„Das bietet kein Geschichtsbuch”

SPD beeindruckt vom Grenzlandmuseum in Tettenborn

Netphen. Eine echte Überraschung erlebte die Netphener SPD-Fraktion bei einem Wochenendausflug in den Harz. Bad Sachsa hatten die Genossen als idealen Standort für einen Tagesausflug zur Expo ausgesucht. Erholen und bilden stand auf ihrem Programm. Das Zisterzienserkloster Walkenried lud zum Sonntagsspaziergang ein, die fauchende Brockenbahn lag im Blick, Bad Lauterbach zeigte sich von seiner besten Seite, und die Kaiserstadt Goslar strotzte laut Pressemitteilung mit Altstadt und Kaiserpfalz bei schönstem Herbstwetter den Netphener Sozialdemokraten ihre ganze historisch gewachsene Schönheit entgegen.

Zum unerwarteten Höhepunkt der Fahrt wurde neben einigen hervorragenden Expo-Pavillons jedoch ein Kleinod im ehemaligen Grenzörtchen Tettenborn: Eigentlich schon zur sowjetischen Besatzungszone geschlagen, kam es nach 1945 auf dem Wege eines Tauschverfahrens doch noch zum Westen. In diesem Ort hat es sich ein Museumsverein zur Aufgabe gemacht, Dokumente, Gegenstände, Fluchthilfen (z. B. einen Fallschirm), DDR-Orden usw. zu sammeln, zu dokumentieren und für die Besucher außerordentlich informativ zu präsentieren. Der engagierte Leiter des Museums führte die Netpherländer herum und ließ für sie die Teilungsgeschichte Deutschlands wieder aufleben.

In einem ehemaligen Führungsstand eines DDR-Wachturmes waren z. B. die Original-Befehle und Gespräche der ehemaligen Grenzsoldaten zu hören, und die kleinteilige Elektrokontrolle der Zaunteile wurde samt Alarmierungstechnik detailgenau vorgeführt. Das übereinstimmende Urteil der Besuchergruppe war: „Hier müssen die Jugendlichen hin, damit sie das Unrechtssystem der DDR handfest nacherleben können. Das kann kein Geschichtsbuch bieten.”

Überhaupt stellten die Fraktionskollegen fest, dass nur zehn Jahre nach dem Fall der Mauer die schauerlichen und menschenverachtenden Einzelheiten der perfekten Abriegelung schon in Vergessenheit geraten sind. „Dieses Museum muss man gesehen haben”, fanden die Sozialdemokraten. In Steina schlossen sie ihr Harz-Erlebnis mit einem Harzer Hirschbraten kulinarisch ab.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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