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Zeichner Matthias Kringe aus Herzhausen legt 40. Dilldappen-Kalender vor
Alte Bekannte mit Hörnchen

Seit mittlerweile 40 Jahren zeichnet Matthias Kringe den Dilldappen-Kalender mit den Geschichten rund um die sagenhaften „Nashornhamster“.
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  • Seit mittlerweile 40 Jahren zeichnet Matthias Kringe den Dilldappen-Kalender mit den Geschichten rund um die sagenhaften „Nashornhamster“.
  • Foto: Axel Williams
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

axe Herzhausen. Er ist einer der größten Förderer der heimischen Mundart und hat die schärfste Federklinge seit „Wolverine“ aus dem Universum des Comic-Verlags Marvel: der Herzhausener Matthias Kringe, beruflich Lehrer, dazu Comiczeichner und Heimatkundler, der mit seinen phantastischen Dilldappen hierzulande, weit über das Netpherland hinaus, für Furore sorgte und sorgt.
Seit mittlerweile 40 Jahren zeichnet Matthias Kringe den Dilldappen-Kalender mit den Geschichten rund um die sagenhaften „Nashornhamster“, die den überraschten Bauern die allerliebste Feldfrucht, die Kartoffel, begierig vom Feld „hinwegernten“, und wenn man nach Matthias Kringe geht, geschieht das auf Leihbasis.

axe Herzhausen. Er ist einer der größten Förderer der heimischen Mundart und hat die schärfste Federklinge seit „Wolverine“ aus dem Universum des Comic-Verlags Marvel: der Herzhausener Matthias Kringe, beruflich Lehrer, dazu Comiczeichner und Heimatkundler, der mit seinen phantastischen Dilldappen hierzulande, weit über das Netpherland hinaus, für Furore sorgte und sorgt.
Seit mittlerweile 40 Jahren zeichnet Matthias Kringe den Dilldappen-Kalender mit den Geschichten rund um die sagenhaften „Nashornhamster“, die den überraschten Bauern die allerliebste Feldfrucht, die Kartoffel, begierig vom Feld „hinwegernten“, und wenn man nach Matthias Kringe geht, geschieht das auf Leihbasis. Aber – und das ist wichtig – die Protagonisten mit Hörnchen auf der Nase lassen das liebenswert und mit viel Humor auf Siegerländer und Wittgensteiner Platt geschehen, mit korrekter Übersetzung für Menschen ohne Mundart-Hintergrund, und natürlich für Auswärtige!

Immer wieder was Neues ausprobiert

Auf seine Lieblingskalender aus den 40 Jahren angesprochen, hat Dilldappen-Erfinder eine klare Antwort parat: „Das sind die Kalender, wo ich mal was Neues ausprobiert habe: entweder Farbseiten (die ersten wurden noch mit Buntsstiftfarben koloriert), die Stammbäume der Dilldappen oder die Kalender, in denen ich neue Charaktere eingeführt habe. Beispielsweise den Anführer und den Schamanen des Neandertal-Clans, Lützi und Düzzi im 2000er. In diesem habe ich auch den Mehrteiler von der legendären ,Schnuus‘ veröffentlicht, der Räuberanführerin aus Dreisbe, die in meiner Version auffallende Ähnlichkeit mit Xena, der Kriegerprinzessin, hatte. Oder der Kalender von 2008, der erstmalig vollständig zweisprachig erschien. Vorher mussten die Leser immer hinten im Kalender die Übersetzung ins Hochdeutsche nachschlagen. Ab dann waren die Kalenderblätter zweiseitig bedruckt; ein sehr erfolgreiches Konzept, das ich bis heute beibehalten habe.“

Dilldappen pflanzen im November eine Birke

„Hällob zogepaggd!“ heißt es im Novemberblatt, das die Dilldappen beim Einpflanzen einer Birke in einer hierzulande so betrüblich-bekannten, vom Borkenkäfer zerstörten Waldlandschaft zeigt – samt mithelfenden Kohl- und Blaumeisen. Dieses positive Motiv zeigt auch das Deckblatt des 2022er Dilldappen-Kalenders (u. a. erhältlich in der Geschäftsstelle der Siegener Zeitung am Obergraben in Siegen).

