Hallenbad öffnet am 8. Juni
Freibad in Netphen bleibt geschlossen

Kein Zutritt: Das Netphener Freibad bleibt in diesem Jahr definitiv leer.

sos Netphen. Keine gute, aber eine zu erwartende Nachricht: Das Netphener Freibad bleibt in diesem Jahr geschlossen. Damit bleibt der Badespaß im Freien also definitiv aus. Zum einen aus finanziellen Gründen, zum anderen wegen der Corona-Auflagen. Immerhin: Das Hallenbad öffnet am 8. Juni, die Trampolinhalle einen Tag später.

Einstimmiger Beschluss

Einstimmig habe die Gesellschafterversammlung der Freizeitpark Obernautal Netphen GmbH am Donnerstag beschlossen, den Freibadbetrieb in diesem Jahr auszusetzen, berichtete Bürgermeister Paul Wagener gestern im Rahmen einer Pressekonferenz im Hallenbad an der Brauersdorfer Straße. „Nach nochmaliger Bewertung aller Umstände“ könne die Sicherheit für Gäste und Personal nicht garantiert werden. Problem sei unter anderem, so das Stadtoberhaupt, dass die Zugänge zu unübersichtlich seien. Deshalb könnten die Besucherzahlen nicht exakt bewacht werden, ebenso der Abstand zwischen den Besuchern. Weil es sich um ein Kombibad handle, hätten zudem gleich zwei Hygienekonzepte erstellt werden müssen, erklärte Geschäftsführer Raik Richter. Und: Die erforderliche Reparatur der Beckenfliesen hätte ohnehin erst im August erfolgen können.

Frischluftzufuhr im Hallenbad

Die Annahme, dass das Risiko unter freiem Himmel viel geringer sei, könne er nicht teilen, so Richter. Schließlich genüge auf der Liegewiese im Freien nur ein Windstoß oder ein niesender Gast – Stichwort Pollen –, und die Ansteckungsgefahr sei da. Im Hallenbad werde durchgängig frische Luft zugeführt, zudem seien hier keine Ruhemöglichkeiten aufgestellt worden, um keine zusätzliche Aufenthaltsqualität zu schaffen.

80 Schwimmer erlaubt

80 Badegäste dürfen sich gleichzeitig im Hallenbad aufhalten (verteilt auf das Schwimmer-, Nicht-Schwimmer und Thermalbecken). Obwohl die Fläche des Freibads größer sei als die des Hallenbads, dürften hier wegen der Vorgaben nur 66 Menschen ihre Zeit verbringen. „Wir wollen aber möglichst vielen Menschen das Schwimmen ermöglichen“, so Richter.

Defizit ist doppelt so groß

Hinzu komme der finanzielle Aspekt, den Kämmerer Hans-Georg Rosemann bezifferte: Aufs Jahr hochgerechnet stehe dem gesamten Freizeitpark, also u. a. Bad, Trampolinarena und Fitnessstudio, ein Defizit von etwa 1,5 Mill. Euro bevor. Normalerweise müsse die Stadt 750 000 Euro zuschießen, in diesem Jahr eben doppelt so viel. Zwar habe Geschäftsführer Raik Richter schon 250 000 Euro an Aufwand einsparen können, doch bei voraussichtlich 1 Mill. Euro weniger Erträgen reiche das nicht aus. Klar sei, dass nicht nur das Freizeitbad rote Zahlen schreibe; auch die Trampolinhalle sei mit 25 Leuten, die wegen der Auflagen pro Stunde nur erlaubt sind, letztendlich ein Zuschussbetrieb.

Gäste binden

„Wir wollen den Bürgern aber etwas anbieten“, betonte Raik Richter, schließlich sollten die Besucher N-Flow auch nach der Krise treu bleiben. Aus diesem Grund sei er sehr froh, dass es langsam wieder losgeht – trotz Einschränkungen. Von einem „Badevergnügen“ wollte er aber nicht sprechen, wenn die Gäste in gut einer Woche das Hallenbad besuchen können. Denn möglich ist wegen Corona natürlich nur das reine Schwimmen „in Einbahnstraßenmanier“; Rutsche und Sprungtürme seien tabu.

Neue Öffnungszeiten

Auch auf veränderte Öffnungszeiten müssen sich die Besucher einstellen: vormittags von 10 bis 12 Uhr, dann wieder von 14 bis 18 Uhr. Zwei Stunden dürfen die Badegäste bleiben, wer länger seine Bahnen ziehen will, muss nachzahlen. Für Familien sind am Wochenende drei Stunden erlaubt. Um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, sollen die Preise angepasst werden, erklärt Raik Richter. Eine Online-Anmeldung sei wegen des Kassensystems nicht möglich.

Großes Unverständnis 

Schon vor gut zwei Wochen hatte Kämmerer Hans-Georg Rosemann dem Rat mitgeteilt, dass das Bad geschlossen bleibe. Während die Diskussion in der Sitzung ausblieb, waren anschließend vor allem auf Facebook heftige Kritik und Unverständnis aufgeflammt, zumal andere Kommunen der Region es durchaus schaffen, den Freibadbetrieb auf die Beine zu stellen. Kurze Zeit später hatte die CDU-Fraktion dann den Start des Freibadbetriebs gefordert, letztendlich haben sich die Vertreter der Christdemokraten bei der Abstimmung in der Gesellschafterversammlung dann aber offenbar doch gegen die Öffnung entschieden.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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