Dorfschule: »Es war fünf vor Zwölf«

Beienbacher investierten bereits über 4500 Arbeitsstunden in die Komplettsanierung

ph Beienbach. Draußen steht Ilse Flender und verpasst einer alten Holztür einen frischen Schliff. In der Küche nimmt »Hausschreiner« Werner Schumann (84) mit dem Zollstock Maß. Auf dem Flur überprüft Friedhelm Sollondz (74) den Wandputz. Im künftigen Jugendraum im Keller schwingen David Riecher (15) und Mika Gierschmann (8) die Besen. Regelmäßig geben sich die Frauen des Abendkreises die Klinke in die Hand, verrichten u.a. Anstrich- und Tapezierarbeiten.

Selbst während der Woche herrscht in der ehemaligen Beienbacher Dorfschule emsiges Treiben. An Samstagen ist noch weitaus mehr los. »Das Dorf ist sehr engagiert«, freuen sich Ortsvorsteher Eberhard Flender und Bürgervereins-Vorsitzender Ulrich Brück über die behutsame Umgestaltung des 1904 errichteten Gebäudes zur zeitgemäßen Bürgerbegegnungsstätte. Von Kopf bis Fuß wird das Haus unter Beachtung der denkmalpflegerischen Belange umgekrempelt. Die Komplettsanierung war offenkundig mehr als überfällig. Brück: »Es war fünf vor Zwölf.«

Seit dem letzten SZ-Besuch im Februar hat sich allerhand getan. Schon der äußere Anblick hat sich verändert. Das Dach wurde neu eingedeckt, der Glockenturm erhielt ein Kleid aus Naturschiefer. Die neuen Fenster und das frisch gebeizte Portal laden zum Blick ins Innere ein.

Auch dort sind seit Baubeginn am 3. Dezember 2005 gewaltige Fortschritte erkennbar. Unter geschmackvollen Fliesen verbirgt sich eine Fußbodenheizung. Im Flur wurde der alte Fliesenboden wieder freigelegt und bearbeitet. Heute wird die Theke für den Saal erwartet, der sich mittels einer Falttür auch teilen lässt. In der nächsten Woche soll die Kücheneinrichtung kommen.

Praktisch fertiggestellt ist der Seminarraum im Obergeschoss. Nicht zuletzt die freigelegten Balken strahlen Gemütlichkeit aus. Bis auf einige Installations- und Restarbeiten »steht« auch der Toilettentrakt unter dem Dach und im Keller. Selbst an einen Platz für eine Wickelkommode haben die Beienbacher gedacht. Im Keller, wo einige Ausschachtungen erforderlich waren, entsteht ein Treffpunkt für den Nachwuchs. Bei der Gestaltung haben Kinder und Jugendliche des Dorfes kräftig mitgewirkt. Ein Billardtisch ist bestellt. Mit Hilfe einer Platte lassen sich auf ihm auch Tischtennis-Matches austragen. Der Pausen- und Aufenthaltsraum für die fleißigen Helfer wurde vom Keller unter den Glockenturm verlegt. Jeden Samstag findet sich eine Familie, die den »Bautrupp« mittags verköstigt.

Bis Mitte September lag der Eigenleistungsanteil der Dorfgemeinschaft bei 4500 Stunden, berichtet Ulrich Brück. Weitere 1000 Stunden, schätzt der Vorsitzende des künftigen Trägervereins, wird sie locker noch mal dran hängen.

Ab und zu erhalten die Beienbacher Besuch. So haben sich in jüngerer Vergangenheit u.a. Kommunalpolitiker von SPD und UWG über den Stand der Dinge informiert. Ihr Interesse dürfte nicht zuletzt der Erdheizung gegolten haben. Schließlich gilt die alte Schule als das erste öffentliche Gebäude im Netpher Stadtgebiet, das mit regenerativer Energie temperiert wird. Die Bohrungen – drei Durchstöße à 90 Meter – wurden vor etwa zwei Wochen abgeschlossen.

Die Gestaltung der Außenanlage steht ab kommendem Frühjahr auf dem Plan. Danach dürften die Vorbereitungen für die Einweihung des von Grund auf renovierten Gebäudes in den Vordergrund rücken. Fest steht, dass die offizielle Feier zur Fertigstellung in 2007 über die Bühne gehen soll. Wann aber genau, so Ulrich Brück, »wissen wir noch nicht«.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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