Verdi-Protest bei der AWo
Aufwertung der sozialen Berufe gefordert

Gewerkschaftssekretärin Isabelle Harbrink und ihre Verdi-Kollegen Richard Kutzner, Sebastian Kenn und Michael Poser (v.l.) fordern eine Aufwertung der sozialen Berufe bei der AWo, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.
  • Gewerkschaftssekretärin Isabelle Harbrink und ihre Verdi-Kollegen Richard Kutzner, Sebastian Kenn und Michael Poser (v.l.) fordern eine Aufwertung der sozialen Berufe bei der AWo, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

kay Deuz. Mehr Geld und eine Tarifbindung fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) im Rahmen der laufenden Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern der Arbeiterwohlfahrt (AWo) in Nordrhein-Westfalen. Um dies zu bekräftigten, führten die Gewerkschafter am Internationalen Frauentag – frühmorgens um 7 Uhr – eine Protest- und Fotoaktion vor den AWo-Werkstätten im Deuzer Industriegebiet Weiherdamm durch. Sie setzen sich für eine Aufwertung der sozialen Berufe bei der AWo ein, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.
„Auch bei der AWo zeigt die Pandemie: Soziale Arbeit, Erziehung und Pflege sind für unsere Gesellschaft überlebenswichtig und oft weiblich. Diese Arbeit verdient es, aufgewertet zu werden. Gleichzeitig arbeiten überwiegend Frauen in Teilzeit, oft ungewollt“, erklärte Gewerkschaftssekretärin Isabelle Harbrink, die gemeinsam mit einigen Kollegen die Protestaktion in Deuz durchführte. Man brauche dringend einen starken Tarifabschluss, der die Lücke zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst schließe, denn nur so könne die AWo als Arbeitgeber wettbewerbsfähig bleiben, erklärten die Protestler.
In der laufenden Tarifrunde fordert ver.di einen Mindestbetrag von 75 Euro, um die unteren Entgeltgruppen gezielt zu stärken. Auch die Gleichbehandlung von Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten bei Mehrarbeit soll in der Tarifrunde geregelt werden, wogegen sich die Arbeitgeber bislang sträuben.
Bei der AWo in NRW sind rund 60 000 Menschen beschäftigt. Nur ca. 35 000 von ihnen fallen unter den Tarifvertrag AWo NRW. „Wenn in einem Haus unterschiedliche Tarifverträge gelten, spaltet das die Belegschaft. Das sorgt für Unmut. Die Pandemie beweist, welchen Beitrag Tarifvertragsparteien zur Bewältigung der Krise leisten. Außerdem gibt es Häuser, die gar nicht tarifgebunden sind. Wir fordern die Arbeitgeber deshalb auf, sich gemeinsam für die flächendeckende Tarifbindung einzusetzen – so wie es die AWo zu ihrem 100-jährigen Bestehen verkündet hat. In NRW haben wir den AWo-Tarifvertrag“, mahnte Verdi-Verhandlungsführerin Susanne Hille in einer Pressemitteilung.
Die zweite Verhandlungsrunde von  Verdi mit den Arbeitgebern der AWo findet am 17. März statt.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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