Betriebsbabys halten Firma auf Trab

Bei KDK in Werthenbach sind »Kampfhunde« und Kleinkinder in den Arbeitsablauf integriert

Werthenbach. Seit Milena Klör und Alina Knipp in der Werthenbacher Firma KDK mitmischen, hat sich das Betriebsklima merklich aufgelockert. Die beiden sind erst seit wenigen Wochen dabei und sorgen mit der Bordeaux-Dogge Eyleene (Chefin Gisela Kämpfer: »unser Kampfhund«) dafür, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Arbeit fast so wohl wie zu Hause fühlen.

Milena ist 13 Wochen alt, Alina blinzelte vor elfeinhalb Wochen zum ersten Mal im Sonnenlicht. Als das Unternehmen für Konstruktion und kaufmännische Dienstleistungen im September von Deuz nach Werthenbach umgezogen ist, wurde für die beiden Firmenbabys, damals noch unterwegs, gleich ein eigenes »Büro« eingerichtet: Hellblaue Himmelbetten, Wickelkommode und Schaukel im Doppelpack sind dort untergebracht. Hündin Eyleene sitzt daneben und schleckt behutsam die Babyfinger ab, wenn sie nicht gerade ihr eigenes Luxus-Schlafmöbel im Büro von Gisela Kämpfer warm hält.

KDK hat rund 200 Mitarbeiter im Außendienst. In Werthenbach sitzt ein Stamm von neun Personen, die die Koordination der laufenden Projekte übernehmen. »Wir sind die Spinne«, beschreibt es Gisela Kämpfer. Als zwei ihrer Innendienst-Mitarbeiterinnen schwanger wurden, zögerte sie nicht lange: »Die Mädels wollten so schnell wie möglich wieder arbeiten, also mussten wir eine Möglichkeit finden, wie beides zusammen kombiniert wird.«

Die ersten Wochen mit Babys im Betrieb liefen viel versprechend. »Die Arbeit muss gemacht werden, das wissen die Mädels, aber unsere Babys haben Vorrang«, sagt Gisela Kämpfer: Fürs Stillen, Wickeln und »Bei-Laune-Halten ist immer Zeit. Sind die Babys dabei, verzichtet die Chefin sogar auf die Zigaretten. Alina hat ihr Bettchen inzwischen quer vor dem Schreibtisch von Mutter Daniela Vetter-Knipp stehen. »Das interessanteste ist im Moment allerdings, durch die Gegend geschleppt zu werden«, sagt die Mutter. Bei jedem Gang im Haus ist das Baby mit dabei. Vetter-Knipp sieht in dieser Lösung eine Erleichterung für alle Beteiligten: Die Firma müsse nicht lange verzichten auf eine gut eingearbeitete Mitarbeiterin, und als Mutter, die ihr Baby immer dabei hat, schaue sie auch nicht mehr auf die Uhr. »Man ist viel ausgeglichener, das kann eine Bereicherung für alle sein.« Die Arbeit verteilt sich auf einen längeren Teil des Tages, dafür wird das Kind durchgängig betreut.

Chefin Gisela Kämpfer, gleichzeitig Oma von Alina, sieht auch der Zukunft mit Gelassenheit entgegen. Wenn die Kinder laufen und Schreibtische verwüsten können, werde es vielleicht ein wenig unordentlicher in der Firma werden. Den ein oder anderen Raum könne man abschließen, die übrigen würden dann mit Bobbycars durchfegt. »Vielleicht werden unsere Pflanzen dann auch nicht mehr so viele Blätter haben, aber das nehmen wir alles in Kauf.«

Ihr Anliegen ist es, anderen Unternehmerinnen und Unternehmern Mut zu machen, ähnliche Lösungen für Mütter mit Kindern zu finden. Als FDP-Mitglied gehöre es für sie dazu, liberale, unbürokratische Lösungen zu suchen. Dazu tue sich eine Frau vermutlich leichter damit, Babys ins direkte Arbeitsumfeld aufzunehmen. FDP-Kreisvorsitzende Helga Daub setzte ebenfalls auf Eigeninitiative in den Betrieben, solche Modelle auszuprobieren.

Es gelte außerdem zu verhindern, dass Angebote dieser Art über gesetzliche Verordnungen gegängelt, erschwert oder verhindert würden.

avb

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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