Kein Klimanotstand in Netphen
Anregung blieb erfolglos

Mit Plakaten demonstrierten einige Männer und Frauen am Donnerstag vor dem Netphener Rathaus.
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sos Netphen. Enttäuscht zeigte Lukas Hübner sich am Donnerstag nach der Netphener Ratssitzung: War er anfangs noch so optimistisch gewesen, dass seine Anregung Früchte tragen würde, so verließ er den Saal am Ende entmutigt. Mit seinem Vorstoß, das Gremium in Netphen den Klimanotstand ausrufen zu lassen, habe er ein Zeichen setzen wollen, hatte er zuvor im SZ-Gespräch gesagt, als er mit einem Plakat in der Hand vor dem Rathaus stand. Die Politik konnte er jedoch nicht überzeugen. Dazu hatte er an dem Abend auch gar nicht die Möglichkeit, denn ein Rederecht wurde ihm nicht eingeräumt; nur sechs Mitglieder stimmten dafür, 18 dagegen, drei enthielten sich, nachdem Ekkard Büdenbender (Linke) dafür eine Sitzungsunterbrechung beantragt hatte.

Zeit zum Handeln

Es gebe schon genug symbolische Politik, fand Manfred Heinz (SPD). Jetzt gehe es „um zügige Handlungen“. „Mir wäre es lieber, wenn Sie sich zu uns gesellten und sich den Fraktionen anschlössen“, sagte er in Richtung des jungen Mannes. Helga Rock (Grüne) hatte den Eindruck, die lange Bank sei hier das liebste Möbelstück. Im Herbst hatten die Grünen bereits erfolglos einen ähnlichen Antrag gestellt. Dabei könne eine Kommune schon mit kleinen Veränderungen ihren Beitrag leisten, beispielsweise mit einem Verbot für Steingärten oder dem Anlegen von Blühstreifen. Sie plädierte dafür, über jeden der sieben von Hübner genannten Punkte einzeln abzustimmen. Und falls sich keine Mehrheit dafür finde, einen Vertreter von „Fridays for Future“ als beratendes Mitglied im Umweltausschuss einzubinden, „dann biete ich meinen Platz an“.
Klaus-Peter Wilhelm (UWG) störte sich daran, dass die Anregung nicht selbst geschrieben sei, sondern aus dem Internet stamme und auch anderswo „kursiere“. Einen Notstand sehe er nicht. Auch die CDU konnte sich dem Vorschlag von Hübner nicht anschließen: „Die Mitbürger tun viel für die Nachhaltigkeit und die Pflege der Natur“, fand Rüdiger Bradtka. Und auch die Verwaltung sei engagiert.

Anregung blieb ohne Erfolg

Bei 24 Nein-, fünf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen lehnte der Rat es ab, den Klimanotstand auszurufen. Helga Rocks Vorschlag, über die Punkte einzeln abzustimmen, fiel unter den Tisch.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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