Neue Freiflächen in zwei Motiven aufgegriffen

Matthias Kringe hat die Forstarbeiten mit wachem Blick verfolgt. „Mit den allgegenwärtigen Forstarbeitern kam ich schon in Kontakt. Aber deren Maschinen geht man natürlich weiträumig aus dem Weg, wenn man täglich neue Ausweichwege suchen muss.“ Kringe weiter: „Die neuentstandenen Freiflächen habe ich in zwei Plakatmotiven aufgegriffen: In einem sogenannten ,Vintage Travel Poster’ nach Vorlage der klassischen Reiseplakate des frühen 20. Jahrhunderts, das hier das ,Land of the Totem Poles’ in der Nähe von ,Rocker‘s Field’ (Ruckersfeld, d. Red.) bewirbt. Inspiration der Totempfähle sind die einzelnen kahlen, entasteten Fichtenstämme, die hier und da als Ansitze für Greifvögel stehengelassen werden und die es natürlich nicht nur in Ruckersfeld gibt."

Totempfahl als Mahnmal

"Mein Totempfahl ist ein Mahnmal für einen zerstörten Lebensraum für Eichel- und Tannenhäher, alle Arten von Käuzen, von Spechten und Eichhörnchen. Oft wird mitleidslos gesagt, dass die toten Fichten ja sowieso nur wirtschaftliche Monokulturen waren, aber trotzdem haben die grünen, schattigen Fichtenwälder jahrzehntelang unser Heimatbild mitgeprägt und natürlich auch Lebens- und Erholungsraum geboten. Es tröstet mich etwas, dass wir oft im vergangenen Sommer schon eine Fülle von Pionierstauden beobachten konnten, die eine bunte, vielbesuchte Schmetterlingsweide wurde.“

Anlehnung an Flaggenhissung von Iwojima

Das zweite Plakatmotiv sei natürlich an die Bildikone der Flaggenhissung auf Iwojima (das bronzene Kriegerdenkmal „US Marine Corps War Memorial“ bei Washington, d. Red.) angelehnt. „Es ging mir dabei nur um die bekannte Pose, die vor mir schon für ungezählte Zitate und Parodien kopiert wurde. Und den Dilldappen geht es natürlich um die schnelle Wiederherstellung einer lebendigen Ökologie, eine unterstützte Naturverjüngung, wie der Förster sagen würde.“

Es wird Zeit für einen Comic!

Viele der über die Jahrzehnte liebevoll erdachten wie gezeichneten Figuren aus der Dilldappen-Welt können natürlich nicht in jedem Kalender vorkommen, dafür ist auf zwölf Blättern nicht genügend Platz. Aber warum macht es der Herzhausener Zeichner nicht wie andere Comic-Autoren und lässt ein 48-seitiges Dilldappen-Abenteuer erstehen – mit Raum für sagenhafte Geschichten, wie es die Comic-Fans international von Asterix oder Lucky Luke kennen? „Wird langsam Zeit!“, antwortet Matthias Kringe so lakonisch wie vielsagend.

Seit mittlerweile 40 Jahren zeichnet Matthias Kringe den Dilldappen-Kalender mit den Geschichten rund um die sagenhaften „Nashornhamster“.
Ein Totempfahl in der Nähe von Roggrschfeld (Ruckersfeld). In der 2022er Ausgabe seines Dilldappen-Kalenders will Matthias Kringe an den zerstörten Lebensraum vieler Tierarten erinnern, woran der Borkenkäfer schuld ist. Kringes Stil erinnert hier an ein klassisches Reiseplakat des frühen 20. Jahrhunderts.
Autor:

Redaktion Kultur

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