SZ

ITS Industriebedarf Netphen nutzt Corona-Krise
5 Millionen Masken pro Monat

ITS mit Sitz in Netphen hat sich als Produzent medizinischer Masken einen Namen gemacht und expandiert weiter. Qualitätskontrolle spielt eine große Rolle. Spätestens im Sommer soll es auch FFP2-Masken „made in Siegerland“ geben.
3Bilder
  • ITS mit Sitz in Netphen hat sich als Produzent medizinischer Masken einen Namen gemacht und expandiert weiter. Qualitätskontrolle spielt eine große Rolle. Spätestens im Sommer soll es auch FFP2-Masken „made in Siegerland“ geben.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja Netphen. Alles andere als verstecken muss sich das junge Unternehmen ITS Industriebedarf an der Unteren Industriestraße in Netphen – wenn überhaupt, dann hinter den zigtausend medizinischen Masken, die seit September produziert, geprüft, verpackt und verkauft werden. Der Laden brummt – auch wenn Anfang des Jahres die FFP2-Debatten vorübergehend zum Stillstand führten. Aufträge wurden storniert, Otto Normalverbraucher war verunsichert. Doch diese Krise ist vorbei.
Die SZ berichtete im August über die Anlaufschwierigkeiten, mit denen Konrad...

nja Netphen. Alles andere als verstecken muss sich das junge Unternehmen ITS Industriebedarf an der Unteren Industriestraße in Netphen – wenn überhaupt, dann hinter den zigtausend medizinischen Masken, die seit September produziert, geprüft, verpackt und verkauft werden. Der Laden brummt – auch wenn Anfang des Jahres die FFP2-Debatten vorübergehend zum Stillstand führten. Aufträge wurden storniert, Otto Normalverbraucher war verunsichert. Doch diese Krise ist vorbei.
Die SZ berichtete im August über die Anlaufschwierigkeiten, mit denen Konrad Henkel und sein Team zu kämpfen hatten: Im Glauben an die von der Politik propagierte Planungssicherheit in Zeiten der Corona-Pandemie war man voller Tatendrang gestartet – dann aber prompt auf dem Alltags-Mund-Nase-Schutz sitzengeblieben, weil der Markt von chinesischer Konkurrenz übersättigt war.

Apotheken und Discounter kaufen die Masken aus Netphen

Im Herbst erhielt ITS mit der Zertifizierung die Erlaubnis, auch in die Produktion medizinischer Masken einzusteigen. Im Drei-Schichten-System werden nicht erst seit dem Verbot von Alltagsmasken Vlies, Ohrbändchen und Nasenclip – alles aus deutschen Landen – zu einem Virusschutz der Typen I, II und IIR vereint, die vor allem das Gegenüber mit einer 95- bzw. 98-prozentigen Sicherheit vor Viren und Bakterien versorgen. Zudem können sie bei festem Sitz auch den Träger der Maske vor Tröpfchen schützen, schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Zu den Kunden zählen neben Apotheken und Kliniken auch Großabnehmer wie ein Discounter, dessen Namen Henkel nicht verrät. Das blaue Firmenlogo aber ist bekannt. Pro Tag werden im Schnitt 160.000 bis 180.000 Exemplare hergestellt und verpackt. Das sind rund 5 Millionen im Monat. Kapazitäten für eine weitere Million gibt es. Das Team wuchs auf 90 Leute an, insbesondere Studenten. 80 Namen stehen auf der Warteliste. Die Verpackung soll alsbald weiter automatisiert werden. Der Preiskampf macht dies nötig.

Im Sommer sollen FFP2-Masken hergestellt werden

Spätestens im Sommer möchte ITS auch FFP2-Masken herstellen – die Vorbereitungen laufen bereits, die Zertifizierung dauere aber ihre Zeit. Dabei setzt er auch auf Exemplare mit Ventil für den Arbeitsmarkt. Bis dies anläuft, kauft er aus zwei deutschen Betrieben zu. Henkel selbst schwört auf die Schutzqualität der günstigeren medizinischen Masken. Für die FFP2-Atemschutzmasken spreche allerdings, „dass sie enger anliegen und nicht so einfach unter die Nase gezogen werden können“. Langzeitverträge bis Mitte des Jahres liegen vor, derzeit bewirbt sich Konrad Henkel bei Ausschreibungen der Bundesländer z. B. für die Ausstattung der Polizei. ITS möchte den Mund-Nase-Schutz qualitativ verbessern. So wird an angenehmeren Ohrbändchen „gefeilt“, auch die medizinischen Vliese sollen enger im Gesicht anliegen – und dann träumt Henkel noch von komplett kompostierbaren Masken. Sein Studium hat er mittlerweile geschmissen. Der junge Mann möchte das Unternehmen zukunftsfähig weiterentwickeln: „Der Bedarf ist da!“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen