Herbstübung der Netphener Feuerwehr
Das Miteinander stimmte

Herbstübung der Netphener Feuerwehr-Löschzüge am Gymnasium
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  • Foto: Björn Hadem
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

bjö Netphen. „Ich will zu meiner Mama“, tönten die hysterischen Rufe eines Mädchens herunter, als sie sich auf dem Leiterpark entlang hangelte und sich von einem Feuerwehrmann im Rückwärtsgang führen ließ. Es war nur einer von unzähligen Schreie an jenem Nachmittag auf dem Gelände des Gymnasiums Netphen, die die über 250 Helferinnen und Helfer von Feuerwehr, Malteser Hilfsdienst und Deutschem Roten Kreuz geplant unter Stress setzten. So sehr, dass ein junger Schaulustiger seinem Nebenmann zuraunte: „Jonas, ich frage mich, wo die die Schauspieler herhaben.“ Es waren Jugendliche der DLRG, der Jugendfeuerwehr und vom CVJM, die auf der Herbstübung der Stadtfeuerwehr Netphen am Samstagnachmittag ein realistisches Szenario boten.

42 Personen wurden "gerettet"

Zahlreiche Zuschauer wohnten dem Spektakel bei und waren willkommen: Sie sollten sehen, wie aufwändig sich ein Brandeinsatz in einer Schule im Ernstfall gestaltet. Angenommen hatten die Führungskräfte der Einheit Dreis-Tiefenbach einen Kellerbrand im Gymnasium Netphen. Der hatte zur Folge, dass im ersten Obergeschoss zwei Schulklassen evakuiert werden mussten – und dies nicht über Treppenräume, sondern die Drehleiter. 42 Personen mussten aus dem Gefahrenbereich gerettet, beruhigt und versorgt werden. Während sich also mehrere Trupps unter Atemschutz ausrüsteten, um an der Rückseite des Gymnasiums in den verrauchten Keller abzusteigen und den Brandherd ausfindig zu machen, lief die Rettung der beiden vermeintlichen Schulklassen über die Fensterfront und die Netphener Drehleiter als Brücke ins Freie an.

Für so manchen Jugendlichen eine echte Herausforderung, über den Leiterpark zu balancieren und Ruhe zu bewahren. Menschen, die aus dem Erdgeschoss zu retten waren, mussten die Einsatzkräfte mit Tragen einen Trampelpfad hochschleppen, der bei nasser Witterung schnell zu einer Rutschpartie werden dürfte, aber zur Entfluchtung aus dem Gefahrenbereich gedacht ist. Hier dürfte bald nachgebessert werden: Wehrführer Sebastian Reh war aufmerksamer Beobachter der Großübung und zeigte den Lokalpolitikern direkt vor Ort, wo im Ernstfall die besonderen Herausforderungen liegen.

Gymnasium bot ideales Einsatzszenario

Das Gelände des Netphener Gymnasiums samt angrenzender Turnhalle bot sich für die Großübung blendend an, „weil wir hier eine komplette Stadtfeuerwehr an die Arbeit bringen können“, formulierte es Sebastian Reh. Er äußerte sich über das Miteinander zufrieden: „Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass sich die Stadtfeuerwehr einheitsübergreifend im Einsatz komplett durchmischt hat.“ Die Menschenrettung sei zügig angelaufen und er wisse: „Solch ein Einsatz steht und fällt mit dem ersten Gruppenführer, von dieser Erkenntnis lasse ich mich nicht abbringen.“ Der Netphener Brandmeister Manuel Heinelt hatte in genau dieser Position zu Beginn offenbar die richtigen Entscheidungen getroffen.

Als kritisch beobachtete Sebastian Reh die Möglichkeit, vor Ort mit großen Fahrzeugen an die Objekte zu gelangen: „Die Parksituation muss ständig überwacht werden – es war zumindest eng.“

Im Laufe der Übung standen neben der kompletten Netphener Stadtfeuerwehr weitere Kräfte aus der Nachbarschaft bereit: Die Drehleiter aus Geisweid kam hinzu; mit ihrer Hilfe retteten speziell ausgebildete Kräfte der Netphener Höhensicherungsgruppe einen Schwerverletzten vom Dach der Schule; der Abrollbehälter Atemschutz, besetzt durch den Löschzug Weidenau, war ebenso vor Ort wie der Einsatzleitwagen des Kreises, besetzt durch Kameraden aus Eisern.

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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