Grüne als "Müll" und Forderung nach Todesstrafe (mit Kommentar)
Frank Kretschmer tritt von Funktionen zurück

Über Kommentare in den sozialen Medien ist schon so mancher gestolpert …

ihm Netphen. Noch steht Frank Kretschmer als sachkundiger Bürger der UWG-Fraktion im Ratsinformationssystem der Stadt Netphen. Noch ist er auch als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Kultur und Tourismus gelistet. Aber er sei von all seinen Funktionen zurückgetreten, versicherte er der Siegener Zeitung.
CDU, SPD und Grüne hatten zuvor einen gemeinsamen Antrag zur Ratssitzung gestellt, der sich mit den Facebook-Aktivitäten von Frank Kretschmer beschäftigt. Zwei Äußerungen des Netpheners sollten in einer Resolution verurteilt werden, der Bürgermeister sollte eine „eindeutige klärende Stellungnahme“ abgeben und die Berechtigung Kretschmers zum Verbleib als sachkundiger Bürger prüfen.

Frank Kretschmer bezeichnet Grüne als "unwählbaren Müll"

Die drei Fraktionen kritisierten zum einen eine Facebook-Äußerung, die die Grünen als „unwählbaren Müll“ bezeichnete, zum anderen die Forderung nach der Todesstrafe für einen Vater, der sein Kind verbrannt hat. Die Formulierung „solche nicht lebenswerten Subjekte“ kam in diesem Post vor. „Da bin ich übers Ziel hinausgeschossen“, sagte Kretschmer der SZ. Er entschuldige sich für diese Äußerungen.
Mit dem Rücktritt sei die Angelegenheit für sie erledigt, sagte Silvia Glomski (Grüne), die den Antrag formuliert hatte. Nicht erledigt war es allerdings für
UWG-Sprecher Klaus-Peter Wilhelm. „Wer soll hier vorgeführt werden? Es scheint gar nicht um die Person zu gehen, sondern die UWG soll vorgeführt werden. Das ist eine Unverschämtheit!“, rief er in den Saal. Die UWG habe bei der letzten Wahl Zuwächse bekommen. „Alle anderen, die sich hier als Richter aufspielen, haben Einbußen erlitten.“ UWG-Kollege Wolfgang Decker verlas Äußerungen grüner Spitzenpolitiker, die sich mit der Ausländer- und Flüchtlingsthematik befassten. Bürgermeister Wagener, dem enge Kontakte zu Kretschmer nachgesagt werden, distanzierte sich von dessen Äußerungen. „Aber wenn ich mit jedem nicht mehr sprechen würde, der mich mal beleidigt hat, könnte ich mit vielen nicht mehr sprechen.“ Und dann berichtete er von Angriffen auf die eigene Person. Auf seine Wahlplakate sei mit Kleinkalibergewehr geschossen worden, und Simon Rock, einst grüner Stadtverordneter, habe ihn als „Haubergs-Trump“ bezeichnet.
Manfred Heinz (SPD) ließ etwas geheimnisvoll verlauten, er habe eine Menge Screenshots im Wahlkampf gesammelt. „Die hebe ich gut auf für den Fall, dass sie noch gebraucht werden.“ An Wilhelm gewandt: „Wenn Sie die SPD einbeziehen wollen in Ihre Rundumschlage – Sie sollten ganz kleine Brötchen backen!“

Kommentar: Aggressive Stimmung Der Ton im Netphener Rat wird immer schärfer. Ein eisiger Wind von Aggression weht durch die Georg-Heimann-Halle, wenn sich die Stadtverordneten der fünf Fraktionen dort treffen. Bürgermeister und UWG-Fraktion kämpfen Seite an Seite gegen eine massive Ratsmehrheit von CDU, SPD, Grünen und FDP – das ist der Eindruck, den Beobachter mitnehmen. Persönliche Angriffe und ständige Nickeligkeiten bestimmen das Bild. Um das Wohl von Bürgern und Stadt geht es manchen offenbar kaum. Fehden und Scharmützel kitzeln nur die Egos der Beteiligten, bringen aber die Stadt nicht voran. Schuld will an der üblen Situation natürlich niemand sein. Es sind immer die anderen. Solange im Rat und auf der Verwaltungsbank Männer sitzen, die nicht über ihren eigenen Schatten springen können, wird das wohl so bleiben.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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