Förderplätze für Schwerstbehinderte

Gestern Richtfest des Erweiterungsbaus auf dem Gelände der Deuzer AWo-Werkstatt

ph Deuz. Zwar ist es kein Dach aus Holz, sondern aus Beton – der Freude über das Richtfest des Erweiterungsbaus auf dem Gelände der Deuzer AWo-Werkstatt tat dies freilich keinen Abbruch. Damit rückt der Abschluss eines wichtigen Projekts in greifbare Nähe. Im kommenden Frühjahr hofft Hans-Georg Fey als Geschäftsführer des AWo-Kreisverbands den neuen Trakt in Betrieb nehmen zu können. 40 schwerstbehinderte Menschen sollen dort optimale Fördermöglichkeiten erhalten, auf pädagogischer Ebene ebenso wie auf therapeutischer. Auf 850 Quadratmetern entstehen u.a. vier Gruppenräume, ein Sanitärbereich und Pflegebad, barrierefreie, speziell ausgestattete Pflegeeinrichtungen, ein Speisesaal sowie ein »Snoezelenraum« zur Entspannung.

Im Dezember 2004 hatte die Arbeiterwohlfahrt die Bedarfsbestätigung vom Landschaftsverband erhalten. Vor gut drei Monaten, am 1. Juni, folgte der erste Spatenstich. Der enge Zeitrahmen bzw. zügige Baufortschritt dokumentieren laut Fey die Wichtigkeit dieses Vorhabens. Denn der Bedarf an Plätzen halte unvermindert an, die Zahl der Menschen mit schweren Behinderungen werde in den kommenden Jahren steigen. Selbst der Neubau dürfte nach Einschätzung des Geschäftsführers die momentane 20-prozentige Überbelegung nicht allzu sehr zurückschrauben.

Grund genug für den Wohlfahrtsverband, weitere Vorhaben anzupeilen. Als da beispielsweise wären: eine Werkstatt für psychisch Erkrankte in Erndtebrück (60 Plätze), Umzug der Werkstatt im Eiserfelder IHW-Park auf den Heidenberg oder Neubau eines Behindertenwohnheims in der Hengsbach. Hans-Georg Fey erinnerte in diesem Zusammenhang an die Anfänge der Behindertenarbeit im hiesigen Raum. Heute betreue die AWo über 1200 Menschen in der Region: in Schulen, Werkstätten, Wohnstätten und sonderpädagogischen Gruppen.

Auf 1,06 Mill. Euro bezifferte Fey die Kosten für den Erweiterungsbau. 60 Prozent fließen aus öffentlichen Mitteln, 20 Prozent gibt die »Aktion Mensch« dazu, die restlichen 20 Prozent muss die Arbeiterwohlfahrt aufbringen Einen flachen Baustein in Form eines Umschlags überreichte Rüdiger Bartsch den Bauherren. Das Netphener Stadtoberhaupt war ebenso zum Richtfest erschienen wie sein Erndtebrücker Amtskollege Karl-Ludwig Völkel, Siegens stellv. Bürgermeisterin Angelika Flohren und SPD-MdB Willi Brase.

Ebenfalls unter den Gästen: der langjährige Werkstattleiter Werner Unverzagt, Lebenshilfe-Vorsitzende Inge Dohmwirth, Kreis-Sozialausschussvorsitzender Karl-Dieter Uebach (CDU), AWo-Vorstandsmitglieder, Vertreter des Werkstattrates, die Architekten Manfred Petri (Siegen) und Matthias Krämer (Hilchenbach) sowie Vertreter der Erndtebrücker Firma Bergebau, die den Rohbau hochzieht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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