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Bushaltestelle in Netphen kein Aufenthaltsort
"Brennpunkte" im Blick

Der Stufenbereich der Bushaltestelle am Rathaus Netphen ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.
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sos Netphen. Jugendliche suchen sich ihre Plätze im öffentlichen Leben selbst. Das war vermutlich schon immer so, und das hat sich bis heute nicht geändert. Auch in Netphen gibt es Bereiche, in denen sich Heranwachsende vorzugsweise aufhalten. „Das soll auch so sein“, betont Michael Schneider vom Ordnungsamt der Stadt Netphen. Aber: Wenn sie nachts Lärm machen und Müll hinterlassen, dann müsse eingegriffen werden. In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses war das Thema unter dem Punkt „Verschiedenes“ noch einmal angesprochen worden.
Eine Sache der Erziehung„Das ist ein uraltes Problem“, hatte Dezernent Erwin Rahrbach dazu erklärt. Doch die Lösung könne die Stadt einfach nicht bieten, das sei eine Sache der Erziehung.

sos Netphen. Jugendliche suchen sich ihre Plätze im öffentlichen Leben selbst. Das war vermutlich schon immer so, und das hat sich bis heute nicht geändert. Auch in Netphen gibt es Bereiche, in denen sich Heranwachsende vorzugsweise aufhalten. „Das soll auch so sein“, betont Michael Schneider vom Ordnungsamt der Stadt Netphen. Aber: Wenn sie nachts Lärm machen und Müll hinterlassen, dann müsse eingegriffen werden. In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses war das Thema unter dem Punkt „Verschiedenes“ noch einmal angesprochen worden.

Eine Sache der Erziehung

„Das ist ein uraltes Problem“, hatte Dezernent Erwin Rahrbach dazu erklärt. Doch die Lösung könne die Stadt einfach nicht bieten, das sei eine Sache der Erziehung. Das Ordnungsamt kümmere sich, und auch die Polizeipräsenz sei inzwischen erhöht worden. Aber: „Wenn wir sie vertreiben, dann tritt das Phänomen woanders auf.“ Bürgermeister Paul Wagener nannte solche Orte „Brennpunkte“.
Mit der Kneipe „Keiler-House“ nebenan hätten die Treffen der jungen Leute nicht unbedingt etwas zu tun, erklärt Michael Schneider auf Nachfrage der SZ. Diese Vermutung war im Ausschuss geäußert worden. Zwar habe es auch hier ab und an Beschwerden wegen Lärmbelästigungen gegeben, aber das habe sich deutlich verbessert, seit der Eingang nach hinten verlegt wurde.

Stufen sind beliebter Treffpunkt

Im Moment treffen sich einige Jugendliche offenbar gerne bei den Stufen der Bushaltestelle am Rathaus, berichtet Schneider. „Sie sollen da nicht sitzen und trinken“; dafür sei der Haltepunkt schließlich nicht gedacht. In einer solchen Situation spreche das Ordnungsamt zunächst mit den Betreffenden, es könne auch ein Platzverweis erteilt werden. Wenn sich trotzdem keine Verbesserung einstelle, würden die Eltern informiert. Am ehesten wirke jedoch manchmal ein Verwarngeld. Das werde allerdings erst nach ein paar Ermahnungen fällig. „Wir sind da dran“, weist Schneider auf regelmäßige Kontrollen hin.

"Verdrängungseffekt" ist bekannt

Auch er kennt den „Verdrängungseffekt“, von dem Rahrbach berichtet hatte. 2019 beispielsweise seien der St. Petersplatz und das Parkhaus bevorzugte Treffpunkte gewesen. „Der Bühlgarten war auch so ein Ort, da haben wir aber Ruhe reingekriegt.“ Nun sei es eben die Bushaltestelle in der Stadtmitte.
Die Konsequenz aus den nächtlichen Zusammenkünften: Der Bauhof fährt die entsprechenden Stellen jeden Montagmorgen an und sammeln Müll auf. Der ein oder andere Kirchgänger habe sich am Sonntag dann vermutlich schon geärgert. Und damit werde das Problem ohnehin nicht behoben, weiß Schneider.

Zusammenkünfte auch in der Kälte

Es sei auffällig, dass die Jugendlichen nun auch aus Nachbarkommunen kämen. Früher sei das nicht unbedingt der Fall gewesen. Das liege vermutlich an den Schulen, deren Einzugsgebiete über die Stadtgrenzen hinaus reichen, und an der besseren Vernetzung. Ein neues Phänomen sei die Tatsache, dass jungen Leute auch in der kalten Jahreszeit anzutreffen seien. „Sie sitzen bei 0 Grad da. Das kannten wir sonst eher aus den Sommermonaten. Das ist schon sonderbar“, findet Schneider.

Der Stufenbereich der Bushaltestelle am Rathaus Netphen ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.
Treffen ist in Ordnung, Müll hinterlassen nicht.
Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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