»Auch der allerletzte Abschnitt ist noch Leben«

Ambulante Hospizhelferinnen in Netphen ausgebildet

kafu Netphen. Der Tod gehört zum Leben. Doch der Umgang mit dem Sterben, die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit, kann für den Sterbenden selbst genauso wie für seine Angehörigen eine Situation der Hilflosigkeit, Verzweiflung und Sprachlosigkeit bedeuten – heute vielleicht mehr denn je. Menschen mit schweren Erkrankungen sowie deren Familien in dieser schwierigen Phase zu begleiten und zu unterstützen, und zwar an dem Ort, an dem sich der Sterbende zu Hause fühlt, ist das Hauptziel der ambulanten Hospizhilfe.

In Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Siegen-Wittgenstein hat die Ambulante ökumenische Hospizhilfe Siegen fünf ehrenamtliche Hospizhelferinnen für den Raum Netphen ausgebildet: Anette Büdenbender, Ursel Decker, Brigitte Denß, Renate Kunz und Lilo Steuber. Den Verlauf dieser Ausbildung sowie das Angebot der Hospizhilfe erläuterten jetzt Iris Dittmann (Dipl.-Sozialarbeiterin der Siegener Caritas-Sozialstation), Ingeborg Schumann (Dipl.-Pädagogin/Dipl.-Supervisorin) und die neu ausgebildeten Sterbebegleiterinnen selbst.

Über zwei Jahre lang wurden die fünf Frauen in einer Fortbildungsreihe auf ihre Aufgaben vorbereitet – im vergangenen Jahr von Iris Dittmann und Ingeborg Schumann, die die Gruppe auch weiterhin begleiten. Um mit dem Tod anderer Menschen umgehen zu können, setzten sie sich dabei zunächst mit ihrer eigenen Persönlichkeit und Sterblichkeit auseinander.

Mittels Meditation begaben sie sich beispielsweise auf eine Fantasiereise an das eigene Lebensende, führten Rollenspiele durch, stellten das Sterben mit Malerei und natürlich in Gesprächen dar. Sie lernten, neben der expliziten auch die nonverbale Sprache des Sterbenden zu interpretieren, um auf dessen ganz individuellen Wünsche und Bedürfnisse reagieren zu können. Aber auch die körperlichen Symptome des Sterbens sowie möglicherweise auftretende rechtliche und Sachfragen wurden in der Fortbildung erläutert.

Im Fokus der nun beginnenden Arbeit steht die psychologische Betreuung der Schwerkranken und ihrer Angehörigen. Zuhören und erklären, wenn der Sterbende es will, mit ihm beten, aber daneben auch praktisch bei der Alltagsbewältigung helfen und den Familienmitgliedern mal eine »Auszeit« ermöglichen, gehört zu den Aufgaben der ambulanten Hospizhelferinnen. Für die Angehörigen sei die Situation oft schwerer als für den Sterbenden selbst, so Iris Dittmann. Die Betreuung der Familie kann deshalb auch über den Tod des Schwerkranken hinaus gehen.

»In den vergangenen zwei Jahren konnten wir sehr viel über uns selbst erfahren und uns persönlich weiterentwickeln. Der Umgang mit den Sterbenden ist also nicht nur ein Geben von unserer Seite, sondern wir nehmen auch, lernen von ihnen«, so die neu ausgebildeten Helferinnen. »Der Tod sollte als existenzielle Wahrheit nicht aus dem Leben ausgegrenzt werden. Auch der allerletzte Abschnitt ist noch Leben.«

Die Ambulante ökumenische Hospizhilfe arbeitet mit anderen Hospizinitiativen zusammen. Interessierte können sich bei der zentralen Rufnummer der Hospizgruppe (0160 / 99 49 40 56) melden oder sich an die Siegener Caritas-Sozialstation wenden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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