Fotodoppelausstellung "Thirty Names of Grey // Gold" von Stefan Bünnig
Flüchtiges Gold, farbiges Grau

Stefan Bünnig beim Hängen der Bilder für seine Fotodoppelausstellung „Thirty Names of Grey // Gold“, die bis zum 15. November zu sehen ist.
  • Stefan Bünnig beim Hängen der Bilder für seine Fotodoppelausstellung „Thirty Names of Grey // Gold“, die bis zum 15. November zu sehen ist.
  • Foto: Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

pebe Netphen. Ist das ein Grau oder schon (oder noch?) ein Blau? Ist das ein Aquarell oder doch ein Airbrush-Bild? Ist das ein Blick durchs Mikroskop oder ein Foto aus einem Windkanal? Und: Wie golden kann ein Gelb doch sein, wenn ihm in einem Ausschnitt der nötige Raum zur Entfaltung gegeben wird! Irritierend anders, aber auch irritierend ästhetisch wirken die Fotografien von Wolken und die Einsichten ins Gold auf und in Landschaften, die vom 30. September an im kleinen Sitzungssaal des Rathauses Netphen und im nahegelegenen Steuerbüro Friedrich zu sehen sind. Stefan Bünnig, Mitgründer der noch jungen Qulturwerkstatt in Netphen-Salchendorf, stellt sie unter dem Titel „Thirty Names of Grey // Gold“ bis zum 15. November im Rathaus aus, die Vernissage fand am Freitag statt.

"Viele Farben im Grau"

Er habe seine Kamera fast immer dabei, erzählt der Filmemacher im SZ-Gespräch über die Idee, die bewegten Formen aus Wassertröpfchen „festzuhalten“. Die meisten Fotos seien von seiner Wohnung in Salchendorf aus entstanden: „Irgendwann war da eine schöne Wolke, die habe ich fotografiert.“ Schnell wurde aus dem „Schnappschuss“ mehr als dies: Bünnig war fasziniert von den scheinbar unendlich vielen Graustufen, die sich an und in den Wolken zeigen. „Grau ist nicht gleich grau“, erklärt er, und in seiner Stimme schwingt jene Begeisterung mit, die sehr genaue Beobachter beim Beschreiben häufig haben. „Es gibt viele Farben im Grau und im Winter.“
Zwischen Herbst und Frühling ist auch das Meiste der gezeigten Fotoserie entstanden. „Es leuchten wenige Farben im Winter“, fährt er fort, aber dieses Leuchten habe ihm dann den häufigen Einsatz von Schiefer hierzulande erklärt: So könnten die Farben der Natur mehr strahlen, schmunzelt er. Und auch der verarbeitete Schiefer habe je nach Beleuchtung einen vielfältigen Reiz

Reiz des Augenblicks

„Jede Wolke, jedes Grau hat einen Namen“, sagt Bünnig bestimmt – deshalb auch der Ausstellungstitel, der eine ironische Anspielung auf den Filmtitel „Fifty Shades of Grey“ darstellt. Die Namen hätten sich beim Reflektieren der Bilder meist von selbst ergeben. „Billiges Goldgrau“ beispielsweise sei häufig zu sehen und nicht zu verwechseln mit dem viel flüchtigeren, kürzer erscheinenden „Rosagrau“. Und die Namen gehen ihm nicht aus: „Chaotisches Grau“ zeigt zerfaserte, wirre Kondens- und Wolkenstreifen, oder eine sog. Nebensonne, eine Halo-Erscheinung, leuchtet als „Buntgrau“ in den Spektralfarben. Die Vielfalt der Wolkenphänomene fasziniert, mehr und mehr kommt man ihrer feinen Farbigkeit auf die Spur – und will sie kennenlernen.
Ähnlich, aber mit anderem Blickwinkel, nimmt sich Bünnig auch das „flüchtige Gold“ des Herbstes vor. „Es legt sich auf Sträucher und Wälder, den dunklen Schiefer der Häuser, ja sogar auf die Straße“, heißt es in der Einladung zur Ausstellung. Fast unscheinbar die Motive, genaues Hinschauen ist nötig, Auch hier geht es um das Flüchtige im Alltag, den Reiz des Augenblicks, der länger dauern kann als das Phänomen selbst.

Interaktive Ausstellung mit Veranstaltungen

Die Ausstellung soll übrigens „interaktiv“ werden: In den sechs Wochen ihrer Dauer plant Stefan Bünnig einiges an Zusatzveranstaltungen, die sich von verschiedenen Seiten dem Thema „Wolken“ nähern sollen. Darunter ist ein Workshop mit den Klima-Welten aus Hilchenbach über die Farben und Formen der Wolken, auch eine Wolkenproduktion ist vorgesehen, es soll einen Workshop zum Thema „Wolkengedichte“ geben, und selbst an eigene Wolkenbilder der Besucher ist gedacht. Die Ergebnisse sollen während der Finissage am 15. November präsentiert werden. „Meine Hoffnung ist“, sagt Bünnig nachdenklich, „dass im besten Fall die Menschen aufmerksam werden und für einige Zeit ihre Sinne schärfen.“

Stefan Bünnig, „Thirty Names of Grey // Gold“,
Fotodoppelausstellung im Rathaus Netphen
und im Steuerbüro Friedrich,
Netphen, Amtsstr. 6 und Amtsstr. 1,
30. September bis 15. November,
jeweils zu den regulären Öffnungszeiten.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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