SZ

„Duffel-Vergrabung“ für zukünftige Archäologie
Künstler deponiert in Deuz eine Bronze-Kartoffel

Ein wirklich schönes, äußerst kartoffeliges Bronzeexemplar einer Duffel! Es liegt jetzt am Einkaufszentrum Kälberhof in der Erde - für zukünftige Archäologen.
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  • Ein wirklich schönes, äußerst kartoffeliges Bronzeexemplar einer Duffel! Es liegt jetzt am Einkaufszentrum Kälberhof in der Erde - für zukünftige Archäologen.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Deuz. Schön ist sie, elegant in ihrer Einfachheit. Gewissermaßen leckere Funktion, zur Ästhetik erhoben: die Kartoffel! Ihr setzte am Mittwochnachmittag der Künstler Matthias Schamp ein besonderes Denkmal. Er versenkte ihr ehernes Abbild in Deuzer Erde. Zu dieser „Duffel-Vergrabung“ am Einkaufszentrum Kälberhof hatte die im Ort ansässige Qulturwerkstatt eingeladen. Denn Schamps 50 Zentimeter tiefer Eingriff ins Ortbild ist der Schlussstrich unter „Wanderspace@Netphen“, ein Kooperationsprojekt des jungen Kulturvereins und der Universität Siegen.

pebe Deuz. Schön ist sie, elegant in ihrer Einfachheit. Gewissermaßen leckere Funktion, zur Ästhetik erhoben: die Kartoffel! Ihr setzte am Mittwochnachmittag der Künstler Matthias Schamp ein besonderes Denkmal. Er versenkte ihr ehernes Abbild in Deuzer Erde. Zu dieser „Duffel-Vergrabung“ am Einkaufszentrum Kälberhof hatte die im Ort ansässige Qulturwerkstatt eingeladen. Denn Schamps 50 Zentimeter tiefer Eingriff ins Ortbild ist der Schlussstrich unter „Wanderspace@Netphen“, ein Kooperationsprojekt des jungen Kulturvereins und der Universität Siegen.

Qulturwerkstatt: "demokratischer Prozess"

„Mir geht es nicht darum, mich über Alltagskultur oder ,High Culture’ lustig zu machen“, sagte Schamp der SZ und zog den faustgroßen, noch unbefleckt glänzenden Bronzeguss einer Kartoffel aus der Tasche. Vielmehr wolle er erreichen, dass sich beide ineinander spiegeln könnten, um sich gegenseitig zu erhellen. So entstand auch die Kleinplastik erst, nachdem eine Kartoffel aus mehr als 30 Nominierten in einem „demokratischen Prozess“ einen Tag vor der Bundestagswahl im vorigen Herbst als „kartoffeligste“ ihrer Art auserkoren worden war, wie Stefan Bünnig von der Qulturwerkstatt erläuterte. Auf die Frage, was dies denn bedeute, meinte Schamp später, es sei ihm um die Kartoffel „an sich“ gegangen, nicht um Herzformen oder Engel-Ähnlichkeiten. Und diese hier sei „wunderschön mit einem Hauch von Gegenständlichkeit“, meinte er schmunzelnd.

Pommesbude als "archäologische Spielstätte"

Schamp verbindet mit seinem Projekt des „Mythos-Grills“ auf hintersinnige Weise Sichtweisen und Orte miteinander, seine „temporäre Pommesbude“, die in Netphen zu mehreren Kartoffel-Aktionen führte, sieht er zugleich als „archäologische Spielstätte“, wie er im Gespräch betonte – wobei die Archäologie eine Metapher für all das sein kann, was es im alltäglichen Leben „auszugraben“ und in seiner Besonderheit zu würdigen gilt.

Schamp: Muss auch "Eingrabungen" geben

Und neben Ausgrabungen müsse es eben auch „Eingrabungen“ geben – „als Beitrag für eine zukünftige Archäologie“, wie es in der Einladung zur Aktion hieß, die ebenso hintersinnig wie köstlich absurd erschien. Auf Rasenhöhe abgedeckt wird das zukünftige Fundstück mit einer Platte, die Auskunft über den Akt der Vergrabung gibt: „Hier wurde in gehöriger Tiefe als Beitrag zu einer umgekehrten Archäologie im Januar 2022 eine aus Bronze gegossene Kartoffel im Erdreich versenkt“, heißt es darauf.

Bürgermeister Wagener: "echte Symbolik"

Die künstlerisch-agrikulturelle Zukunftsarchäologie wollte sich auch Netphens Bürgermeister Paul Wagener nicht entgehen lassen, nachdem Künstler und Verein die Aktion ordnungsgemäß mit der Stadt abgesprochen hatten. Wagener machte im „formschönen Kunstwerk“ eine „echte Symbolik“ aus, die Geist und Ideenreichtum zeige.

Kooperation mit der Uni Siegen

Zufrieden zeigte sich Johanna Schwarz (Professorin für Kulturelle Bildung und künstlerische Strategien im öffentlichen Raum im Fach Kunst der Uni Siegen). Das Kooperationsprojekt, bei dem es um mobile Kunstorte in der Öffentlichkeit geht, sei schön und gelungen, befand sie, und sie freue sich über sein Finale mit dieser Aktion.

Ran an die Duffeln!
Ein wirklich schönes, äußerst kartoffeliges Bronzeexemplar einer Duffel! Es liegt jetzt am Einkaufszentrum Kälberhof in der Erde - für zukünftige Archäologen.
Die „Kartoffeligste“ – zu Kunst geworden mit Matthias Schamp und jetzt vergraben in Deuz.
Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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