Beitrag zum Klimaschutz

Um das Fahrradfahren in Netphen attraktiver zu gestalten, muss noch an einigen Stellschrauben gedreht werden. Foto: sos
  • Um das Fahrradfahren in Netphen attraktiver zu gestalten, muss noch an einigen Stellschrauben gedreht werden. Foto: sos
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sz Netphen. Einen „mindestens guten Ausbauzustand“ bescheinigt die Stadt Netphen ihrem Radwegenetz. Fast ein Dutzend Radwege seien seit 2010 ausgebaut worden, unter anderem von Netphen nach Deuz, an der Siegaue in Dreis-Tiefenbach und durch den Bühlgarten in Deuz. Sie alle seien in das Radwegenetz Südwestfalen und das „Radroutennetz NRW“ eingefügt worden. Auch vorhandene asphaltierte Wirtschaftswege seien als Radwege ausgewiesen worden und drei länderübergreifende Themenrouten führten über Netphener Radwege. „Bei der Stadtverwaltung gehen immer wieder Anrufe, Briefe oder E-Mails ein, in denen die Netphener Radwege große Anerkennung finden“, heißt es in einer Vorlage zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Montag, 28. Oktober, die die Stadt auf Antrag der SPD erstellt hat.

Das heißt aber nicht, dass es nichts mehr zu tun gibt. Die Sozialdemokraten hatten darum gebeten, in Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen Radstreifen an der Siegstraße von Weidenau bis zur Austraße bzw. Bismarckstraße in Dreis-Tiefenbach aufzubringen. Dies gestalte sich jedoch schwierig, erklärt die Verwaltung. Lediglich die Markierung eines Schutzstreifens, der im Bedarfsfall von Autos befahren werden darf, sei hier möglich. Und dies auch nur innerhalb der Ortsdurchfahrt, also von der Bismarckstraße bis hinter die Einmündung in die Burgstraße. Spätestens im Frühjahr 2020 sollen die Markierungsarbeiten durchgeführt werden.

Gemeinsam mit der Universität Siegen habe die Stadt 2018 außerdem einen Förderantrag an das Verkehrsministerium gestellt, um die Anlegung von Radvorrangstreifen außerhalb von Ortsdurchfahrten zu überprüfen – dieser aber sei abgelehnt worden.

Einige Radwegeverbindungen führen über das Straßennetz, was mitunter zu gefährlichen oder zumindest zu problematischen Situationen führen kann. Verbesserungsbedarf gibt es zum Beispiel in Herzhausen Richtung Allenbacher Höhe. Die Wegeführung erfolgt derzeit noch über ein Teilstück der L 728, weil die Grunderwerbsverhandlungen mit den Eigentümern scheiterten. Der Landesbetrieb Straßen NRW prüfe derzeit verschiedene Varianten (berg- oder talseits), so die Verwaltung.

In Herzhausen wünscht sich auch die CDU per Antrag eine Verbesserung: Die Verlängerung der Straße „In der Steinwiese“ Richtung Ruckersfeld sei 2014 zwar asphaltiert worden, doch der Verbindungsweg inklusive der Brücke über den Dreisbach sei als Feldweg belassen worden. Die Fraktion plädiert für eine Asphaltdecke und hofft außerdem, dass die Stadt sich noch einmal mit den Grundstückseigentümern zusammensetzt, um eine Lösung für die Fahrt entlang der L 728 zu finden. Die Verwaltung verweist erneut auf die Prüfung seitens Straßen NRW; die Asphaltierung des Zwischenstücks solle dann mit dem Ausbau des Radweges erfolgen – ob und wann dieser aber realisiert werde, sei nicht absehbar.

Grunderwerbsprobleme gibt es bekanntermaßen auch in Deuz, sodass hier noch immer kein Radweg vom alten Bahnhof aus entlang der Werthe bis zum Freibad angelegt werden konnte. Um von Deuz nach Feuersbach zu gelangen, seien zwei Möglichkeiten denkbar: Entweder könnten Wirtschafts- und Waldwege genutzt oder ein Radweg entlang der L 719 ausgebaut werden. Die Entscheidung in Abstimmung mit dem Landesbetrieb stehe noch aus.

Von Afholderbach nach Lützel, parallel zur B 62, würde die Asphaltierung des Wegs am Afholderbacher Weiher hin zu Siedlung Lützel zu einer Attraktivierung führen. Bislang ist die Strecke nur mit geländegängigen Fahrrädern zu bewältigen.

Für den Weg von Walpersdorf zur Siegquelle, der über die Eisenstraße führt, existieren laut Vorlage momentan keine anderweitigen Planungen.

Grundsätzlich seien zusätzliche Radwegeverbindungen wünschenswert, beispielsweise von Dreis-Tiefenbach entlang der K 5 zum Giersberg sowie von Unglinghausen nach Setzen. Außerdem fehlt noch immer die Anbindung von Beienbach ans vorhandene Wegenetz. Schon etliche Enttäuschungen mussten die Bewohner des idyllischen Ortsteils einstecken, die seit Jahren auf einen Radweg warten. Zuletzt scheiterte die Umsetzung an den Naturschutzverbänden, die sich gegen die Planungen gestellt hatten (die SZ berichtete). Möglicherweise müssen die Belange im Rahmen eines Planfeststellungsverfahren abgewogen werden. „Sollte dies nicht der Fall sein, könnte nach Genehmigungserteilung mit dem Bau des Radweges Anfang 2020 begonnen werden“, heißt es in der Vorlage.

Regelmäßig würden die städtischen Radwege gereinigt und freigeschnitten, betont die Verwaltung. Im Winter aber gingen die städtischen Straßen vor. „Die Notwendigkeit einer darüber hinausgehenden, wie im Antrag geforderten ,intensiveren, regelmäßigeren Pflege und Reinigung’, wird nicht gesehen.“

Die Netphener Wege erfüllten alle erforderlichen Bedingungen für Fahrten von und zum Arbeitsplatz sowie für Besorgungsfahrten – die Alltagstauglichkeit sei also gewährleistet. Kritisiert werde teilweise, dass einzelne Radler sich auf abgelegenen Wegen unsicher fühlten, insbesondere in der Dunkelheit. „Dieser Umstand ist der attraktiveren Lage abseits des Straßenverkehrs geschuldet“, erklärt die Verwaltung dazu. In jedem Fall biete das Radwegenetz in Netphen „eine geeignete Möglichkeit, einen individuellen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, heißt es abschließend.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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