Komplettes Wohnhaus für Katzen
Katzenhilfe Westerwald saniert für 115.000 Euro

Der Verein, hier Sylvia Schmidt (l.) und Yvonne Frank mit einem der derzeit rund 30 Schützlinge, freut sich, dass die Finanzierung steht.
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  • Der Verein, hier Sylvia Schmidt (l.) und Yvonne Frank mit einem der derzeit rund 30 Schützlinge, freut sich, dass die Finanzierung steht.
  • Foto: Nadine Buderath
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nb Bad Marienberg. Reichlich Kratz- und Schlafgelegenheiten und weiche Höhlen für Ruhesuchende: Das große „Wohnzimmer“ des Tierheims der Katzenhilfe Westerwald bietet den Stubentigern einiges. Aber: Es ist eines der Zimmer der Einrichtung, an denen stark der Zahn der Zeit genagt hat und die einer dringenden Sanierung bedürfen. Und genau das wird wird nun auch geschehen.
2003 hat die Katzenhilfe ihre Arbeit aufgenommen, und seitdem gibt es auch das Tierheim im Bad Marienberger Stadtteil Langenbach. Hier finden Fund- und Abgabetiere ein Bleibe, bis sie vermittelt werden. Vermittelt wird dabei nicht nur in der Region Bad Marienberg, sondern auch z. B. nach Betzdorf und Siegen sowie in den Koblenzer Raum.

Katzen wohnen im ganzen Haus

Zunächst ist man nur mit wenigen Zimmern gestartet – damals war das Obergeschoss des Gebäudes noch eine Wohnung –, aber nach und nach kamen immer mehr Räume hinzu und schließlich hat die Katzenhilfe das komplette Wohnhaus übernommen. Die obere Etage, rund 80 Quadratmeter, ist bereits vor einiger Zeit komplett saniert worden. Dort finden sich unter anderem das Büro, ein Behandlungsraum, eine Quarantänestation und ein Zimmer für Muttertiere mit ihren Welpen.
Unten steht den Katzen ein heller Wintergarten und ein Freigehege zu Verfügung – beide sind neueren Datums und gut in Schuss.

Im Keller wütet der Holzwurm

„Ran“ muss die Katzenhilfe aber eben an die Innenräume und – das ist das größte Sorgenkind – den Keller. Überhaupt sei der Keller der Raum, der das Gesamtprojekt Sanierung ins Rollen gebracht habe, wie Sylvia Schmidt beim Rundgang erläutert. Die Kassenwartin des Vereins zeigt den niedrigen, modrigen Keller, in dem mehrere Stützpfosten aus Metall deutlich auf das Problem hinweisen. Die hölzernen Deckenbalken sind vom Holzwurm befallen und marode. Dadurch hängt wiederum der Boden des darüberliegenden „Wohnzimmers“ durch. Schon länger befürchten die „Katzenhelfer“, dass irgendwann das ganze Haus zusammensacken könnte.
Deshalb jetzt der Sanierungsrundumschlag. Der Keller wird komplett verfüllt und in den Erdgeschossräumen wird unter anderem der Estrich erneuert, die Wände neu gestrichen bzw. gefliest und die hölzernen Einzelboxen durch solche aus Aluminium ersetzt, die sehr viel besser sauber gehalten werden können. Außerdem werden Teile des Erdgeschosses umstrukturiert. So wird der Futtermittelraum umziehen und statt der steilen, alten Treppe ist ein neues Exemplar aus Metall vorgesehen.

Zu viel Geld für den kleinen Verein

Das alles kostet natürlich Geld, viel Geld. Rund 115.000 Euro Nettobaukosten sind veranschlagt. Eine Summe, die für den kleinen Verein nicht zu stemmen wäre. Deshalb haben die Verantwortlichen um Fördergelder beim rheinland-pfälzischen Umweltministerium beworben – und kürzlich kam die frohe Kunde aus Mainz: Der Katzenhilfe Westerwald wurden knapp 58.300 bewilligt.
Doch damit nicht genug. Weitere rund 50.000 Euro steuert die Else-Schütz-Stiftung gGmbH aus Montabaur bei.
Entsprechend groß ist die Freude und Erleichterung beim Katzenhilfe-Team, das fast ausschließlich aus Ehrenamtlern besteht. „Wir wissen eigentlich gar nicht, wie uns geschieht“, so Sylvia Schmidt. „Das läuft und läuft, das ist unfassbar.“

Baumaßnahme kann starten

Es sei unheimlich beruhigend, dass die Finanzierung stehe, und da für den Förderantrag Angebote für alle Gewerke vorliege mussten, kann der Startschuss für die Maßnahme im Grunde jederzeit erfolgen. „Wenn die Firmen sagen, es kann losgehen, geht es los“, so Schmidt.
Rund drei Monate, so das Ministerium, werden die Arbeiten dauern, die nicht nur Schönheits- und Sicherheitsaspekten dienen, sondern auch gesetzlichen Hygienevorgaben.
Von all den Planungen ahnen die Vierbeiner derweil nichts. Sie haben, was sie glücklich macht: einen Schlafplatz, Kratzbäume und immer wieder freundliche Streichelhände.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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