SZ

Qulturwerkstatt plant Treffpunkt „Q“ im Ortskern von Deuz
Eine "Keimzelle" für viel Kultur

So ist das „Q“ geplant, der neue Ort für den Netphener Verein „Qulturwerkstatt“ in Deuz. Derzeit läuft für den vom Land für sein Vorhaben geförderten Verein die Konzeptphase.
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  • So ist das „Q“ geplant, der neue Ort für den Netphener Verein „Qulturwerkstatt“ in Deuz. Derzeit läuft für den vom Land für sein Vorhaben geförderten Verein die Konzeptphase.
  • Foto: Julia Jörke/Jörke Design
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pebe Deuz. Corona verändert alles. Ursprünglich war ein Treffen der Siegener Zeitung mit Stefan Bünnig vom Verein „Qulturwerkstatt“ in Deuz vor Ort in der zukünftigen neuen Bleibe an der Zaunstraße geplant, aber das Virus zwang zum Ausweichen: in die Videotelefonie. Die technischen Möglichkeiten sind in Zeiten wie diesen ein kleiner Segen und ermöglichen viel versetzte Normalität neben der Einschränkung – eine wichtige Erkenntnis, denn genau darum geht es auch der „Qulturwerkstatt“. „Kultur“, sagt Stefan Bünnig, „kann gerade in dieser Situation viel leisten, auch Soziales.

pebe Deuz. Corona verändert alles. Ursprünglich war ein Treffen der Siegener Zeitung mit Stefan Bünnig vom Verein „Qulturwerkstatt“ in Deuz vor Ort in der zukünftigen neuen Bleibe an der Zaunstraße geplant, aber das Virus zwang zum Ausweichen: in die Videotelefonie. Die technischen Möglichkeiten sind in Zeiten wie diesen ein kleiner Segen und ermöglichen viel versetzte Normalität neben der Einschränkung – eine wichtige Erkenntnis, denn genau darum geht es auch der „Qulturwerkstatt“. „Kultur“, sagt Stefan Bünnig, „kann gerade in dieser Situation viel leisten, auch Soziales.“

Virtueller Rundgang durch Gebäude "Q"

Ein ehemaliges Büro und ein Holzlager, im Geschoss darüber eine nicht genutzte Wohnung mit großer Wohnküche und Kaminzimmer werden dem Verein zur Verfügung stehen, zeigt Bünnig beim fast virtuellen Rundgang durch das Gebäude. „Q“ soll das neue kleine Zentrum im Zentrum von Deuz heißen. Derzeit befinden sich die Vereinsmitglieder in der Konzepterarbeitung – dafür haben sie vom Land NRW, wie berichtet, eine Förderung für „Dritte Orte“ von 50 000 Euro bekommen.

Förderung für "Dritte Orte"

„Dritte Orte“ sind laut Kultur- und Wissenschaftsministerium „Wohnzimmer für die Kultur und kreative Gestaltungsräume, mit Programm und Profil, mit Raum für zufällige Begegnungen, mit spartenübergreifenden Kooperationen, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort“.
„Wir müssen klein anfangen“, erläutert der Vereinsvorstand Bünnig die Ziele, die der Verein (derzeit 69 Mitglieder) sich gesteckt hat. Angefangen hatte alles 2019, wie berichtet, im Wohnzimmerformat, aber nun werden die Schritte größer. Der Verein sehe seine kulturelle Aufgabe im Sinne der „Dritten Orte“, an denen Menschen im ländlichen Raum die Möglichkeit zur Begegnung mit Kunst und Kultur ortsnah bekommen sollen. Dabei sei die Kultur weitgefasst, es gehe nicht nur um Künstlerisches im engeren Sinne, sondern auch um Handwerk und gemeinsame Betätigung, Körper- und Selbsterfahrung, Treffen und Teilhabe.

"Kaminzimmer" will bewegen

Das ehemalige Büro solle als „Werkstattcafé“ das Herz des „Dritten Ortes“ in Deuz werden, wo sich Nutzer und Formate treffen könnten, erläutert Bünnig, es solle in der Woche geöffnet haben. Ein großer Raum, das Holzlager, werde die eigentliche „Qulturwerkstatt“, in der Handwerk und Kreativität Hand in Hand gehen, eine kleine Bühne mit der entsprechenden Licht- und Tontechnik für rund 80 Besucher soll entstehen. In der nicht genutzten Wohnung darüber – ein Rundblick über den Ortskern ist garantiert, wie ein 360-Grad-Schwenk mit der Smartphone-Kamera zeigt – könnten Kurse für gemeinsames, am liebsten interkulturell geprägtes Kochen stattfinden. Im „Kaminzimmer“ soll es „Bewegungsangebote für Körper und Geist“ geben.

Bewerben für die zweite Förderphase

Viel zu überlegen haben die Aktiven des Vereins, wenn ihr „Q“ Wirklichkeit werden soll. Viel Arbeit, vor allem auch die nötige „Muskelhypothek“ bei einem späteren Um- und Ausbau, liegt vor ihnen.
Im Sommer will sich der Verein um die zweite Förderphase bewerben – hier gibt das Land für einzelne Projekte maximal 450 000 Euro in drei Jahren, die sich auf verschiedene Aspekte beziehen, von der Anschubfinanzierung im Personalbereich über kleinere Baumaßnahmen oder Innenausbau bis hin zur Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Sollte das Projekt gefördert werden, dann müsste der Verein immer noch eine höhere fünfstellige Summe selbst stemmen, sich also auch nach weiteren Finanzierungsquellen umschauen.

"Qomplizen" gesucht

Die „Qulturwerkstatt“ setze auf Vernetzung, betont Bünnig, gewissermaßen auf eine „Qomplizenschaft“, wobei er sich auf den umgewerteten Begriff der „Komplizenschaft“ der Sozialwissenschaftlerin Gesa Ziemer bezieht, die darin viele kreative Formen einer Kooperation und Vernetzung bei Handelnden aus Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft sieht.Ein Tag der offenen Tür in Deuz, der mögliche „Qomplizen“ zusammenführen und einen provisorischen Blick in die Zukunft werfen sollte, musste dem Coronavirus weichen. Dennoch könnten sich Interessierte über die Homepage des Vereins an diesen wenden und über die „Qomplizenschaft“ informieren, betont Bünnig. Die „Qulturwerkstatt“, meint er zum Schluss, solle eine „Keimzelle“ für die „kulturelle, soziale und nachhaltige Entwicklung für Netphen und darüber hinaus“ werden und zugleich ein intergenerativer Ort mit Schwerpunkt auf Familie, Kindern und Jugendlichen.

Positives vermitteln

In diesem Sinne wolle man auch dem Coronavirus etwas entgegensetzen: Wer soziale Ideen habe, wie in diesen Zeiten Gemeinschaft gehalten und Positives vermittelt werden kann – vom Ständchen online bis zu Bastel- oder kreativen Ideen für die Zeit zu Hause, kann sich auch bei der „Qulturwerkstatt“ melden.

So ist das „Q“ geplant, der neue Ort für den Netphener Verein „Qulturwerkstatt“ in Deuz. Derzeit läuft für den vom Land für sein Vorhaben geförderten Verein die Konzeptphase.
Stefan Bünnig sprach für den Verein „Qulturwerkstatt“ mit der SZ über die Pläne des Vereins im Deuzer Zentrum.
Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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