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Bezahlbares Wohnen im Netpherland
Auf lange Sicht wird es Bedarfe geben

In Netphen wird es in Zukunft Bedarf an Wohnbauland für Familien sowie an altersgerechten Neubauangeboten, Wohnungsbeständen und Wohnquartieren geben.
  • In Netphen wird es in Zukunft Bedarf an Wohnbauland für Familien sowie an altersgerechten Neubauangeboten, Wohnungsbeständen und Wohnquartieren geben.
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sz/sos Netphen. In vier Bereichen besteht auf dem Wohnungsmarkt in Netphen auf lange Sicht ein Bedarf. Vor allem Senioren und Familien mit Kindern werden von Engpässen betroffen sein, denn Wohnbauland für Familien, altersgerechte Neubauangebote, Wohnungsbestände und Wohnquartiere werden wohl zur Mangelware. Das geht aus der Wohnungsmarktanalyse hervor, die der Kreis Siegen-Wittgenstein in Auftrag gegeben hatte und die gestern dem Netphener Ausschuss für Stadtentwicklung vorlag.
Netphen ist zweitgrößte KommuneZunächst hatte sich das Forschungsinstitut den Ist-Zustand der Stadt angeschaut. Nach Bad Berleburg ist Netphen die Kommune im Kreis mit der größten Fläche (rund 137 Quadratkilometer) und zählt mit 170 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den weniger verdichteten Kommunen.

sz/sos Netphen. In vier Bereichen besteht auf dem Wohnungsmarkt in Netphen auf lange Sicht ein Bedarf. Vor allem Senioren und Familien mit Kindern werden von Engpässen betroffen sein, denn Wohnbauland für Familien, altersgerechte Neubauangebote, Wohnungsbestände und Wohnquartiere werden wohl zur Mangelware. Das geht aus der Wohnungsmarktanalyse hervor, die der Kreis Siegen-Wittgenstein in Auftrag gegeben hatte und die gestern dem Netphener Ausschuss für Stadtentwicklung vorlag.

Netphen ist zweitgrößte Kommune

Zunächst hatte sich das Forschungsinstitut den Ist-Zustand der Stadt angeschaut. Nach Bad Berleburg ist Netphen die Kommune im Kreis mit der größten Fläche (rund 137 Quadratkilometer) und zählt mit 170 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den weniger verdichteten Kommunen. 2018 zählte die Stadt 24 246 Einwohner.
Aufgrund von mehr Sterbefällen als Geburten sowie Wanderungsverlusten hat es einen Bevölkerungsrückgang gegeben, und die Bevölkerung in Netphen ist im Schnitt etwas älter als im Land und im Kreis. Der Ausländeranteil ist in den vergangenen zehn Jahren (2008 bis 2017) zwar gestiegen, ist aber noch immer niedriger als in Siegen-Wittgenstein insgesamt.

Relativ geringer Anteil von Altbauten

Grundsätzlich ist der Wohnungsbestand in der Keilerkommune durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt. Er ist geprägt von einem, relativ geringen Anteil von Altbauten: Über 20 Prozent der Wohneinheiten sind nach 1990 entstanden. Im Vergleich zum Kreis bescheinigt das Institut Netphen eine überdurchschnittliche Bauintensität, in den vergangenen Jahren verstärkt im Bereich der Geschosswohnungen.

Preise sind gestiegen

Sowohl die Miet- als auch die Kaufpreise sind gestiegen, das gilt für ganz Siegen-Wittgenstein. 2018 lag die Bestandsmiete (Miete in einem bestehenden Mietverhältnis) in Netphen pro Quadratmeter bei 5,10 Euro. Die Angebotsmiete (Durchschnittspreis aller derzeit angebotenen Vergleichsobjekte) bei 6,50 Euro. Im Kreis zahlten Mieter für den Quadratmeter 4,90 bzw. 6,20 Euro.
Von den elf Kommunen im Kreis beschreiben nur Netphen und Bad Berleburg die Zahl der Wohnungssuchenden als unverändert, die restlichen sehen hier eine Steigerung. Diese Aussagen seien jedoch nur eingeschränkt interpretierbar, heißt es in dem Bericht, weil einige Kommunen die Angabe nur auf die Wohnungssuchenden im mietpreisgebundenen Segment bezogen hatten, andere auf alle.

Leerstand kein Thema

Leerstand ist in Netphen laut Erhebung der Stadt im Moment kein Thema. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt eher darauf, Neubau zu ermöglichen, Bauland zur Verfügung zu stellen und bezahlbares Wohnen zu sichern. Auch ein ressourcenschonender Flächenverbrauch sowie die Erhaltung der Ortsteile und deren Besonderheiten sind Thema. In Sachen „Wohnen und Leben im Alter“ sollen die positiven Ansätze des zentrumsnahmen Wohnens im Zentralort Netphen weiterentwickelt und auch in anderen Siedlungsschwerpunkten unterstützt werden.

Kein akuter Handlungsbedarf

„Welche Schlussfolgerung ziehen wir daraus“, wollte Manfred Heinz (SPD) in der Sitzung wissen. Einen akuten Handlungsbedarf sehe die Stadt nicht, sagte Bürgermeister Paul Wagener. Man befinde sich aber stets im Kontakt mit der Kreiswohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft Siegen und der heimischen Wohnungsbaugenossenschaft, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Und Tiefbauamtsleiter Rainer Schild erklärte, dass es im Grunde zwei Probleme im Netphen gebe: zum einen die Knappheit an Wohnbaufläche, zum anderen der soziale Wohnungsbau.
Der Landrat habe vorgeschlagen, einen Wohnbauflächenfond ins Leben zu rufen. Wie auf der Homepage des Kreises zu lesen ist, könnten Kommunen schnell auf diesen zugreifen, um Grundstücke oder nötige Ausgleichsflächen zu erwerben. Wenn die Mittel aber vom Kreis verteilt würden, so Schild, habe er die Hoheit, das müsse man im Hinterkopf behalten.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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