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Neue Rettungswache in Deuz
Es kommt auf jede Minute an

In 14 Monaten Bauzeit wurde die 1,625 Millionen Euro teure Wache am Kälberhof errichtet. Wachleiter Klaus Joch appelliert an die Kunden des Einkaufszentrums, auf die Einsatzfahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig verspricht er, das Martinshorn nur in Betrieb zu nehmen, wenn es gar nicht anders geht.
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  • In 14 Monaten Bauzeit wurde die 1,625 Millionen Euro teure Wache am Kälberhof errichtet. Wachleiter Klaus Joch appelliert an die Kunden des Einkaufszentrums, auf die Einsatzfahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig verspricht er, das Martinshorn nur in Betrieb zu nehmen, wenn es gar nicht anders geht.
  • Foto: Björn Hadem
  • hochgeladen von Michael Sauer

ihm Deuz. Zwölf Minuten. Das ist die Frist, innerhalb derer nach einem Notruf Hilfe da sein soll. Ein Herzinfarkt, ein Sturz, eine schwere Asthma-Attacke. Es geht um Leben und Tod. Zwölf Minuten. Das sind 720 Sekunden. Jede einzelne davon scheint Angehörigen zu lang, wenn sie um das Leben ihrer Lieben bangen.

Für Retter sind 720 Sekunden wenig. Um zu schaffen, was das Gesetz vorgibt, müssen sie im Laufschritt arbeiten. Rein in den Rettungswagen, raus aus der Garage. Mit Blaulicht und Martinshorn durch den Verkehr. Zwölf Minuten. Wenn es gut läuft, gewinnen sie den Wettlauf um Leben und Gesundheit.
Ins Johannland und ins obere Siegtal kommt der Rettungsdienst ab sofort schneller. Von der neuen Rettungswache in Deuz aus – Bauzeit: nur 14 Monate – nämlich ist die Anfahrt deutlich kürzer.

ihm Deuz. Zwölf Minuten. Das ist die Frist, innerhalb derer nach einem Notruf Hilfe da sein soll. Ein Herzinfarkt, ein Sturz, eine schwere Asthma-Attacke. Es geht um Leben und Tod. Zwölf Minuten. Das sind 720 Sekunden. Jede einzelne davon scheint Angehörigen zu lang, wenn sie um das Leben ihrer Lieben bangen.

Für Retter sind 720 Sekunden wenig. Um zu schaffen, was das Gesetz vorgibt, müssen sie im Laufschritt arbeiten. Rein in den Rettungswagen, raus aus der Garage. Mit Blaulicht und Martinshorn durch den Verkehr. Zwölf Minuten. Wenn es gut läuft, gewinnen sie den Wettlauf um Leben und Gesundheit.
Ins Johannland und ins obere Siegtal kommt der Rettungsdienst ab sofort schneller. Von der neuen Rettungswache in Deuz aus – Bauzeit: nur 14 Monate – nämlich ist die Anfahrt deutlich kürzer. Bisher musste der Rettungswagen oder das Notarztfahrzeug aus Netphen kommen.

Neue Rettungswache in Deuz: 660 Quadratmeter Grundfläche

Der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises hatte hier – wie an zahlreichen anderen Stellen im Kreisgebiet – Veränderungsbedarf erkannt. Die Wache in Netphen ist geräumt, das 19-köpfige DRK-Team unter Leitung von Klaus Joch hat sein neues Domizil am Kälberhof in Deuz bezogen.
Schön und funktionell ist es geworden. Viel Platz haben die hauptamtlichen Retter auf 660 Quadratmetern Grundfläche in dem eingeschossigen Gebäude. Zwei Rettungswagen (RTW) und ein Notarztwagen (NEF) sind hier stationiert. Tagsüber sind beide RTW und das NEF besetzt, nachts nur ein RTW und das NEF.

Der Chef hat alles im Blick: Auf dem Bildschirm im Arbeitszimmer von Wachleiter Klaus Joch ist der Ausfahrtbereich der neuen Rettungswache am Kälberhof genau zu beobachten. Joch bittet die Bürger und Kunden des Einkaufszentrums um Rücksichtnahme. Man werde nicht unnötig häufig das Martinshorn heulen lassen, aber die Einsatzfahrzeuge könnten nun einmal nicht minutenlang auf freie Fahrt warten.
  • Der Chef hat alles im Blick: Auf dem Bildschirm im Arbeitszimmer von Wachleiter Klaus Joch ist der Ausfahrtbereich der neuen Rettungswache am Kälberhof genau zu beobachten. Joch bittet die Bürger und Kunden des Einkaufszentrums um Rücksichtnahme. Man werde nicht unnötig häufig das Martinshorn heulen lassen, aber die Einsatzfahrzeuge könnten nun einmal nicht minutenlang auf freie Fahrt warten.
  • Foto: Irene Hermann-Sobotka
  • hochgeladen von Michael Sauer

