Am schönsten zu Hause

Jetzt sind sie alle wieder vereint unter einem Dach – aber mit neuen Spielregeln! Willi, Felix, Luise, Dorle und Karl Büdenbender.  Foto: gmz
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gmz Netphen. „Wir fahren nach Hawaii – null Problem.“ Was so einfach klingt, hat eine lange Vorgeschichte, denn Büdenbenders Willi aus Netphen und seine Luise hatten eine Menge Probleme zu lösen, bevor sie sich endlich nach Hawaii aufmachen konnten. Dabei hieß das Stück, das sich der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 des Netpher Gymnasiums unter der Leitung von Hendrik Jarchow zum allgegenwärtigen Thema „Generationenkonflikt“ ausgesucht hat und am Donnerstag und Freitag kurzweilig auf die Bühne des Forums gebracht hat, doch eigentlich „Null Problem“.

Aber der Titel täuschte natürlich. Denn schließlich haben Willi und Luise (am Donnerstagabend souverän verkörpert von Sebastian Kuhlmann und Annika Andrick) drei erwachsene Kinder, die irgendwie Probleme machen. Zuerst verkünden alle drei Sprösslinge mit schöner Unbekümmertheit am gleichen Tag, dass sie ausziehen wollen, Dorle als Au-Pair nach London, Karl in die Studentenbude und Felix (alle drei sehr „typgerecht“: Anne Berk, David Hilpert und Melanie Streller) zur neuen Freundin Angie (schön dumm-zickig: Melanie Ockenfels).

Das stürzt vor allem die Mutter, deren Credo lautet „ich will euch ja nicht dreinreden, aber ...“, in arge Sorgen, Existenzängste und eine richtige Daseinskrise: Nach 20 Jahren mit Kindern plötzlich allein – „was sollen wir jetzt machen?“

Doch kaum haben Willi und Luise, auf Willis Initiative hin, angefangen, sich ihr Leben wieder zu zweit einzurichten und auch ihre Freundschaft mit den sehr neureichen Nachbarn Gustav und Emma Heichele (schön überdreht: David Hilpert und Theresa Papior) neu zu sortieren, als die Kinder wieder einziehen – ihre Zukunftspläne sind gescheitert. Erst einmal. Wie gut, dass es zu Hause gibt!

Jetzt ist alles anders, denn zum Glück hat Felix begriffen, dass man in der Familie nicht nur Service abrufen kann, sondern auch beitragen muss, und verpflichtet sich und die Geschwister zur Mithilfe. Einen Lernerfolg hat es also gegeben. Deshalb bleibt am Schluss Willis Erkenntnis: „Null Problem“, dass es „zu Hause doch am schönsten“ ist!Temporeiche Dialoge, aus dem „richtigen Leben“ abgeschaut, eine flüssige Inszenierung und liebenswerte Gags, mit viel Spielfreude dargeboten, machten aus dem Stück von Ulla Kling, das von den Gymnasiasten kurzerhand in Netphen angesiedelt wurde, eine anregende und bedenkenswerte Unterhaltung. Das Stück war an der einen oder anderen Stelle vielleicht ein wenig „holzschnittartig“ (z. B. beim Konflikt mit den Nachbarn oder der Einmischung der Mutter), zeigte aber nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die Möglichkeiten des gemeinsamen Lebens in einer Familie, als Familie auf. Und amüsant war es obendrein!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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