Bäckerei Debus meldet Insolvenz an

Verfahren soll Netphener Unternehmen retten / 270 Mitarbeiter betroffen

avb Netphen. An der Übernahme des Filialnetzes der Siegener Bäckerei Harr vor zwei Jahren hat sich das Bäckerunternehmen Debus in Netphen offenbar übernommen. Ein Jahr versuchte man, mit neuer Geschäftsführung einen Weg aus der Krise zu finden – vergeblich. Anfang der Woche musste die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt werden. Nur wenige Jahre trennen den mittelständischen Handwerksbetrieb noch von seinem 100. Geburtstag. Der Familienbetrieb war unter Führung von Werner Debus in den vergangenen Jahren beeindruckend expandiert. Als die Bäckerei 1989 von Niederdielfen in einen erheblich größeren Neubau in Netphen zog, beschäftigte Debus 35 Mitarbeiter bei 13 Filialen. In den Folgejahren wuchs das Unternehmen auf mehr als 300 Mitarbeiter und 65 Filialen an. Das Einzugsgebiet erstreckte sich vom Siegerland bis nach Hessen und auf den Westerwald. Die Übernahme der Harr-Verkaufsstellen brachte die Bäckerei jedoch in Schwierigkeiten. Klaus Heimann, Hubertus Kroh, Torsten Debus und Reiner Hoffmann übernahmen daher vor einem Jahr als geschäftsführende Gesellschafter das Ruder und bemühten sich auch durch finanzielles Engagement, in schwieriger Konkurrenzlage auf dem überbesetzten Siegerländer Markt einen »Gesundschrumpfungsprozess« einzuleiten.

Das Jahr 2002 brachte ihnen allerdings wenig Gutes: der Euro und die damit verbundene Kaufzurückhaltung, die Konjunkturflaute und billige Industrie-Produkte ließen den Handwerksbetrieb nicht das erhoffte Ziel erreichen. Die Geschäftsführer bauen jetzt darauf, mit der rechtzeitigen Einleitung des Insolvenzverfahrens den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Gestern fand das erste Abstimmungsgespräch mit dem eingesetzten Insolvenzverwalter, dem Kölner Rechtsanwalt Ulrich Kühn, statt.

Die Bäckerei verfügt zurzeit noch über 48 Filialen und beschäftigt 270 Mitarbeiter, die in diesem schwierigen Jahr ebenfalls enger zusammengerückt sind: Um die Firma zu retten, verzichteten sie auf ihr Urlaubs- und ihr Weihnachtsgeld.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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