Ein spannender Grenzgang zwischen Jazz und Rock

Autschbach Projekt überzeugte– bei »Geburtstagskonzert«

Netphen. Der Mann mit der Vorliebe für Signalfarben (gelbe Brille, gelbe Gitarre, gelbe Schuhe) hatte Geburtstag. Und was macht ein Vollblutmusiker an seinem Ehrentag. Logo, er gibt ein Konzert und feiert den 42. auf der Bühne. Okay, die Gratulantenschar für den Eiserfelder Gitarristen Peter Autschbach am Freitag im Forum des Netphener Gymnasiums war überschaubar, aber die, die gekommen waren, bekamen ein kräftiges Stück vom akustischen Geburtstagskuchen ab. Über Autschbachs außergewöhnliche Fähigkeiten auf der Stromgitarre, die längst auch überregional die verdiente Anerkennung gefunden haben,– brauchen keine großen Worte mehr gemacht zu werden. Selten hört man so einen überzeugenden Grenzgänger zwischen Jazz und Rock.

Verblüffend allerdings ist, wie das Peter Autschbach Projekt, das unter diesem Namen seit fünf Jahren unterwegs ist, in neuer Besetzung funktioniert. Wie geschmiert nämlich. Da sitzen die Arrangements und die Soli lassen die Öhrchen vergnügt glühen. Keyboarder Guido Henrichs ist ein »alter Hase«, der alle Autschbach CD’s miteingespielt und alle Konzerte mitbestritten hat und mit dem Gitarristen den Nucleus der Combo bildet. Apropos Guido Henrichs: Wie Peter Autschbach dem Publikum mitteilte, wird der fingerflinke Tastendrücker diese Woche zum sechsten Mal Vater. Der Mann hat offenbar viele Qualitäten. Als wären sie schon immer mit im »Ring« gewesen, agieren auf der Bühne auch die beiden »Neuen«. Über den jungen Hilchenbacher Drummer Marco Bussi, der bei der Vergabe des Rhythmusgefühls pausenlos hier gerufen haben muss, gab es in der SZ bereits öfter–Positives zu lesen. Komplettiert wird das Quartett neuerdings vom australischen Bassisten Gus Fenwick. Und höre da, der »man from down under« legt los, als sei er schon immer dabei gewesen. Gruppensoundtechnisch und auch solistisch.

Neben dem Titelstück der Autschbach-CD »Chasing the Beat« und der Nummer »Cool« vom Autschbach/Dennerlein-Silberling »Feelin' Dunk« bestand das Programm überwiegend aus Kompositionen des Albums »Under the Surface«, zu dem– der begeisterte Hobby-Taucher Peter Autschbach vom Leben unter der Wasseroberfläche inspiriert worden ist. Auf das sphärische Titelstück folgten »Lost in the Kelp Jungle« mit heftig-rockender Hai-Attacke– oder »Dolphin«– mit einem feinen Bussi-Solo. Nach zwei Stunden technisch anspruchsvoller, aber nichtsdestotrotz lebendiger, warmer Musik zwischen Jazz und Rock pustete der »Shark Contest« die Ohren noch einmal so richtig frei. Da fällt einem nur ein Kommentar ein: Let there be rock! Nach einer Zugabe bedankte sich Peter Autschbach fürs Zuhören und prompt kam die Reaktion aus dem Publikum: »Danke fürs Spielen!« Das ist doch ein Geburtstagsgeschenk, oder? Zumal der Konzertveranstalter, das Kulturforum Netphen, auch noch vier Pullen Sekt spendierte.

Kommenden Samstag, 20 Uhr, spielt Peter Autschbach übrigens gemeinsam mit der Organistin Barbara Dennerlein im Herdorfer Hüttenhaus. Mit von der Partie ist dort auch der argentinische Schlagzeuger Daniel Messina. Und der ist mit seiner eigenen Band am 11. Oktober in Netphen zu Gast.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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