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Pro Musica Sacra: Jubiläumskonzerte mit Capella Cantabilis in Deuz und Siegen
„Fröhliche Weihnacht überall“

Pro Musica Sacra und die Capella Cantabilis gaben sich am Wochenende rundum festlich bei den beiden Jubiläumskonzerten in Deuz (im Bild) und Siegen.
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  • Pro Musica Sacra und die Capella Cantabilis gaben sich am Wochenende rundum festlich bei den beiden Jubiläumskonzerten in Deuz (im Bild) und Siegen.
  • Foto: Olaf Neopan Schwanke
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

ne Deuz/Siegen. Gleich zweimal hatten am Wochenende an Klangkunst Interessierte die Gelegenheit, das letzte der drei geplanten Jubiläumskonzerte (die SZ berichtete) der seit 40 Jahren bestehenden Blechblasformation Pro Musica Sacra (PMS) wahrzunehmen: Am Samstag spielte das zehnköpfige Ensemble in der ev. Kirche Deuz, am Sonntag wurde das feine Zusammenspiel von Chor und Instrumentalisten noch einmal in Siegens Nikolaikirche aufgeführt (der Rezensent besuchte das Deuzer Konzert).
Köstliche musikalische Erwartungen erfülltUnter dem Motto...

ne Deuz/Siegen. Gleich zweimal hatten am Wochenende an Klangkunst Interessierte die Gelegenheit, das letzte der drei geplanten Jubiläumskonzerte (die SZ berichtete) der seit 40 Jahren bestehenden Blechblasformation Pro Musica Sacra (PMS) wahrzunehmen: Am Samstag spielte das zehnköpfige Ensemble in der ev. Kirche Deuz, am Sonntag wurde das feine Zusammenspiel von Chor und Instrumentalisten noch einmal in Siegens Nikolaikirche aufgeführt (der Rezensent besuchte das Deuzer Konzert).

Köstliche musikalische Erwartungen erfüllt

Unter dem Motto „Fröhliche Weihnacht überall“, das sowohl bekanntes Liedtextzitat als auch ein unmissverständlicher Friedensappell ist, luden die neun Blechbläser und eine Blechbläserin Ute Debus, Kirchenmusikdirektorin, Universitätsdozentin und Kantorin, mit ihrem 1998 gegründeten Kammerchor Capella Cantabilis zur Zusammenarbeit ein, hatte man doch die vergangenen Jahre immer wieder und sehr erfolgreich zusammen konzertiert. Harmonisch geriet auch dieses fulminante Konzert: die Deuzer Kirche, voll bis unter die Gurtbögen des hellen Baus, das Kirchenschiff und die Emporen voll köstlicher musikalischer Erwartungen. Die, schon vorweggenommen, erfüllt wurden: Hohes Niveau der Instrumentalisten war garantiert, spielen die zehn doch auch und seit ihrer Jugend in anderen Ensembles, sind Musiklehrende oder komponieren und arrangieren selbst.

Mit Leidenschaft und spritziger Perfektion

Chronologisch aufgebaut, begann der musikalische Reigen in Renaissance und Barock, spielten PMS zum Beispiel ein strahlendes Magnifikat von Pachelbel, ein „Gabriel angelus locutus est“ des Renaissancemusikers Tiburtio Massaino von um 1600 und bekannte Weihnachtsklassiker von Michael Praetorius und Johann Crüger. Ute Debus‘ 27-köpfige Singgruppe antwortete mit drei Canticas von Johann Eccard, bevor stimmungsvoll interpretierte Kompositionen aus der Romantik (Max Reger, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy) den Bogen ins19. Jahrhundert schlugen. Ute Debus dirigierte wie stets mit Leidenschaft und spritziger Perfektion und hat mit der Capella einen griffigen Klangkörper zur Hand, namentlich die Bässe sind eine Bank und schaffen so viel Volumen, dass man sich einkuscheln könnte in zauberisch sonore Sicherheit.

27 musikalische Perlen in gut zwei Stunden

27 Programmpunkte – gut zwei Stunden ohne Pause präsentierten die beiden Ensembles musikalische Perlen, und sicher zählte der „Weihnachtstag“ von Gustav Holst zu den Spitzenstücken. „Christmas Day – A Fantasy On Old Carols“ ist eine selten gespielte und gehörte mehrsätzige Komposition des Tondichters der „Planeten“, die wunderbar geistreich Variationen alter Weihnachtslieder miteinander verknüpft: ein modernes Pasticcio voller Freude und Menschenliebe – und von Pro Musica Sacra mit glänzender Verve interpretiert. Schön auch die Ausflüge beider Ensembles in die Gegenwartsmusik: Eric Whitacres (Jahrgang 1970) „Lux aurumque“ und besonders die extrem gedehnte Version von „Es ist ein Ros entsprungen“ vom 1954 geborenen Jan Sandström gerieten zur summenden Klanglandschaft, verschoben Tonschichten zu einem flirrenden Hörerlebnis.

Kirche mit leuchtendem Posaunenschall erfüllt

Die Bläser konterten den Gegenwartsblock des Gastchores mit fröhlich-feinsinnigen Ausflügen in die internationale Weihnachtsmusik, spielten Schmissiges aus England, Katalonien und Polen und füllten die Kirche mit leuchtendem Posaunenschall. Schön auch die Idee, das Publikum einzubinden, mit gemeinsam zelebriertem Gesang, etwa einem „Quem pastores laudavere“ von Praetorius oder dem als Zugabe nach lange anhaltendem, stehendem Applaus gefeierten „O, du fröhliche“ mit allen und nach einem neuen Arrangement des Thomaskantors Georg Christoph Biller: eine rundum gelungene Geburtstagsfeier zum 40. mit bemerkenswerten Gästen und glücklich heimwärts strömenden Menschen.

Pro Musica Sacra und die Capella Cantabilis gaben sich am Wochenende rundum festlich bei den beiden Jubiläumskonzerten in Deuz (im Bild) und Siegen.
Pro Musica Sacra und die Capella Cantabilis gaben sich am Wochenende rundum festlich bei den beiden Jubiläumskonzerten in Deuz (im Bild) und Siegen.
Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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