Ein vernünftiger Weg

Elf alte Waldgenossenschaften vereinten sich in Eschenbach zu einer neuen

awe Eschenbach. Einig waren sich die Mitglieder der elf Eschenbacher Waldgenossenschaften, aber bis sie dann tatsächlich vereint waren, dauerte es sechs Jahre. Der Zusammenschluss hat gleich so viele Vorteile, dass die Beteiligten jetzt zu einem Pressetermin einluden, in dessen Rahmen sie erläuterten, was mit großer Einigkeit in den letzten Jahren umgesetzt wurde. Zeitraubend war dabei das Verfahren, das den Beschluss der ehemals elf Genossenschaften bis zur Gründungsversammlung der nunmehr einzigen Eschenbacher Waldgenossenschaft in der vergangenen Woche umsetzte.

Das zuständige Amt für Agrarordnung habe sehr eng mit den Teilnehmern vor Ort und dem Forstamt Hilchenbach zusammengearbeitet, erläuterte Ralf Wilden. Der Mitarbeiter des Siegener Amtes stellte gemeinsam mit Klaus Münker und Christian Düll vom Forstamt Hilchenbach und dem neuen Vorstand die Waldgenossenschaft vor.

340 Hektar Eschenbacher Wald werden genossenschaftlich bewirtschaftet, eingeteilt in 1500 Anteile, an denen 90 Anteilseigner beteiligt sind. Auch private Waldgrundstücke und die Flächen der Altsohlstätter wurden dabei mit einbezogen. Bei letzteren handelt es sich um sehr alte Nutzungsrechte, die im Zuge dieser Umstrukturierung nun abgelöst wurden. Das sei im Rahmen des Verfahrens möglich geworden, sagte Ralf Wilden und erklärte damit auch, warum das Vorhaben so lange brauchte: Legitimationen mussten ermittelt und der Bestand festgestellt werden.

Gern nahmen alle Beteiligten die Arbeit auf sich. Für das Forstamt konnte Klaus Münker einen Vorteil genau beziffern: Statt mit 144 habe man es nun nur noch mit 134 Waldgenossenschaften zu tun. Was die Verwaltung verschlankt, macht sich auch anderweitig bezahlt: Da störende Bewirtschaftfungsgrenzen – zwischen den Parzellen verschiedener Genossenschaften – wegfallen, wird die Arbeit einfacher. Der Holzverkauf werde rentabler: »Größere Mengen können zu besseren Konditionen und Preisen abgesetzt werden«, so Klaus Münker. Und wenn bisher für kleinere Genossenschaften der Einschlag und Verkauf nicht in jedem Jahr möglich gewesen sei, gebe es nun für alle Eigner ihren Anteil an der jährlichen Ausschüttung. Dabei sei es in einem größeren Gebiet auch einfacher, nachhaltig zu wirtschaften und nicht mehr Holz zu entnehmen, als nachwachse, erläuterte der Forstamts-Mitarbeiter. Sein Kollege Christian Düll fügt hinzu, dass auch, was das Thema Förderung anbelange, eine große Genossenschaft im Vorteil sei: Viele kleine Genossenschaften reichten mit ihren Gebieten nicht über die Bagatellgrenze.

»Es ist ein vernünftiger Weg«, fasste Klaus Münker zusammen. Fünf weitere solcher Verfahren seien derzeit im Siegerländer Genossenschaftswald im Gang. Das Beispiel Eschenbach könne dabei als Vorbild dienen.

Leo Schlemper, Alfred Oehm, Elmar Born, Siegfried Vitt, Martin Jüngst und Gottfried Weber können noch etwas Positives beisteuern. Die sechs Eschenbacher berichteten von der Gründungsversammlung, bei der sie in den Vorstand gewählt wurden; die Beteiligung sei enorm gewesen: Fast vollzählig seien die Mitglieder erschienen. Auch der ehrenamtlichen Arbeit bekommt also offenkundig die Einigkeit.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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