»Dieser Verein lebt« – und wie!

Frauenchor des NGV feierte zehnten Gründungstag mit Konzert und musikalischen Gästen

Netphen. Als Winterwunderland – passend dazu erklang im Lauf des über dreistündigen Konzerts natürlich auch die bekannte Komposition »Winterwonderland« – präsentierte sich am Samstagabend die voll besetzte Netphener Georg-Heimann-Halle. In Sachen Deko hatte sich der rührige Netphener Gesangverein 1861 einiges einfallen lassen: Schlitten und Skier sorgten ebenso für winterliches Flair wie eine permanent laufende Dia-Show mit Bildern aus den tief verschneiten Bergen. Natürlich hatte am Vorabend des 1. Advents auch die Weihnachtszeit ihre Spuren hinterlassen. Und zwar nicht nur in Tannengrün und Lichterglanz, sondern auch im Programm. Und das – schlicht mit Winterkonzert überschrieben – hatte es in sich. Qualitativ und quantitativ!

NGV-Präsident Hubert-Rudolf Groos erinnerte in seiner Begrüßung – die Liste der Ehrengäste reichte vom Sängerbund-Chef Hermann Otto bis zu Siegens Bürgermeister Ulf Stötzel – an die zahlreichen Veranstaltungen, mit denen der Verein im Jahresverlauf sein großes Doppeljubiläum gefeiert hat (die SZ berichtete). Es gibt nicht viele Chöre, die den 145. Gründungstag feiern können. Im Vergleich dazu ist der Frauenchor, der seinen zehnten Geburtstag mit dem samstäglichen Konzert feierte, noch ein richtig junger Hüpfer. Aber Obacht, die Damen sind den Herren (siebenfacher Meisterchor und Volksliederleistungschor) auf den Spuren und haben auch bereits den Meisterchor- und Volkliederleistungschortitel ersungen.

Zum »Zehnjährigen« hatte der NGV ein feines Geburtstagspäckchen geschnürt. Vier Chöre – der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen sorgte für ein tolles Intermezzo – sorgten nicht nur für prima Unterhaltung, sondern demonstrierten auch die ganze Bandbreite des Chorgesangs. Das Spektrum reichte vom klassischen Liedgut bis zum modernen Songbook. Wie gesagt, nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität überzeugte. Durch die Bank sprachtechnisch gut ausgebildet, überzeugten die Chöre mit mehrstimmigen Vorträgen und Soloeinlagen. Und bei den modernen Nummern wurde auch optisch einiges auf der Bühne geboten. Mit viel Bewegung begleiteten die Sängerinnen und Sänger ihre Auftritte.

Ungewöhnlich schon der Auftakt, der natürlich dem Frauenchor gehörte. Das bekannte »Die Rose« intonierend, begrüßten die Damen das Publikum nicht wie üblich von der Bühne herunter, sondern zwischen den Zuhörern singend. Keine Frage, Ute Lingerhand-Hindsches hat einen starken Chor geformt. Ob mit den Musicalmelodien von »Sister Act« bis Bernsteins »Westside Story« vor und den weihnachtlichen Liedern nach der Pause, es war ein Vergnügen, den Damen über alle Genregrenzen hinweg zu folgen. Wie lebendig der NGV ist, beweist die Tatsache, dass der Frauenchor nicht mehr das »jüngste Kind« ist, sondern der Verein noch einmal Nachwuchs bekommen hat. Im Januar gegründet und musikalisch geleitet von Jens Schreiber, hat die agile Truppe Junger Chor fun4voices schon ein beachtliches Niveau erreicht. Wohin die Richtung geht, das zeigten die für den Samstag ausgesuchten Vorträge. Neben einem sehr stimmungsvollen »Amazing Grace« war das u.a. »Dat Wasser vun Kölle« von den Bläck Fööss.

Dass fun4voices nicht das jüngste Kind bleiben muss, belegte die im Programm angekündigte Überraschung. Kinder der Frauenchor-Aktiven sangen mit Ute Lingerhand-Hindsches das Lied vom Mädchen Jule mit der »Seifen-Allergie«. Und da bei Lingerhands – Utes Vater ist NGV-Ehrenchorleiter– nun mal Musik im Blut liegt, hatte auch Ute Lingerhand-Hindsches Tochter Verena noch einen gelungenen Soloauftritt. Andreas Zamponi, ehemaliger NGV-Vorsitzender, den es tief in den Osten verschlagen hat, führte kurzweilig durch das umfangreiche Programm. Den Nagel auf den Kopf traf er mit der fast euphorisch wirkenden Bemerkung: »Dieser Verein lebt!«

Äußerst lebendig präsentierte sich auch die zweite Lingerhand-Hindsches-Formation. Sing & Act Haiger bewegte u.a. sich auf den Spuren der legendären King Singers und bewies mit »Kinder« von den Wise Guys enormen Unterhaltungswert. Aber auch bei leisen Tönen wie dem weihnachtlich-religiösen »There Is A Redeemer« sind die Hessen durchaus zuhause.

Kein Wort verlieren muss man eigentlich über den NGV-Männerchor unter Leitung von Jens Schreiber, der mit klassischem Männerchorgesang z.B. von Mendelssohn Bartholdy überzeugte. Als besonderer Ohrwurm entpuppte sich im zweiten Set Klaus Heizmanns Komposition »Heilige Nacht«. Verdienten Applaus wie alle Chöre ernteten auch die Feuerwehrmusiker/-innen unter dem Dirigat von Klaus Siedenstein.

Mit ihrer Hommage an Mozart, einem »Jesus-Christ-Superstar«-Medley und dezent rockenden Bryan-Adams-Melodien setzte das sehr kompakt agierende Orchester einen schönen musikalischen Farbtupfer. Einmal mehr als Meister seines Fachs zeigte sich auch der inzwischen am Niederrhein lebende Netphener Prof. Stephan Görg, der die Chöre am Klavier begleitete.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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