Neue Strategie auf Hohenroth
Darum lässt sich der Hirsch nur noch selten blicken

Eine sonnige, trockene Lage, fester Untergrund und die Verteilung auf zwei Stellen – die Neuordnung der Fütterung gehört zum neuen Konzept des Forsthauses Hohenroth im Rotwildgehege.
  • Eine sonnige, trockene Lage, fester Untergrund und die Verteilung auf zwei Stellen – die Neuordnung der Fütterung gehört zum neuen Konzept des Forsthauses Hohenroth im Rotwildgehege.
  • Foto: Hohenroth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz/goeb Brauersdorf. 45 Hektar – das ist eine recht große Fläche. Wenn es sich um ein Wildgehege handelt und das Gelände auch noch mit Wald bestockt ist, bietet es es den Tieren zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten. Das in der Bevölkerung beliebte Ausflugsziel „Forsthaus Hohenroth“ in Netphen an der Eisenstraße geht in der Bewirtschaftung seines beliebten Wildgeheges jetzt neue Wege. Es begeistert seit nunmehr vielen Jahren mit der Möglichkeit, vor allem unsere größte heimische Hirschart, das Rotwild, aus nächster Nähe zu beobachten, und das nicht nur zur Brunftzeit an kalten Oktoberabenden.
Besucher haben vielleicht schon die Veränderungen bemerkt. Seit einigen Wochen lässt sich der König der Wälder im Bereich des Forsthauses nur noch selten blicken. Was ist passiert?

Regionalforstamt fährt in Hohenroth neue Strategie bei der Fütterung

Das Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein im Landesbetrieb Wald und Holz NRW als Betreiber des 45 Hektar großen Wildgeheges hat die Fütterungsstrategie geändert. Damit trage das Forstamt den „Leitlinien für eine tierschutzgerechte Haltung von Wild in Gehegen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie des Deutschen Wildhege-Verbandes zukünftig besser Rechnung.
„Knubbelt“ sich das Wild nämlich an einer Stelle und bleibt dort, weil es beispielsweise gefüttert wird, steigt die Gefahr der Verbreitung von Wildkrankheiten.
Um dem besser vorzubeugen, sind die Futterplätze umgebaut und verlagert worden, erfährt man vom Forstamt. Der feuchte und beschattete Fütterungsbereich unmittelbar oberhalb des Forsthauses Hohenroth ist aufgelöst und durch zwei Fütterungsplätze mit fester Bodenplatte ersetzt worden. Durch diese Aufteilung der Futterplätze bewegt sich das Wild nun nicht nur mehr, die Plätze sind trockener und besonnter als der recht feuchte alte Standort. Die Umgebung der Futterraufen lasse sich hierdurch nun auch besser reinigen und trocken halten. Dies vermindere das Risiko von Krankheitsübertragungen an den Futterstellen.

Rotwild ernährt sich grundsätzlich selbst

Zugefüttert wird aber sowieso nur im Winter. „Das Rotwild ist absolut dazu in der Lage, sich selbst zu ernähren“, erklärte Christiane Kraemer (Zentrale Dienste). Den Verantwortlichen im Forstamt sei bewusst, dass hierdurch Wildbeobachtungen vorübergehend erschwert werden. Jedoch müsse nicht nur Besucherwünschen, sondern auch einer artgerechten Wildtierhaltung Rechnung getragen werden.
In der Natur legen Hirsche zwar auch Ruhepausen ein, sie verbringen allerdings den größten Teil ihrer Aktivphase mit dem Suchen von Futter. Dem wird auf Hohenroth Rechnung getragen. Die Tiere sollen sich die meiste Zeit im Jahr innerhalb der gesamten Gehegefläche ernähren und aufhalten. „Das macht ja letztlich auch den Reiz eines Geheges aus“, betonte Christina Kraemer.

Natürliches Verhalten des Rotwilds soll gefördert werden

Mit der neuen Futterstrategie wollen die Forstleute das natürliche Verhalten des Rotwildes fördern. Damit die Besucher auch zukünftig diese imposante Hirschart auf Hohenroth beobachten können, hat das Forstamt damit begonnen, zusätzliche Beobachtungsstellen entlang des Gehegezaunes anzulegen, von denen durch Sichtschneisen auch weiterhin Wildbeobachtungen ermöglicht werden.
Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind, bittet das Regionalforstamt die Besucher um etwas Geduld. Die Fertigstellung dieser erweiterten Beobachtungsbereiche sei für dieses Jahr geplant. Die Umsetzung hänge auch vom Fortgang der notwendigen Fällarbeiten (Fichte) ab, die man derzeit vornehme.
Die Besucher des Forsthauses im Waldland Hohenroth, bekräftigte Christiana Kraemer, werden sich auch weiterhin an tollen Wildbeobachtungen erfreuen können.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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