Sanierung der Ortsdurchfahrt
Deuz wird zweigeteilt

Während der Brückensanierungen ist Deuz zweigeiteilt.

sos Deuz. Mit „taufrischen Informationen“ überraschte Netphens Tiefbauamtsleiter Rainer Schild die Deuzer am Mittwochabend auf ihrer Bürgerversammlung im Alten Bahnhof. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt werde voraussichtlich Ende 2020 fertiggestellt: „Viele Dinge sind noch ungewiss, aber am Horizont ist ein Ziel in Sicht!“

Zweite Phase beginnt im Spätsommer

Unmittelbar im Anschluss an den ersten Bauabschnitt (ab Ortseingang bis Kälberhof), also etwa im September – „eher früher“, so Schild –, soll es in die zweite Phase gehen. Dieser Abschnitt ist mit insgesamt 460 Metern zwar deutlich kürzer als der erste mit 810 Metern, doch sei das leider nicht gleichbedeutend mit einer kürzeren Bauzeit, betonte der Tiefbauamtsleiter. „Es ist sicher, dass wir länger als ein Jahr brauchen.“ Der Grund: Dieses Mal werden gleich zwei Brücken ertüchtigt, und zwar die über die Sieg und den Werthenbach.

Neue Kanäle

Zunächst geht es ab dem neuen Kälberhof-Kreisverkehr, der irgendwann in den kommenden Wochen bei entsprechendem Wetter asphaltiert werden soll, bis zur Ecke Kölner Straße/Marburger Straße/Albert-Irle-Straße. Auf der Strecke werden Gehwege und Fahrbahn saniert sowie Mischwasser- und Regenwasserkanal verlegt. An dem Knotenpunkt entsteht ein zweiter Kreisel mit einem Durchmesser von 27 Metern und grüner Mittelinsel. Zwei Fußgängerüberwege werden angelegt.

Zwei Brücken werden ertüchtigt

Auch die Siegbrücke wird im zweiten Teilabschnitt erneuert. Etwa drei bis vier Monate, vielleicht sogar fünf, dauere die Instandsetzung. „Da werden viele Deuzer schimpfen, weil es manchmal so aussehen wird, als passiere nichts mehr“, prophezeite Rainer Schild. Doch Beton und Abdichtungsmaterialien müssten nun mal aushärten. Er versicherte: „Es wird immer gearbeitet.“ Die Hinterstraße wird währenddessen zur Einbahnstraße und die Straße „Hinterm Wasser“ zur Sackgasse.
Ursprünglich sollte es von dort nur bis zu den Gleisen gehen, erinnerte Schild, doch nun werde die Straße in der dritten Phase doch bis zur Einmündung Feuersbacher bzw. Herborner Straße saniert. Die Werthebrücke nehme wieder einige Zeit in Anspruch, „aber dann haben wir’s geschafft“.

Provisorischer Kreisverkehr an der Waldstraße

Bevor es im Spätsommer losgeht, müssen vorbereitende Maßnahmen getroffen werden. So entstehe beispielsweise ein provisorischer Kreisverkehr zur Umleitung Waldstraße und der vorhandene Fahrbahnteiler der Marburger Straße müsse zurückgebaut werden. Wie bei den aktuellen Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt sollen die Anlieger auch künftig immer zu ihren Häusern gelangen – „außer die Baustelle ist direkt vor der Tür“.

Für Fußgänger problematisch

„Wenn die Brücken gemacht werden, gibt es Deuz-Nord und Deuz-Süd“, kündigte Rainer Schild an. Eine direkte Verbindung werde es nicht mehr geben. Kindergarten und Freibad seien zwar durchgängig erreichbar, doch vor allem für Fußgänger sei die Situation „katastrophal“: Ihre einzige Möglichkeit, zur Albert-Irle-Straße zu gelangen, ist vom neuen Kreisel aus auf der Straße Im Siegeck entlang über die Gleise und am Alten Bahnhof vorbei Richtung Straße. Das Raunen der Zuhörer kam nicht überraschend, und es wurde erneut laut, als Schild die Feuerwehr erwähnte: Diese müsse Richtung Grissenbach auf jeden Fall eine große Runde fahren. Die Möglichkeit, die Brücken gleichzeitig zu ertüchtigen, gebe es nicht, erklärte er auf Nachfrage eines Zuhörers. Denn dann seien Kindergarten und Freibad nur über Grissenbach oder Salchendorf erreichbar. „Da kommen wir an die Grenze des Zumutbaren.“

Bis zu 10 Mill. Euro Kosten

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt liegen bei etwa 5,1 Mill. Euro, der zweite kostet rund 3,9 Mill. Euro, wobei die Sanierung der Brückenbauwerke noch dazu kommt. „Wir nähern uns der 10-Millionen-Marke.“ Die Anlieger müssen mit Beiträgen für die Gehwege von 1,50 bis 2,20 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche rechnen.

Regelmäßige Bürgerinformation

Damit während der Baumaßnahme nicht wieder Gerüchte hochkochen – z. B., dass die Baufirma pleite sei oder die Maßnahme abgebrochen werde – soll es regelmäßige Bürgerinformationen geben. Die erste findet am Mittwoch, 5. Juni, um 11 Uhr statt. Treffpunkt ist der Kreisverkehr Kälberhof. Weil es sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme vom Landesbetrieb Straßen NRW und der Stadt handelt, werden Vertreter von beiden vor Ort sein, um den Deuzern Rede und Antwort zu stehen. In der Folge findet ein solches Treffen jeden ersten Mittwoch im Monat an dieser Stelle statt.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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