SZ

Auf den letzten Drücker
Der Sohlbacher Weiher wird saniert

Die Dammsanierung des Sohlbacher Weihers ist ein Gebot des Hochwasserschutzes. Doch auch der Naturschutz muss zu seinem Recht kommen. Fische und Edelkrebse wurden abgefischt, in einem geeigneten Stillgewässer untergebracht und werden später wieder ausgesetzt. Unter anderem der kleine Teich vor dem Damm bleibt erhalten.
  • Die Dammsanierung des Sohlbacher Weihers ist ein Gebot des Hochwasserschutzes. Doch auch der Naturschutz muss zu seinem Recht kommen. Fische und Edelkrebse wurden abgefischt, in einem geeigneten Stillgewässer untergebracht und werden später wieder ausgesetzt. Unter anderem der kleine Teich vor dem Damm bleibt erhalten.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Christian Völkel

goeb Netphen. „Man kann nicht nicht kommunizieren“, so hat es der berühmte Philosoph und Wissenschaftler Paul Watzlawick einmal formuliert. Aber man kann selbstverständlich schlecht miteinander kommunizieren.
Das ist wohl bei den Planungen zur Dammsanierung des Sohlbacher Weihers im Netpherland so passiert. Sowohl die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein als auch Prof. Dr. Klaudia Witte kommen zu diesem Schluss. In diesen Wochen rücken nämlich schon die Baufahrzeuge zur Sanierung des Gewässers an, nachdem man es im Vormonat abgelassen hatte. Die Biologin zu Rate gezogen hatte man aber erst Ende Juli. Im Grunde auf den allerletzten Drücker.

goeb Netphen. „Man kann nicht nicht kommunizieren“, so hat es der berühmte Philosoph und Wissenschaftler Paul Watzlawick einmal formuliert. Aber man kann selbstverständlich schlecht miteinander kommunizieren.
Das ist wohl bei den Planungen zur Dammsanierung des Sohlbacher Weihers im Netpherland so passiert. Sowohl die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein als auch Prof. Dr. Klaudia Witte kommen zu diesem Schluss. In diesen Wochen rücken nämlich schon die Baufahrzeuge zur Sanierung des Gewässers an, nachdem man es im Vormonat abgelassen hatte. Die Biologin zu Rate gezogen hatte man aber erst Ende Juli. Im Grunde auf den allerletzten Drücker.

Biotope in Gefahr

„Ich war doch einigermaßen überrascht, dass man uns erst so spät hinzugezogen hat“, gab die Vorsitzende des Naturschutzbeirats jetzt ihrer Unzufriedenheit Ausdruck. Im Juli hatte es zusammen mit den Planern und Ingenieuren des federführenden Wasserverbands Siegen-Wittgenstein am Weiher einen Ortstermin gegeben, und wäre es nach ihnen gegangen, hätten ökologisch wertvolle Biotope des im FFH-Schutzgebiet gelegenen Weihers nicht überlebt. Nicht, weil man die nicht wollte, sondern weil man deren Schutzwürdigkeit wohl einfach nicht erkannt hatte.

Da nehmen wir doch lieber Blühsamen, um den Insekten etwas zu bieten.
Prof. Dr. Klaudia Witte
Vorsitzende des Naturschutzbeirats

Weder um die Artenschutzprüfung 1 noch um eine Untersuchung der Landespflege hatte man sich gekümmert. „Das hätte man spätestens im Frühjahr zur Laichzeit der Amphibien und Brutsaison der Vögel machen müssen“, unterstrich Witte. Immerhin konnte sie Schlimmeres noch verhindern.
So hätte der Wasserverband ein Amphibiengewässer unterhalb des Damms beinah zugeschüttet. Witte bestand ferner darauf, dass eine Drainage am Dammfuß so verlegt wird, dass Kleinstgewässer vor Austrocknung geschützt sind. Die Planer hatten alles herumliegende Totholz abfahren und eine alte Mauer mit Ritzen – Heimstatt des Feuersalamanders – entfernen wollen. Nun bleibt das Holz liegen, die Mauer soll vorsichtig abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Erst künstlich, dann Naturjuwel

Man einigte sich darauf, Bäume an der Zuwegung nicht zu fällen und Baumaterial woanders zu lagern. Auf wenig Begeisterung stießen bei der Biologin auch die Wasserverbandspläne, den sanierten Damm mit Rasen einzusäen. „Da nehmen wir doch lieber Blühsamen, um den Insekten etwas zu bieten.“
Dr. Heinz Meyer, Leiter der Naturschutzbehörde, lobte Wittes Vorschläge, die allesamt berücksichtigt worden seien, insgesamt 26 Hinweise und Auflagen. „Die haben noch viel bewirkt.“ Meyer wies allerdings darauf hin, dass die ganze Anlage ursprünglich künstlich gewesen und sich erst über die Jahrhunderte zu einem Naturjuwel entwickelt habe.
Der Sohlbacher Weiher soll die unterhalb im Tal gelegenen Ortschaften bei Hochwasser schützen. Mehrere Leitungen müssen erneuert, der Damm verstärkt und mit einem Überlauf ausgestattet werden. Besondere Dynamik hat das Projekt auch wegen der Flutkatastrophe im Ahrtal bekommen.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen