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Fusion von Bombardier und Alstom
Angst um Standort in Dreis-Tiefenbach

Wie geht es mit Bombardier weiter? Im Falle einer Fusion mit Alstom müssen viele Fragen geklärt werden.
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sos Dreis-Tiefenbach. Das kanadische Unternehmen Bombardier legte am Donnerstag im Rahmen des „Investors Days“ das Finanzergebnis für das Jahr 2019 vor. Unterm Strich stehen tiefrote Zahlen. Aber das ist nicht die einzige schlechte Nachricht, die aus Montreal nach Dreis-Tiefenbach gelangte. Zwar bestätigte Bombardier noch nichts offiziell, doch sowohl der Betriebsratsvorsitzende des Netphener Standortes, Stefan Gestal, als auch Andree Jorgella, Geschäftsführer der IG Metall Siegen, nehmen die Gerüchte sehr ernst: Der französische Bahntechnikkonzern Alstom soll das Eisenbahngeschäft von Bombardier kaufen.
Marktbeherrschende Stellung„Das kann man aus den englischen Mitteilungen herauslesen“, sagt Jorgella. Aber auch nur dort;

sos Dreis-Tiefenbach. Das kanadische Unternehmen Bombardier legte am Donnerstag im Rahmen des „Investors Days“ das Finanzergebnis für das Jahr 2019 vor. Unterm Strich stehen tiefrote Zahlen. Aber das ist nicht die einzige schlechte Nachricht, die aus Montreal nach Dreis-Tiefenbach gelangte. Zwar bestätigte Bombardier noch nichts offiziell, doch sowohl der Betriebsratsvorsitzende des Netphener Standortes, Stefan Gestal, als auch Andree Jorgella, Geschäftsführer der IG Metall Siegen, nehmen die Gerüchte sehr ernst: Der französische Bahntechnikkonzern Alstom soll das Eisenbahngeschäft von Bombardier kaufen.

Marktbeherrschende Stellung

„Das kann man aus den englischen Mitteilungen herauslesen“, sagt Jorgella. Aber auch nur dort; eine Stellungnahme seitens Bombardier habe es noch immer nicht gegeben. Die Frage sei ohnehin, ob sich hier nicht eine ähnliche Situation wie vor einem Jahr ergebe. Damals war eine Zusammenlegung von Siemens und Bombardier im Gespräch gewesen. Diese hatte sich jedoch zerschlagen, weil die beiden großen Unternehmen gemeinsam eine marktbeherrschende Stellung bekommen hätten.

Reine Spekulation

Was im Falle einer Übernahme auf Dreis-Tiefenbach und die Mitarbeiter dort zukommt, das sei absolute Spekulation, betont Betriebsratsvorsitzender Gestal. Gemeinsam mit der IG Metall sei das oberste Ziel natürlich die Sicherung des Standortes. „Wir haben hier rund 800 Beschäftigte, für die fordern wir eine langfristige Perspektive.“ Nicht nur einzelne Bereiche sollen beibehalten werden, sondern die gesamte Fertigungstiefe, heißt Entwicklung, Produktion und Service.

Zugsparte ist Gewinnerbranche

In den 90ern habe die Schließung des Werks zur Debatte gestanden, erinnert er. Aufgrund der erfolgten Spezialisierung auf die Drehgestellfertigung sei es aber seitdem wieder bergauf gegangen. Die Zugsparte sei derzeit eigentlich eine Gewinnerbranche. Der Auftragsbestand sei in Ordnung. „Wir haben unsere Zahlen erreicht.“
Als Alleinstellungsmerkmal innerhalb des Konzerns Bombardier sei das sicher von großer Bedeutung, bestätigt Jorgella. Aber Alstom habe eben seine eigenen Fahrgestellhersteller. „Hier sollen dann sicher Synergien gebündelt werden.“ Stellenstreichungen seien sehr wahrscheinlich, vielleicht würden sogar härtere Maßnahmen wie Standortschließungen greifen. „Die Ängste treiben uns um.“ Was letztendlich aber tatsächlich auf Dreis-Tiefenbach zutrifft, ist zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg nicht zu beantworten.  

Positionspapier von IG Metall und Betriebsrat

Thorsten Linke, hiesiger Standortleiter, wollte sich am Freitag nicht zu dem Thema äußern. Der Gesamtbetriebsrat von Bombardier Transportation und die IG Metall aber wurden bereits tätig und haben ein Positionspapier erstellt. Die klaren Forderungen:

  • betriebsbedingte Kündigungen ausschließen,
  • Standorte erhalten und sichern,
  • zukunftssichere Marktstrategie umsetzen,
  • Forschung und Entwicklung forcieren,
  • aktuelle Niedrigkostenstrategie überprüfen/aufgeben,
  • Produktion(skompetenzen) in Deutschland halten,
  • Personalstrategie umsetzen, die Zukunft sichert und Innovationen fördert.

Weil es weder von der deutschen Geschäftsführung noch aus Kanada eine Stellungnahme gebe, wolle sich der Betriebsrat gegenüber den Beschäftigten nicht an Spekulationen beteiligen, so Stefan Gestal. „Wir brauchen Klarheit“, fordert er. Denn erst wenn Bombardier endlich Fakten auf den Tisch lege, könne es an die Überprüfung gehen, unterstreicht Jorgella.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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