Outlet-Center Montabaur
Im Westerwaldkreis ist Shopping – unter Corona-Auflagen – wieder möglich

Das Geschäft eines großen Sportartikelherstellers hat an diesem Tag die „Pole Position“ inne. Es ist der einzige Laden, vor dem sich eine lange Schlange von Wartenden gebildet hat, die geduldig ihres Einlasses harren.
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  • Das Geschäft eines großen Sportartikelherstellers hat an diesem Tag die „Pole Position“ inne. Es ist der einzige Laden, vor dem sich eine lange Schlange von Wartenden gebildet hat, die geduldig ihres Einlasses harren.
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

dach Montabaur. Endlich wieder shoppen! Das war am Montag die Devise im Westerwaldkreis. Denn dort darf der Einzelhandel nun wieder die Türen aufsperren. Mainz hatte sich zu diesem landesweiten Schritt entschlossen, da die Inzidenz seit Tagen unter der magischen Marke von 50 liegt. Und – vielleicht nicht ganz außer acht zu lassen – schließlich sind am kommenden Sonntag Landtagswahlen … Für den Kreis Altenkirchen gilt dies, wie berichtet, aber nicht. Hier müssen sich die Bürger sogar nach wie vor an eine „verschärfte Verordnung“ halten, samt geschlossenen Grundschulen und einer Ausgangssperre ab 21 Uhr. Das tut dem Einkaufsvergnügen in der kommunalen Nachbarschaft allerdings keinen Abbruch. Die SZ hat stellvertretend im Outlet-Center in Montabaur vorbeigeschaut und sich einen Eindruck verschafft. Nun, von einem exorbitanten Run auf die Geschäfte kann am ersten gelockerten Tag nicht gerade die Rede sein. Normalerweise herrscht im „Montabaur The Style Outlets“, wie es offiziell heißt, wesentlich mehr Betrieb. Aber immerhin: Es werden die ersten prall gefüllten Tüten aus dem Geschäften Richtung Parkplatz geschleppt.

Andrang im Outlet-Center Montabaur "sehr angenehm"

Den überschaubaren Andrang findet eine der Kundinnen „sehr angenehm“. Ihr Begleiter meint, es sei befreiend, endlich wieder Artikel „in echt“ auszusuchen: „Einfach das Gefühl wieder zu haben.“ Ein älterer Herr, der heute samt Gattin, Tochter und Schwiegersohn zum Center gekommen ist, kommentiert die Öffnung der Geschäfte so: „Gott sei Dank!“
In der Tat, die allermeisten Läden lassen bereits wieder Kunden herein, wenn auch unter Auflagen (begrenzte Anzahl, Maske, Abstand). Für einige wenige Boutiquen kommt der Ruf aus Mainz am Freitag aber offenbar zu früh. Ein Jeanshersteller etwa hat einen Zettel im Schaufenster: Hier geht es am Dienstag wieder los. Das Geschäft eines großen Sportartikelherstellers hat an diesem Tag die „Pole Position“ inne. Es ist der einzige Laden, vor dem sich eine lange Schlange von Wartenden gebildet hat, die geduldig ihres Einlasses harren. Und das bleibt den gesamten Nachmittag über so.

Kein Verzehr von Speisen auf dem Gelände

Die Gastro-Betriebe müssen derweil noch verordnungsbedingt passen. Lediglich die Filiale einer US-amerikanischen Kaffeekette verkauft Snacks und Erfrischungen „to go“. Doch hier gilt die Devise: Verzehr nicht auf dem Gelände des Outlet-Centers. Ebenso wenig darf man sich hier an einem Glimmstengel gütlich tun. Denn beides bedingt logischerweise, dazu den Mund-Nasen-Schutz abzusetzen. Die Security ist auf Zack, weist die Kunden, die gegen diese Regeln verstoßen, höflich darauf hin.
Die Geschäfte haben sich so gut es geht gerüstet. Wer hat, benutzt beide Türen des Ladenlokals, eine als Eingang, die andere zum Verlassen des kleinen Konsumtempels. Jeder hat sein eigenes System, um die Anzahl der Kunden zu erfassen, sei es mit Kleiderbügeln oder mit Einkaufskörben. An jeder Tür stehen Desinfektionsspender bereit. Die Kunden sind diszipliniert. Die Stimmung in den Läden ist erstaunlich entspannt. „Wie schon in den Monaten vor dem Lockdown, gehen die Besucherinnen und Besucher sehr verständnisvoll und kooperativ mit der Situation um“, lässt sich Sebastian Sommer, Geschäftsführer des Betreiber-Unternehmens NEINVER Deutschland, zitieren. Man habe „ein funktionierendes Konzept erarbeitet, das die Einhaltung strengster Hygienestandards und sozialer Abstandsregeln gewährleistet“.

"Es ist gut, dass man wieder raus darf"

Das trifft offenbar den Geschmack vieler Menschen. „Es ist gut, dass man wieder raus darf“, sagt denn auch eine junge Frau, die heute „die Läden ein bisschen unterstützen“ will. Das ist ihr, mit Blick auf die gefüllten Einkaufstaschen links und rechts, bereits prächtig gelungen.
„Da will ich noch hin“, sagt ein kleines Mädchen und zieht ihre Mama in Richtung einer Eingangstür. „Nee, komm’“, entgegnet die Mutter, „jetzt fahren wir nach Hause, wir sind lange genug unterwegs. Wir wollten eigentlich nur Schuhe kaufen …“ Dabei ist es nicht geblieben.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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