Brauchtum aus dem Erzgebirge

Kurrendesänger in Netphen / Wohltätiger Einsatz denkbar

js Netphen. In schwarzen Gewändern mit weißem Kragen kommen sie daher und wollen jetzt auch hierzulande eine Tradition aus dem Erzgebirge und der Schwäbischen Alb bekannt machen: Die ersten Siegerländer Kurrendesänger sind seit der Vorweihnachtszeit unterwegs und bringen eine neue kulturelle Note in den Netphener St.-Petersplatz-Verein. »Bis ins ausgehende Mittelalter lässt sich der Brauch des Kurrendesingens nachweisen«, erläuterte Vorsitzender Manfred Schröder. »Schon damals zogen Kindergruppen durch die winterlichen Straßen, trugen auf Wunsch lateinische und deutschsprachige Lieder vor.« Dafür habe man sie mit Äpfeln, Nüssen, Gebäck oder auch Geldstücken belohnt. »Diese gesammelten Gaben kamen den Kindern und ihren Familien zugute.«

Auch Martin Luther und Johann Sebastian Bach seien nachweislich Kurrendesänger gewesen, so Schröder. »Unsere Truppe hat also renommierte Vorbilder!« Und wie ihre Vorbilder werden auch die Netphener Kinder während des gesamten Kirchenjahres unterwegs sein. Schröder: »Wir sind mit unseren Planungen noch am Anfang, aber es werden sich schon einige Anlässe finden.«

Lorena Doop, Sabine Wagner und Jessica Schäfer heißen die »Pioniere« vom St.-Petersplatz, doch noch im Laufe des Jahres soll sich ihnen eine große Schar anschließen. »Unser Vereinsmitglied und Kirchenmusiker Dieter Schaufler studiert mit den Kindern die Lieder ein«, so Manfred Schröder. »Die Kostüme schneiderte unser Vereinsmitglied Helga Schäfer nach dem Vorbild der berühmten Seiffener Bergkirchen-Kurrende.« Den beleuchteten Stern habe der 2. Vorsitzende Rainer Weber gefertigt, die Reime habe SGV-Vorsitzender Helmut Göbel in der Literatur des Erzgebirges gefunden.

Eine »Konkurrenz« für die Sternsänger sollen die Kurrende-Kinder nicht sein und auch nicht werden. Bei den bisherigen Auftritten sei kein Geld gesammelt worden, das Singen selbst habe im Mittelpunkt gestanden. Manfred Schröder: »Wenn sich der junge Chor erst einmal eingespielt hat, dann werden wir ihn sicherlich auch für wohltätige Zwecke einsetzen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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