Geheizt wird über eine Luft-Wärme-Pumpe, zur Sicherheit gibt es noch eine Gasheizung. Spätestens im nächsten Jahr kommt eine Photovoltaikanlage aufs Dach. Auf der Wache ist nie Feierabend, hier ist rund um die Uhr jemand an Bord. Entsprechend ausgestattet sind die Räume: Küche, Aufenthaltsraum mit Sofaecke, neun Ruheräume mit Bett und Nachtschrank. Hier legen sich die Diensthabenden aufs Ohr, bis der nächste Alarm sie weckt. Die Rettungsdienstler beziehen ihr Bett jeweils mit der eigenen Wäsche und bringen Kissen und Oberbett gleich mit. Bettenwechsel geht hier blitzschnell.

Neue Rettungswache in Deuz: Separates Notarzt-Apartement

Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin hat einen persönlichen Spind, nach dem Einsatz können die Rettungsdienstler natürlich unter die Dusche gehen. Die Einsatzkleidung übrigens ist gemietet – eine Firma wäscht die mit Barcodes persönlich zugeordnete Ausrüstung.

Deutlich komfortabler als die Ruhezimmer ist das separate Notarzt-Apartment. Der diensthabende Notarzt könnte sich hier häuslich einrichten. Fernseher, Scheibtisch, eigenes Bad, Sessel, Tisch und sogar eine Terrassentür nach draußen – hier lässt es sich aushalten. Allerdings bleiben die meisten der Netpher Notärzte derzeit in ihren Praxen und lassen sich im Notfall vom NEF-Fahrer abholen.
Landrat Andreas Müller, der den symbolischen Schlüssel zur neuen Wache am Freitagnachmittag an DRK-Rettungsdienstabteilungsleiter Rüdiger Schmidt überreichte, sieht Veränderungen in der Rettungsdienstlandschaft kommen. Man werde wohl auf Dauer erleben, dass die Notärzte während ihrer Schichten fest auf der Wache sind – natürlich zu anderen Konditionen, als wenn sie parallel in der Praxis Patienten behandeln.

Wir brauchen solche hervorragenden Arbeitsbedingungen, um hoch qualifiziertes Rettungsdienstpersonal sowie Notärztinnen und Notärzte für uns gewinnen zu können.
Andreas Müller
Landrat und DRK-Präsident

Geplant und gebaut hat das 1,625 Millionen Euro teure Gebäude der Kreis in Eigenregie, betrieben wird die Wache vom DRK. Für den Landrat insofern ein doppeltes Heimspiel, denn er ist nicht nur Chef im Kreishaus, sondern auch Präsident des DRK-Kreisverbands. Sein Plädoyer war sicher auch als Versprechen für die anderen noch zu bauenden Rettungswachen zu verstehen: „Wir brauchen solche hervorragenden Arbeitsbedingungen, um hoch qualifiziertes Rettungsdienstpersonal sowie Notärztinnen und Notärzte für uns gewinnen zu können.“

Netphens Bürgermeister Paul Wagener zeigte sich ebenfalls angetan von dem neuen Standort und unterstrich, dass auch der Ort Netphen rettungsdienstlich weiter gut versorgt sei. Je nach Verfügbarkeit und Anfahrzeit wird die Leitstelle in Siegen entscheiden, welche Fahrzeuge alarmiert werden.

In 14 Monaten Bauzeit wurde die 1,625 Millionen Euro teure Wache am Kälberhof errichtet. Wachleiter Klaus Joch appelliert an die Kunden des Einkaufszentrums, auf die Einsatzfahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig verspricht er, das Martinshorn nur in Betrieb zu nehmen, wenn es gar nicht anders geht.
Der Chef hat alles im Blick: Auf dem Bildschirm im Arbeitszimmer von Wachleiter Klaus Joch ist der Ausfahrtbereich der neuen Rettungswache am Kälberhof genau zu beobachten. Joch bittet die Bürger und Kunden des Einkaufszentrums um Rücksichtnahme. Man werde nicht unnötig häufig das Martinshorn heulen lassen, aber die Einsatzfahrzeuge könnten nun einmal nicht minutenlang auf freie Fahrt warten.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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