläst der Wind vom Meer her heftig hindurch, weil das Gelände so flach ist. Der Wind pfeift dann durch die Zelte und die Menschen frieren. Viele Non Profit Organisationen (NGOs) vor Ort nennen das Camp „Moria 2.0“. Es gibt zu wenige Duschen, zu wenige Toiletten, der Strom fällt oft aus, das Essen ist schlecht. Die Hilfsorganisationen berichten von traumatisierten Mädchen und Jungen, die sich aus Verzweiflung die Haare ausreißen und sich selbst verletzen.
Hygienepakete nimmt die Evangelische Kirchengemeinde Rabenscheid weiter entgegen. Kontakt: Ilona Brücher-Sztrana, E-Mail: ilona-sztrana@web.de, Telefon: (02777) 472.

Im Winter regnete es auf Lesbos regelmäßig, das Lager versinkt deshalb immer wieder im Schlamm.
 Ilona Brücher-Sztrana fährt Hygienepakete zur GAiN-Sammelstelle.
Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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