Erweiterung nicht ohne Bahn

Spedition Pracht:

Millionen für Gleissanierung fehlen / SPNV-Mittel abrufbar

Werthenbach. Die Spedition und Logistik GmbH Pracht mit Hauptsitz in Haiger würde ihr bestehendes Lager in den Gräbener-Hallen in Werthenbach gerne erweitern. »Die Pläne liegen fertig in der Schublade«, sagte gestern der Siegener Niederlassungsleiter Peter Wiederich. Entscheidend dafür sei jedoch der Gleisanschluss: Im Schnitt transportiere die Spedition bisher zwei Güterwaggons täglich über die Schiene. Rund ein halbes Jahr nach dem mehrheitlichen »Nein« des Kreistags zur Reaktivierung der gesamten Kleinbahnstrecke für den Personennahverkehr gibt es von der Siegener Kreisbahn als Eigentümerin dem Unternehmen gegenüber keine verbindliche Aussage über die weitere Befahrbarkeit der Gleise. Falle die Schiene als Transportweg aus, werde die Firma auch ihr bestehendes Lager in Werthenbach auflösen müssen, so Wiederich.

»Jeder propagiert: Weg von der Straße auf die Schiene«, sagte der Niederlassungsleiter. Auch für andere Gewerbeflächen könne die Bahn ein Standortfaktor sein. Im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist z.B. ein großes Gewerbegebiet zwischen Helgersdorf und Werthenbach. Getreu der CDU-Strategie, eine Ansiedlungskampagne für Logistik-Unternehmen zu entwickeln, setzte sich Bürgermeister Rüdiger Bartsch für die Pläne der Firma Pracht ein. Besonders notwendig scheint dabei eine Sanierung des maroden Schienenwegs zwischen Deuz und Werthenbach zu sein, derzeit nur mit 15km/h befahrbar.

»Enttäuschendes« hörte Bartsch jedoch von der Siegener Kreisbahn: Die habe kein Geld und verweise im Übrigen auf die mit CDU-Stimmen abgelehnte Streckenreaktivierung mit Landesmitteln. Nicht weniger enttäuschend verlief ein Telefonat mit SPD-MdL Hans-Dieter Moritz, von dem Bartsch im Stadtrat am Donnerstag berichtete: »Es ist davon auszugehen, dass für die Kleinbahn von Deuz nach Werthenbach 2002 kein Geld zur Verfügung stehen wird.« Ob man die Firma halten könne, sei noch offen.

Moritz nannte die Summe von 4Mill.DM, die für die Sanierung des Streckenstücks aufzutreiben sei. Er hatte sich erfolglos um Landesmittel aus den »Investitionszuschüssen für nicht bundeseigene Eisenbahnen« bemüht: »Für die nächsten drei bis vier Jahre ist da keine Chance«, sagte er der SZ. Ohnehin würden diese beschränkten Mittel mehr für Fahrzeuge, selten für ganze Strecken vergeben. Nach wie vor ständen allerdings die 33Mill.DM Landesmittel für die Reaktivierung des Personenverkehrs zur Verfügung (ein anderer, viel größerer »Zuschuss-Topf«): Die Kleinbahnstrecke befinde sich nach wie vor im »vordringlichen Bedarf« des Landes und könne kurzfristig anfinanziert werden, wenn ein »Umdenkungsprozess« vor Ort einsetze.

avb

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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